Winterblues in Deutschland: Krankheit oder Saisonerscheinung – bin ich wirklich krank?
Welche Symptome verbreiten sich im Moment in Deutschland? Seit Wochen befinden sich Fieber- Beschwerden an der Spitze der meistverbreitenden Symptome. Mit der Lichtlosigkeit steigen nun auch die Meldungen von Depressions-Symptomen. Zählt das schon als Krankheit?
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer - Uhr
Suche
- Symptom Fieber in Kalenderwoche 9 am stärksten verbreitet mit 11.977 Meldungen
- Anstieg um 20.2% bei Depressionen
- Hals//Rachenschmerzen mit 56.5% Rückgang
Fieber ist derzeit das am häufigsten gemeldete Symptom – vor allem bei Kindern. Die AOK erklärt, dass Fieber meist eine normale Abwehrreaktion auf Infektionen ist: Der Körper stellt seine „Temperatur-Einstellung“ höher, um Viren und Bakterien besser zu bekämpfen.
Gerade in Kita und Schule treffen Kinder auf viele neue Erreger; typische Kinderkrankheiten und Atemwegsinfekte verlaufen fast immer mit Fieber. Dadurch steigen die Fieberzahlen in dieser Jahreszeit besonders deutlich – medizinisch meist ein Zeichen dafür, dass das kindliche Immunsystem auf Hochtouren arbeitet, nicht unbedingt für schwerere Erkrankungen.
Fieber aktuell häufigstes Symptom in Deutschland
Für Kalenderwoche 9 meldet der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst des Patientenservices 116 117 Fieber als am häufigsten genanntes Symptom. Es beschwerden sich insgesamt 11.977 Anrufer:innen über dieses Krankheitsbild. Damit betreffen 8,8 Prozent der deutschlandweit Anrufenden Fieber.
Symptome aktuell: Hals//Rachenschmerzen rückläufig – Depressionen mit stärkstem Anstieg
Laut den Daten des Patientenservice verzeichnen Hals//Rachenschmerzen im Moment den deutlichsten Rückgang: Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Erfassungen um 56.5% von 12.461 auf 5.425 Fälle.
Depressionen hingegen stiegen dafür deutlich. Sie weisen den stärksten Anstieg aller Symptome auf mit 20.2%. Zu diesem Beschwerdebild verzeichnete der Patientenserivce in Kalenderwoche 8 insgesamt 1.586 Anrufe. In der vorherigen Periode wurden nur 1.319 gemeldet.
In der dunklen Jahreszeit nehmen Stimmungstiefs oft zu: fehlendes Tageslicht kann den Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt bringen – unter anderem, weil sich die Melatonin-Ausschüttung am Hell-Dunkel-Wechsel orientiert. Die AOK rät, dem Winterblues/Wintertief mit möglichst viel Tageslicht (rausgehen), regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft und dem bewussten Pflegen sozialer Kontakte entgegenzuwirken.
Wichtig ist die Abgrenzung: Saisonale Symptome (Winterblues) sind häufig milder, kommen und gehen eher und lassen den Alltag oft noch zu. Eine Depression ist dagegen eine Erkrankung – typisch sind mehrere Haupt- und Nebensymptome, die mindestens zwei Wochen anhalten und spürbar das Alltagsleben beeinträchtigen; dann ist es sinnvoll, professionellen Rat einzuholen.
Sollten Sie eines dieser Symptome aufweisen, wenden Sie sich bei Bedenken an Ihren Arzt oder den Patientenservice unter der Nummer 116 117. Diese bietet außerdem Hilfe bei stress-, angst- oder depressionsbedingten Symptome. Zusätzlich steht die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei und anonym unter den Telefonnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 zur Verfügung.
Folgen Sie News.de schon bei WhatsApp, Facebook, Twitter, Pinterest und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos und den direkten Draht zur Redaktion.
+++Dieser Text wurde auf der Basis der Daten der SmED generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unterhinweis@news.demitteilen. +++
Lesen Sie Auch:
- In diesem Artikel finden Sie die aktuelle Infektionslage in Deutschland.
- Wo ist die Pflege am stärksten belastet? Ein Blick auf die Kliniklandschaft in Deutschland.
mel/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.