RSV-Welle bricht nicht: Husten und Fieber am stärksten verbreitet
Die saisonale RSV-welle zieht wieder ihre Bahnen durch Deutschland. Am häufigsten klagen Patient:innen derzeit über Fieber, zugleich verzeichnen Ärzt:innen auch einen Anstieg bei Husten-Erkrankungen. Warum das so ist, erklärt die AOK.
Von news.de-Redakteur Lucas Meyer - Uhr
Suche
- Symptom Fieber in Kalenderwoche 5 am stärksten verbreitet mit 13.427 Meldungen
- Anstieg um 49.3% bei Husten
- Hautverletzung mit 1.3% Rückgang
Fieber ist derzeit das am häufigsten gemeldete Symptom – vor allem bei Kindern. Die AOK erklärt, dass Fieber meist eine normale Abwehrreaktion auf Infektionen ist: Der Körper stellt seine „Temperatur-Einstellung“ höher, um Viren und Bakterien besser zu bekämpfen.
Gerade in Kita und Schule treffen Kinder auf viele neue Erreger; typische Kinderkrankheiten und Atemwegsinfekte verlaufen fast immer mit Fieber. Dadurch steigen die Fieberzahlen in dieser Jahreszeit besonders deutlich – medizinisch meist ein Zeichen dafür, dass das kindliche Immunsystem auf Hochtouren arbeitet, nicht unbedingt für schwerere Erkrankungen.
Das RS-Virus (RSV, Respiratorisches Synzytial-Virus) ist ein weit verbreiteter Erreger von Atemwegsinfektionen. Oft beginnt es wie eine Erkältung (Schnupfen, Husten, teils Fieber), kann aber – vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern – auf die unteren Atemwege übergreifen und dann z. B. Bronchiolitis oder Lungenentzündung auslösen.
In Deutschland reicht die RSV-Saison laut Robert Koch-Institut in der Regel von Oktober bis März, mit einem häufigen Maximum im Januar/Februar. In der kalten Jahreszeit kommen typische Verstärker dazu: Menschen halten sich häufiger in Innenräumen auf (mehr Nähe, mehr Kontakte, oft schlechtere Lüftung), und Klimaeffekte können die Übertragung begünstigen bzw. die lokale Abwehr in den Atemwegen beeinträchtigen. Das Zusammenspiel aus "Mixing" (Kontaktverhalten) und Wetter-/Feuchtefaktoren wird auch in aktuellen Studien als Treiber der RSV-Saisonalität beschrieben.
Fieber aktuell häufigstes Symptom in Deutschland
Fieber werden für Kalenderwoche 5 am häufigsten gemeldet bei dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst des Patientenservices 116 117. Die Beschwerde wurde insgesamt 13.427 mal gemeldet. Damit sind 10,5 Prozent der Anrufenden von Fieber betroffen.
Quelle: SmED
Symptome aktuell: Hautverletzung rückläufig – Husten mit stärkstem Anstieg
Laut den Daten des Patientenservice verzeichnen Hautverletzung im Moment den deutlichsten Rückgang: Im Vergleich zur Vorwoche sank die Zahl der Erfassungen um 1.3% von 1.970 auf 1.944 Fälle.
Im Gegensatz dazu verstärkte sich die Verbreitung von Husten deutlich. Sie weisen den stärksten Anstieg aller Symptome auf mit 49.3%. Zu diesem Symptombild verzeichnete der Patientenserivce in Kalenderwoche 4 insgesamt 9.321 Anrufe. In der vorherigen Woche wurden nur 6.243 erfasst.
Die AOK erklärt, dass kalte Luft und trockene Heizungsluft die Schleimhäute austrocknen und so den Husten in die Höhe treiben. Weil Menschen sich jetzt häufiger in geschlossenen Räumen aufhalten, breiten sich Viren besonders schnell aus. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem, die Infekte schneller erwischen.
Sollten Sie eines dieser Symptome aufweisen, wenden Sie sich bei Bedenken an Ihren Arzt oder den Patientenservice unter der Nummer 116 117. Diese bietet außerdem Hilfe bei stress-, angst- oder depressionsbedingten Symptome. Zusätzlich steht die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei und anonym unter den Telefonnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 zur Verfügung.
Folgen Sie News.de schon bei WhatsApp, Facebook, Twitter, Pinterest und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos und den direkten Draht zur Redaktion.
+++Dieser Text wurde auf der Basis der Daten der SmED generiert und wird datengetrieben aktualisiert. Bei Anmerkungen und Rückmeldungen können Sie uns diese unterhinweis@news.demitteilen. +++
Lesen Sie Auch:
- In diesem Artikel finden Sie die aktuelle Infektionslage in Deutschland.
- Wo ist die Pflege am stärksten belastet? Ein Blick auf die Kliniklandschaft in Deutschland.
mel/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.