Alles wegen Donald Trump?: Prinz Harry schweigsam wie nie - steckt der US-Präsident dahinter?
Donald Trump nennt die USA seit mehr als sechs Jahren seine neue Heimat, doch öffentliches Lob für die Vereinigten Staaten hört man vom Königssohn seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus nicht mehr. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Suzanne Plunkett
Erstellt von Claudia Löwe
11.06.2026 13.00
- Prinz Harry ungewohnt schweigsam - steckt Donald Trump dahinter?
- Königssohn verliert kein Wort des Lobes mehr über Wahlheimat USA
- Das Blatt hat sich gewendet: Prinz Harry hat kein Interesse mehr an einer US-Staatsbürgerschaft
Seit gut sechs Jahren nennt Prinz Harry die Vereinigten Staaten von Amerika seine Wahlheimat, doch die anfängliche Euphorie, mit der der Königssohn über die USA sprach, scheint längst verflogen. Ist der Herzog von Sussex seiner Wahlheimat überdrüssig - oder spielt ein gewisser Donald Trump eine Rolle bei Harrys nachlassender Begeisterung?
Prinz Harry lebt seit Jahren in den USA, doch die Euphorie scheint verflogen
Wer sich Prinz Harrys Verlautbarungen über die USA im Laufe der vergangenen Jahre genauer anschaut, kommt nicht umhin festzustellen, dass sich sein Tonfall seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im November 2024 merklich verändert hat. Der Herzog von Sussex hat seit dem Regierungswechsel keine positiven Worte mehr für Amerika gefunden, wie auch "Newsweek" bilanziert.
Prinz Harry will kein US-Bürger mehr werden - liegt es an Donald Trump?
Dabei klang das früher ganz anders. Noch im April 2022 schwärmte der jüngere Sohn von König Charles III. im Interview mit dem Sender Today: "Zuhause ist für mich jetzt, vorerst, in den Staaten. Und es fühlt sich auch wirklich so an. Wir wurden mit offenen Armen empfangen." Auch im Februar 2024 bezeichnete er sein Leben in den USA als "fantastisch" und betonte, er liebe "jeden einzelnen Tag". Von einer möglichen US-Staatsbürgerschaft, die er damals noch in Erwägung zog, ist inzwischen keine Rede mehr. Stattdessen erklärte Harry 2025, er habe keine Pläne, amerikanischer Staatsbürger zu werden.
Prinz Harry sprühte vor Begeisterung über die USA - nun hat sich das Blatt gewendet
In seinen Memoiren "Spare", die im Jahr 2023 die Royals-Welt aufwirbelten, beschrieb Prinz Harry vor Begeisterung sprühend seine Faszination für die amerikanische Mentalität. Bei einem Besuch im Januar 2016 – noch vor seiner Begegnung mit seiner heutigen Ehefrau Meghan Markle – habe er die Direktheit der Amerikaner schätzen gelernt. "Ich mag diese Amerikaner. Ich mag sie sehr", schrieb er über jene Zeit.
Der Königssohn erklärte, man habe ihn als Kind stets vor Amerikanern gewarnt: zu laut, zu reich, zu glücklich, zu selbstbewusst seien die US-Bürger und damit ganz anders als die als reserviert geltenden Briten. Doch genau diese Offenheit gefiel ihm. Die Amerikaner redeten nicht um den heißen Brei herum, sondern sagten, was sie dachten – "wie ein Nieser", wie er es formulierte. Das empfand er als wohltuenden Kontrast zur emotionalen Zurückhaltung, die er in Großbritannien erlebt hatte, besonders nach dem Tod seiner Mutter Prinzessin Diana 1997.
Kritik statt Lobeshymnen: Prinz Harrys Einstellung zu den USA hat sich geändert
Statt Lobeshymnen auf seine neue Heimat äußert sich Prinz Harry inzwischen für ein Mitglied des britischen Königshauses ungewohnt kritisch zur amerikanischen Außenpolitik. Beim Kyiv Security Forum im April 2026 forderte er die USA auf, ihre Verpflichtungen gegenüber der Ukraine einzuhalten. Amerika trage eine besondere Verantwortung, da es Teil der Sicherheitsgarantien war, als die Ukraine ihre Atomwaffen aufgab.
"Dies ist ein Moment für amerikanische Führung – ein Moment für Amerika zu zeigen, dass es seine internationalen Vertragsverpflichtungen einhalten kann – nicht aus Wohltätigkeit, sondern aufgrund seiner dauerhaften Rolle für globale Sicherheit und strategische Stabilität", erklärte der Prinz. Ohne US-Präsident Trump namentlich zu nennen, spielte der Herzog von Sussex offenbar auf den berüchtigten Eklat im Oval Office an, bei dem der Präsident den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj scharf kritisiert hatte. Harrys Botschaft: "Respekt. Die Ukraine hat sich den Respekt der Welt verdient."
Plötzlich schwärmt Prinz Harry wieder von Großbritannien - im Palast wird man hellhörig
Während Harry Amerika zunehmend kritisch betrachtet, klingen seine Äußerungen über Großbritannien deutlich wärmer. In einem Essay über britische Identität vom November 2025 schrieb er: "Obwohl ich derzeit in den Vereinigten Staaten lebe, ist Großbritannien das Land, dem ich stolz gedient habe und für das ich gekämpft habe, und wird es immer sein." Der Prinz schwärmte darüber hinaus von typisch britischen Traditionen: "Der Humor in der Kaserne, im Clubhaus, im Pub, auf den Tribünen – so lächerlich es klingt, das sind die Dinge, die uns zu Briten machen. Ich entschuldige mich nicht dafür. Ich liebe es." Besonders das Wörtchen "derzeit" sorgte für Aufsehen. "Cosmopolitan" titelte damals, königliche Berater würden wegen Harrys Wortwahl "schwitzen". Kommentatoren spekulieren seitdem, ob der Herzog möglicherweise mehr Zeit in seiner Heimat verbringen möchte.
Prinz Harry kommt zu den "Invictus Games" nach Hause - wird es ein Testlauf für die royale Rückkehr?
In diesem Sommer wird sich zeigen, wie es um Prinz Harrys Verhältnis zu Großbritannien tatsächlich bestellt ist. Der Prinz plant einen Besuch in seiner Heimat, um für die "Invictus Games" 2027 in Birmingham zu werben – ein Jahr, bevor das Sportereignis für kriegsversehrte Veteranen stattfindet. Doch selbst wenn Harry tatsächlich eine Rückkehr anstrebt, steht ihm ein erhebliches Hindernis im Weg. Der Herzog hat wiederholt erklärt, dass er Großbritannien für sich und seine Familie nicht als sicher betrachtet, solange ihm kein Polizeischutz durch die Metropolitan Police gewährt wird. Bislang gibt es keine Anzeichen, dass dieser Forderung entsprochen wird.
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