Endlich günstiger: Diese Führerschein-Reformen sind jetzt in Planung
Rücken jetzt langersehnte Reformen für den Führerschein in Sicht? Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will den Führerschein nicht nur deutlich günstiger machen, sondern auch einfacher. Was Sie wissen müssen.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Der Führerschein soll endlich wieder günstiger werden
- Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder legt Reformpläne vor
- Der TÜV kritisiert einige der Maßnahmen zur Erleichterung der Prüfungen
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Lange vor allem junge Menschen auf diese Nachricht gewartet: Der Führerschein soll endlich billiger werden - und vor allem einfacher. Das hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Mittwoch angekündigt. Längst überfällig, so der breite Konsens. Doch längst nicht jeder ist von den Reformplänen des Ministers begeistert - und das nicht ganz ohne Grund. Welche Änderungen kommen sollen, verraten wir Ihnen hier.
Durchfallquoten beim Führerschein bleiben beständig hoch
Noch immer sind die Durchfallquoten bei den Prüfungen für den Führerschein erschreckend hoch: Etwa 44 Prozent scheitern laut einem neuen TÜV-Report an der Theorieprüfung, 37 Prozent fallen beim Praxistest durch. Dieser Trend zieht sich schon seit längerem durch. 2024 lag die Durchfallquote sogar bei 45 Prozent in der Theorie und 37 Prozent in der Praxis (Erst- und Wiederholungsprüfungen zusammengerechnet).
Digitaler Theorieunterricht soll Preise senken
Damit ist klar: An der Ausbildung muss sich einiges ändern - nur wie, darüber lässt sich noch streiten. Auslöser für die aktuelle Debatte sind die neuen Pläne des Verkehrsministers Patrick Schnieder - diese beinhalten weitreichende Reformen. Zu den Änderungen gehört laut "Bild" unter anderem auch die Möglichkeit für Fahrschulen, den Theorieunterricht digital durchzuführen.
Die Idee dahinter ist simpel: Die Fahrschulen benötigen keine großen Räume mehr und können entsprechend bei der Miete sparen, was sich verzögert dann auch auf die Preise für die theoretische Ausbildung auswirken könnte. Zudem soll der Fragenkatalog für die Klasse B um knapp 30 Prozent auf gut 840 Fragen verkürzt werden - aktuell sind es noch 1.169 Fragen. Damit könnten die Prüfungen für Fahrschüler deutlich leichter werden.
"Laienausbildung" soll für Fahrschüler kommen
Die größte Neuerung, die Schnieders Pläne mit sich bringen, ist eine sogenannte "Experimentierzeit" von fünf Jahren. Konkret bedeutet das, dass ein Teil der praktischen Fahrstunden der Klasse B von privaten Personen, die dem Fahrschüler nahe stehen - beispielsweise die Eltern oder ältere Geschwister - durchgeführt werden kann.
Das Modell orientiert sich an der "Laienausbildung", die es auch im Nachbarland Österreich bereits gibt. Wie Fahrschulautos sollen dann auch die privaten Autos mit "Anfänger"-Schildern gekennzeichnet werden: Dazu sollen eine blaue Tafel, beschriftet mit einem weißem "L", sowie eine Tafel mit der Aufschrift "Übungsfahrt" am Fahrzeug angebracht werden.
Zuvor müssen Fahrschüler allerdings die theoretische Prüfung bestanden und sechs Fahrstunden bei einem Fahrlehrer absolviert haben. Die Laienausbildung erlaubt bis zu 1.000 Kilometer in Begleitung, danach erneute sechs Fahrstunden mit einem Fahrlehrer sowie eine Prüfungsvorbereitungsfahrt.
Weitere Neurungen sind laut Bundesministerium für Verkehr:
- Simulatoren sollen bei allen Fahrerlaubnisklassen erlaubt werden - damit sollen teure reale Fahrstunden gespart werden.
- Auch die Anzahl der Sonderfahrten wird um jeweils eine reduziert
- Dauer der praktischen Prüfung für Führerscheinklassen A und B wird von 55 auf 40 Minuten verkürzt
- Fahrschulen müssen ihre Preise dem Bundesverkehrsministerium melden - dieses stellt Preisvergleichsportalen die Daten zur Verfügung
- Die Ausbildung zum Fahrlehrer soll vereinfacht werden - das soll dem Fahrlehrermangel entgegenwirken
TÜV bewertet einige Maßnahmen als problematisch
Für Fahrschüler könnte mit den Reformen ein Traum wahr werden - doch der TÜV sieht die Maßnahmen etwas kritischer. "Wenn theoretische Inhalte ohne klare Kriterien pauschal gekürzt werden, besteht die Gefahr, dass wichtiges Wissen für sicheres Fahren verloren geht", erklärt Richard Goebelt, Fahrbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband im TÜV-Report.
Der Sicherheitsexperte betont, dass die Sicherung dauerhafter Verkehrssicherheit im Vordergrund stehen sollte und warnt vor einer "Fahrprüfung light". Für eine erfolgreiche Reform sei es demnach entscheidend, die Kosten nur bei gleichbleibenden Prüfungsstandards zu senken, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
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