Von news.de-Redakteur Andreas Schloder - 15.09.2010, 11.36 Uhr

Fieber: Wenn der Körper überhitzt

Hitze wie in der Sauna, nur leider im eigenen Körper: Wer Fieber hat, muss schnell handeln. Sonst kann es sogar tödlich enden. News.de klärt auf, wie man dem Fieber am besten trotzt und wann unbedingt der Arzt nötig wird.

Bei Kindern gilt: Bei Fieber über 38,5 Grad muss der Nachwuchs zum Doktor, um Fieberschübe zu verhindern. Bild: ddp

Wer Fieber hat, für den gibt es eine gute und schlechte Nachricht: Eine positive insofern, dass der Körper richtig tickt. Denn die hohen Temperaturen sind eine Abwehrreaktion, um Krankheitserreger wegzubrutzeln. Beispielsweise bei grippalem Infekt, Erkältung sowie Mittelohr- und Mandelentzündung. Für den Patienten nur ein schwacher Trost, denn er fühlt sich bei der inneren Hitze hundeelend.

Aber wann spricht man von Fieber? Die normale Körpertemperatur liegt bei 35,3 bis 37,4 Grad. Steigt sie auf 38,5 Grad an, bezeichnet man es als erhöhte Temperatur. Liegt sie darüber, handelt es sich um Fieber - bei Temperaturen von 40 bis 42 Grad um sehr hohes. Bereits bei Temperaturen von 40 Grad kann dies tödlich werden. Nicht selten versagt dann der Kreislauf. Gerade bei Babys und Kleinkindern ist Sorgfalt geboten: Steigt die Temperatur über 38,5 Grad an, können bei ihnen Fieberkrämpfe auftreten.

Messung variiert um bis zu zwei Grad

Doch was helfen die Temperaturangaben ohne genaue Messung? Je nach Körperregion weichen die Werte erheblich voneinander ab. So kann die Temperatur, zeitgleich in der Achselhöhle, im Mund und im After ermittelt, um bis zu zwei Grad variieren. Mediziner empfehlen daher die Kontrolle im Mund oder im After, die als am sichersten gelten.

Der Messpunkt ist jedoch nicht alles. Wichtig ist das geeignete Messgerät: das Thermometer. Auf dem Markt gibt es elektronische Kontaktthermometer, Ohrthermometer, für die Stirn und aus Glas. Da einige Geräte den Messwert auf die Körperkerntemperatur hochrechnen, ist es ratsam, die Bedienungsanleitung genau zu lesen.

Die präziseste Messung erreicht man mit dem Glasthermometer. Dies ist auch besonders preisgünstig. Nachteil: die Messung dauert Minuten. Schneller funktionieren die Kontaktthermometer, bei denen aber Messfehler auftreten können. Sehr beliebt sind Ohrthermometer, die per Infrarotstrahl sekundenschnell die Temperatur am Trommelfell misst. Nachteil: für Babys sowie bei Mittelohrentzündungen sind sie ungeeignet. Auf alle Fälle sollte bei Fieber die Temperatur regelmäßig kontrolliert werden. Das heißt: alle 30 Minuten. Ratsam ist die Werte zu notieren. Denn im Notfall könnte diese sogenannte Fieberkurve dem Arzt weiterhelfen.

Wer muss sofort zum Arzt?

Grundsätzlich gilt, dass Kleinkinder und Babys bei Fieber unter ärztliche Aufsicht gehören. Erwachsene sollten den Doktor aufsuchen, wenn die innere Hitze mehr als einen Tag lang andauert. Oder wenn der Patient vor der Erkrankung im Ausland unterwegs war, gilt es abzuklären, ob es sich nicht um Malaria, Dengue-Fieber, Ebola-Fieber oder eine andere Tropenkrankheit handelt. Ebenso unter ärztliche Beratung gehören Rheuma-Patienten und Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen.

Wie kann man das Fieber selbst stoppen?

Das aller Wichtigste: Bettruhe. Wer sich mit einer starken Erkältung oder einem grippalen Infekt ins Bett legt und gut zudeckt, macht instinktiv alles richtig. Wer bei Fieber hingegen weiterhin arbeitet, verzögert den Heilungsprozess. Viele Erwachsene neigen dazu, die innere Hitze mit Tabletten wegzuschlucken. Geeignet sind etwa Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen, die zudem Kopf- und Gelenkschmerzen als Begleiterscheinungen des Fiebers lindern. Bei Kindern werden oft Zäpfchen und Säfte verabreicht. Auch hier gilt: Mit dem Arzt abklären.

Doch es muss nicht immer die medizinische Keule sein: Als altes Hausmittel und Omis Geheimtipp hat sich der kalte Wadenwickel bewährt. Ein Handtuch in kaltes Wasser legen und nur mäßig ausgedrückt dann um die Wade wickeln. Dabei mit einem trockenen Tuch isolieren und so lange darauf lassen, bis das feuchte Innentuch Körperwärme angenommen hat. Danach das Ganze erneuern. Wichtig: Die Wickel nur anwenden, wenn die Beine sich warm anfühlen.

Eine Abweichung davon sind nasse Strümpfe: Dabei werden Baumwollsocken in kaltes Wasser gelegt, danach ausgedrückt und angezogen. Trockene Strümpfe darüber und es funktioniert genauso wie bei den Wickeln. Ebenso bewährt ist das absteigende VollbadFüllen Sie die Badewanne mit Wasser, das nur knapp unter Körpertemperatur warm sein sollte. Ab in die Wanne und lassen Sie langsam kaltes Wasser zulaufen, so dass die Temperatur innerhalb von zehn bis 15  Minuten auf 25 Grad gesenkt wird. Reiben Sie den Körper dabei ab. Danach ab ins vorgewämrte Bett. .

Der Heilungsprozess kann zusätzlich durch schweißtreibende Tees begünstigt werden. Empfehlenswert: Aufgüsse aus Linden- und Fliederblüten, Hollunder, Kamille oder Hagebutte. Auch eine Hühner- oder Gemüsebrühe wirkt wahre Wunder. Insgesamt gilt: Bei Fieber viel trinken, mindestens drei Liter pro Tag.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

/news.de

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