Automobilindustrie: Studie: E-Fuels keine Alternative zum Verbrenner-Aus

Teuer, ineffizient, nicht ausreichend verfügbar: E-Fuels sind laut einer Übersichtsarbeit für Pkw ungeeignet. Die Studie zeigt jedoch Alternativen auf – und wo E-Fuels wirklich gebraucht werden.

Erstellt von - Uhr

Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. (Foto) Suche
Der Monat Mai 2026 bringt eine Reihe von Gesetzesänderungen und neuen Gesetzen mit sich, unter anderem zu Entlastungen für Autofahrer, steuerfreien Prämien und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. Bild: Adobe Stock / Kadmy

Eine aktuelle Metastudie stellt die Verwendung von E-Fuels in Pkw infrage. Die Studie der Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland zeigt: E-Fuels seien wegen hoher Kosten, schlechter Verfügbarkeit und ineffizienter Nutzung keine tragfähige Alternative zum geplanten Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Die Klima-Allianz fordert, den Fokus auf E-Autos und den öffentlichen Nahverkehr zu richten.

Auch Daten von ADAC, BMUV und Fraunhofer-Institut

Weitere aktuelle News im Ressort "Wirtschaft":

Eine Metastudie ist eine systematische Übersichtsarbeit über alles verfügbare Wissen eines Bereichs. Das FÖS hat hierfür unter anderem Erkenntnisse des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), des Bundesministeriums für Umwelt (BMUV), des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) und der Internationalen Energieagentur (IEA) zusammengeführt.

E-Fuels im Pkw-Bereich seien "Fata Morgana"

Laut der Metastudie werden selbst bei hohen staatlichen Subventionen bis 2035 keine ausreichenden Mengen an E-Fuels verfügbar sein, um die Klimaziele zu erreichen. Bis 2045 dürfte der Pkw-Bestand in Europa demnach nahezu vollständig elektrifiziert sein, während Fahrzeuge mit E-Fuels nur eine marginale Rolle spielen werden.

"Die Metastudie belegt: Wer das europäische Verbrenner-Aus infrage stellt, führt Autokäufer in die Irre", sagt Stefanie Langkamp, Geschäftsleiterin Politik der Klima-Allianz. E-Fuels im Pkw-Bereich seien eine "Fata Morgana" und keine Alternative zu E-Autos.

E-Fuels in Luft- und Schiffsverkehr "unverzichtbar"

Laut der Metastudie könnten 150 Windkraftanlagen an Land 240.000 E-Autos mit Strom versorgen, aber nur 37.500 Verbrenner mit E-Fuels. "Mit derselben Strommenge könnten also mehr als sechsmal so viele Fahrzeuge elektrisch betrieben werden", erklärt Matthias Runkel, Leiter Verkehrs- und Finanzpolitik beim FÖS und Autor der Studie.

E-Autos sind laut Runkel auch wesentlich klimafreundlicher, denn "betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, verursachen E-Autos 40 bis 50 Prozent weniger CO2-Emissionen als mit E-Fuels betriebene Autos". Die knappen E-Fuel-Ressourcen sollten laut den Experten vielmehr für schwer elektrifizierbare Sektoren wie den Luft- und Schiffsverkehr genutzt werden, denn dort seien sie "unverzichtbar".

Union und FDP befürworten E-Fuels für Pkw

Die EU hatte beschlossen, dass ab 2035 nur noch Neuwagen zugelassen werden sollen, die im Betrieb kein klimaschädliches CO2 ausstoßen. Zuletzt wollte aber unter anderem das Mitte-Rechts-Bündnis EVP das sogenannte Verbrenner-Aus rückgängig machen. Die damalige Bundesregierung hatte sich auf Drängen der FDP dafür eingesetzt, dass es Ausnahmen für sogenannte E-Fuels geben soll.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, YouTube und WhatsApp? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos und den direkten Draht zur Redaktion.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.