Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 17.04.2011, 07.28 Uhr

Spargel: Biss in die Spitzen

Fröhlich strecken die Spargelstangen jetzt ihre Köpfe durch die Erde und warten nur darauf, mit Kräutern, Butter oder Früchten eine Liaison einzugehen. Worauf Sie beim Einkauf achten sollten, wie Spargel zubereitet wird und wie gesund das Gemüse ist, erfahren Sie hier.

Spargel ist das Top-Gemüse des Frühlings. Bild: istockphoto

Spargel wurde erstmals von den Römern kultiviert und ist bis heute der König unter den Gemüsen. Er besticht besonders durch sein unvergleichliches Aroma und seinen zarten Biss. Spargel ist zudem ein wahrer Tausendsassa: Er lässt sich mit vielen Zutaten kombinieren, auf vielfältige Weise zubereiten und schafft mühelos den Spagat zwischen süß und herzhaft.

Einkauf & Lagerung

Traditionell beginnt die Spargelsaison Mitte/ Ende April und dauert bis 24. Juni. Wer das Beste aus den Stangen holen will, sollte Spargel frisch beim Bauern kaufen. Dann ist sein Geschmack am feinsten. Ob das Feinschmeckergemüse frisch ist, erkennen Sie ganz leicht: Die Schnittstellen dürfen nicht ausgetrocknet sein. Drücken Sie diese leicht zwischen den Fingern. Der nun austretende Saft sollte angenehm aromatisch riechen, auf keinen Fall säuerlich - dann ist er zu alt. Grüner Spargel sollte nach Erbsen riechen.

FOTOS: Frühlingsküche Die leckersten Spargelrezepte
zurück Weiter Spargel (Foto) Foto: California Walnut Commission Kamera

Frischer Spargel quietscht außerdem, wenn man die Stangen aneinander reibt. Sind sie zudem fest und knackig und haben geschlossene Köpfe, steht dem Spargelgenuss nichts mehr im Weg. Weiße, grünliche oder leuchtend violette Färbungen bei weißem Spargel sind kein Qualitätskriterium.

Weißer Spargel ist relativ teuer und dem aufwändigen Anbau, der intensiven Pflege und der Ernte von Hand geschuldet. Wer die Geldbörse schonen möchte, ist mit dem etwas günstigeren grünen Spargel gut bedient. Er ist billiger, da er weniger aufwändig produziert wird als weißer Spargel - aber auch herzhafter.

Sie können das Gemüse problemlos zwei bis drei Tage frisch halten. Dazu wickeln Sie die Stangen in ein feuchtes Küchentuch und legen sie anschließend in das Gemüsefach des Kühlschranks. Sie können grünen Spargel auch in einen Krug stellen, der maximal zwei Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt ist.

So wird Spargel gekocht

Was viele nicht wissen: Die zarten Stangen sind auch roh genießbar. Allerdings fehlt ihnen das typische Spargelaroma, welches sich erst beim Kochen entfaltet. Für ein Hauptgericht rechnen Sie mit 500 Gramm pro Person, als Beilage 300 g pro Person. Weißer Spargel muss im Ganzen - bis auf die Köpfe - geschält werden. Dafür halten Sie den Spargelkopf mit Daumen und Zeigefinger in der einen Hand fest, legen die Stange über die Handfläche auf das Handgelenk. Mit einem Sparschäler nun den Spargel von oben nach unten schälen und dabei unterhalb des Kopfes ansetzen. Zum Schluss schneiden Sie die hölzernen Enden ab. Grüner Spargel muss nicht geschält werden.

Damit Spargel perfekt im Biss ist und lecker schmeckt, ist die richtige Garmethode das A und O. Am besten eignet sich dafür ein Spargeltopf, in dem die Stangen aufrecht stehen. Kochen Sie den Spargel in gesalzenem Wasser mit etwas Zitronensaft. Besonders aromatisch wird das Gemüse, wenn Sie noch ein Stückchen Butter und eine Prise Zucker zufügen. Schonender lässt sich Spargel im Dampfgarer zubereiten. Dafür den Spargel in einen Siebeinsatz legen und in einen Topf mit Wasser setzen. Vorsicht: Der Spargel darf das Wasser nicht berühren. Je nach Dicke der Stangen benötigt weißer Spargel 15 bis 20 Minuten Garzeit, grüner fünf bis zehn Minuten. Da Spargel sehr nitratarm ist, können Genießer die gegarten Stangen ohne Probleme wieder aufwärmen.

Leckere Spargelrezepte finden Sie in unserer Bilderstrecke.

Spargel als Medizin

Nicht nur der kulinarische Hochgenuss macht Spargel zum gefeierten Gemüse. Die feinen Stangen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die besonders günstig für die Gesundheit sind. So war Spargel bereits bei den Griechen als Arzneimittel bekannt. Unter anderem galt er damals als harntreibend. Verantwortlich ist seine Asparaginsäure, sein hoher Kaliumgehalt und ätherische Öle. Deshalb empfehlen Ärzte ihn auch heute noch bei Nieren- oder Blasenproblemen.

Allerdings sollten Nierenkranke lieber auf Spargel verzichten, da die Säure die Nieren leicht überfordern kann. Gichtpatienten und Personen, die zu Nierensteinen neigen, sollten auf Spargelgenuss verzichten. Auch Rheumakranke können empfindlich auf Spargel reagieren.

Spargel besteht zu 93 Prozent aus Wasser, 2 Prozent sind Proteine 4 Prozent Kohlenhydrate und nur 0,2 Prozent Fett. Außerdem stecken in den zarten Kerlchen gerade einmal 150 Kilokalorien pro 1500 Gramm - perfekt also für die schlanke Linie. Doch die Schatzkammer der edlen Stangen ist damit noch nicht erschöpft: Neben viel Eisen, Kalzium und Kupfer liefert das Gemüse Vitamin C, A, E und bioaktive Substanzen.

Dem Spargel wird unter anderem nachgesagt, dass er die Abwehrkräfte stärkt, entwässert, eine krebshemmende Wirkung hat und sogar lustfördernd sein soll. Er ist darüber hinaus sehr bekömmlich, aufgrund seiner Ballaststoffe sättigend.  Interessant: Die grüne Sorte enthält ChlorophyllGrüner Blattfarbstoff, der zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehört. und übertrifft an Inhaltsstoffen (vor allem Vitamin C und Beta-Karotin) seine weißen Artgenossen.

zij/som/news.de

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