Automobilindustrie: Wie der Mercedes-Vans-Chef den Absatz wieder steigern will
Die Mercedes-Vans hatten zuletzt - wie die Pkw - mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen. Sparten-Chef Thomas Klein hat die Strategie nachgeschärft. So will er wieder in alte Sphären vorstoßen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Mit einem noch stärkeren Fokus auf Kunden wie Handwerker, Spediteure oder Lieferdienste will die Vans-Sparte von Mercedes-Benz nach zuletzt rückläufigen Geschäftszahlen wieder wachsen. "Wir haben die Strategie im vergangenen Jahr nachgeschärft und rücken die gewerblichen Kunden hier noch stärker in den Mittelpunkt", sagte Vans-Chef Thomas Klein der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.
Die Vans-Sparte hatte 2023 mit 447.800 Einheiten einen Absatzrekord erzielt. 2024 und 2025 sank der Absatz wieder. 2025 lag er noch bei 359.136 Einheiten. Für dieses Jahr rechnet der Konzern wieder mit einem leichten Plus. Mittelfristig wolle die Sparte auch wieder in Sphären vorstoßen, die sie bereits hatte, sagte Klein, ohne den Zeitraum konkret zu benennen.
Gewerbliche Kunden im Zentrum der Strategie
Gewerbliche Kunden machen Klein zufolge etwa 80 Prozent des Geschäfts aus, bekannt sind hier etwa Fahrzeuge wie der Sprinter oder Vito. 20 Prozent seien private Kunden, die zum Beispiel die V-Klasse mit bis zu acht Sitzen oder die Reisemobil-Variante Marco Polo fahren. Angesichts ihrer Bedeutung sei es aber richtig, den gewerblichen Kunden noch mehr Raum einzuräumen.
"Wir werden den gewerblichen Kunden noch stärker, noch intensiver und noch besser betreuen als wir das ohnehin schon tun", sagte Klein, der die Sparte seit einem Jahr leitet. So wolle Mercedes den gewerblichen Kunden etwa beim Umstieg auf die E-Mobilität stärker unter die Arme greifen und zum Beispiel auch Lösungen zum Laden im Depot anbieten.
Elektro-Anteil bei rund acht Prozent
Rund acht Prozent der im vergangenen Jahr abgesetzten Vans waren vollelektrisch. Etwas weniger als bei den Pkw (9,3 Prozent). Gewerbliche Kunden hätten ganz andere Anforderungsprofile an die Antriebsform als private Kunden, sagte Klein. Die Vans-Sparte biete sowohl vollelektrische Fahrzeuge als auch Verbrennerfahrzeuge, und die Kunden bestimmten im Wesentlichen das Tempo der Transformation.
"Die Zahlen, die wir im letzten Jahr abgeliefert haben, sind aus meiner Sicht wirklich gut", sagte Klein. Klein verwies in diesem Zusammenhang auf eine immer noch zweistellige bereinigte Umsatzrendite in Höhe von 10,2 Prozent. Allerdings hatte diese 2024 noch bei 14,6 Prozent gelegt.
Der Umsatz war jedoch 2025 um elf Prozent gesunken und das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als die Hälfte eingebrochen. Beim Mercedes-Konzern insgesamt war der Gewinn 2025 um die Hälfte im Vergleich zum bereits bescheidenen Vorjahr eingebrochen.
Neues Fahrzeug vorgestellt
Beim Aufpolieren der Geschäftszahlen soll künftig auch der neue elektrische VLE helfen, den Mercedes am Dienstagabend in Stuttgart vorgestellt hat. Der VLE sei das erste Fahrzeug auf Basis einer neu entwickelten Van-Architektur, hieß es laut Mitteilung. Das Fahrzeug biete Sitzplätze für bis zu acht Personen. Das Angebot eigne sich für Familien und in ihrer Freizeit aktive Kundinnen und Kunden, aber auch für exklusive Shuttles.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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