Verkehr: Umsatz für Fahrradwirtschaft weiter gesunken
E-Bikes werden günstiger, Werkstätten für den Handel wichtiger: Die Fahrradwirtschaft setzt nach einem schwachen Jahr 2025 auf neue Chancen und stabile Nachfrage.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die deutsche Fahrradwirtschaft schöpft nach einem weiteren Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr langsam Hoffnung auf bessere Geschäfte. Erlöse von 5,85 Milliarden Euro bedeuteten 2025 einen erneuten Rückgang vom Vorjahr um 7,7 Prozent und das schwächste Umsatzergebnis seit Ausbruch der Corona-Pandemie, wie die Verbände von Industrie und Fachhandel berichten.
Die Stückzahl der verkauften Räder ging dabei aber nur leicht von 3,9 auf 3,8 Millionen zurück. Vor allem bei E-Bikes konnten die Kunden von hohen Rabatten profitieren: Hier sank der Durchschnittspreis um 3,8 Prozent auf 2.550 Euro. Herkömmliche Fahrräder kosteten wie im Vorjahr im Schnitt 500 Euro. Hier stützte der sportliche Trend zu hochwertigen Renn- und Gravelrädern den Schnitt. Die Händler sahen sich in nahezu allen Preissegmenten zu hohen Rabatten gezwungen.
Die nach Corona sprunghaft aufgebauten Lagerbestände sollen bis Ende 2026 weitgehend abverkauft sein. Immer noch liegt der Umsatz deutlich über dem Niveau vor der Pandemie (2019: 4,0 Mrd Euro). Die Fahrradbranche pendele sich auf einem stabilen Niveau ein, erklärt der Geschäftsführer des Zweiradindustrieverbands ZVI, Burkhard Stork. "Die Nachfrage nach Fahrrädern ist weniger konjunkturabhängig als oft angenommen. Insgesamt bleibt die
Fahrradwirtschaft ein verlässlicher Garant für langfristige Wertschöpfung."
Fachhandel verdient mehr beim Service
Gut zwei Drittel der Fahrräder werden über den stationären Fachhandel abgesetzt, weitere 24 Prozent kommen über spezialisierte Online-Händler. Der Verbund Service und Fahrrad (VSF) setzt vor allem Hoffnungen auf ein stärkeres Werkstattgeschäft. Bereits 2025 hätten die Teilnehmer einer Verbandsumfrage von Umsatzsteigerungen um 13,5 Prozent in diesem Segment berichtet. Die große Mehrheit plane einen Ausbau der Service-Leistungen.
In den VSF-Betrieben werden wesentlich höhere Durchschnittspreise pro Rad erzielt. Ein wesentlicher Treiber ist dabei das Dienstradleasing mit einem Umsatzanteil von knapp 42 Prozent. Mit Zuschüssen von Arbeitgebern und Abgabevorteilen greifen die Kunden häufig zu besonders teuren, gut ausgestatteten Rädern. Die Zahl der neu geleasten Diensträder war 2025 aber mit 720.000 Stück rückläufig, berichtet der Verband "Zukunft Fahrrad". Nach dessen Einschätzung nutzen erst elf Prozent der rund 22,6 Millionen Leasing-berechtigten Menschen die Möglichkeiten.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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