Tote US-Soldaten im Iran-Krieg: Donald Trump gerät am Wendepunkt in arge Bedrängnis
Donald Trumps Iran-Krieg sorgt nicht nur in der US-Bevölkerung, sondern auch bei Trumps republikanischen Parteikollegen zunehmend für Unmut - ein Umstand, der dem US--Präsidenten bei den Zwischenwahlen das Genick brechen könnte. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Claudia Löwe
22.07.2026 12.01
- Donald Trump drohen einschneidende Folgen wegen Todesopfern in US-Armee
- 17 US-Soldaten in Trumps Iran-Krieg getötet - Republikaner wenden sich gegen "The Don"
- Donald Trump droht Debakel bei Zwischenwahlen im November 2026
Ganz nach dem Vorbild von Wladimir Putin, der seine im Februar 2022 begonnene "militärische Spezialoperation" in der Ukraine binnen weniger Tage zu beenden gedachte, zog auch Donald Trump Ende Februar 2026 in den Iran-Krieg - und scheiterte mit seinem Vorhaben, das Mullah-Regime im Handumdrehen auszulöschen, ebenso eklatant wie der Kreml-Chef.
Donald Trump scheitert mit Kriegsplan im Iran - immer mehr US-Soldaten sterben
Seit 21 Wochen tobt Trumps Iran-Krieg bereits, ohne dass die Mitte Juni vereinbarte Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran oder die im April ausgerufene Waffenruhe den Konflikt dauerhaft befriedet hätten. Stattdessen nimmt die Intensität der US-Bombardierungen zu - und Donald Trumps Streitkräfte verlieren immer mehr Soldatinnen und Soldaten.
Iran-Krieg eskaliert weiter - Särge mit Gefallenen kehren in die USA zurück
Bei der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg kamen in den vergangenen Tagen drei weitere amerikanische Soldaten ums Leben – zwei davon in Jordanien, einer im Nordirak. Ein vierter Soldat wird noch vermisst, seine sterblichen Überreste konnten bislang nicht identifiziert werden. Damit ist die Gesamtzahl der im Iran-Konflikt getöteten US-Militärangehörigen auf 17 gestiegen.
Die bedrückende Kehrseite der Medaille: Immer häufiger werden flaggenbedeckte Särge auf der Dover Air Force Base in Delaware von Kameraden der Gefallenen nach ihrer Heimkehr in die USA über das Rollfeld getragen. Doch mit jedem weiteren Sarg, der in Delaware eintrifft, verschärft sich der politische Druck auf Donald Trump – und das nicht nur aus der US-amerikanischen Bevölkerung, sondern zunehmend auch aus den eigenen Reihen des Republikaners.
Isabella Gonzales, Tyler James Feehan, Nicole Amor: Diese Schicksale könnten Trump das Genick brechen
Hinter den Todeszahlen stehen bewegende Einzelschicksale, die Donald Trump kurz vor einem Wendepunkt Kopf und Kragen kosten könnten. Die Gefreite Isabella Gonzales aus Carrollton in Texas beispielsweise wurde nur 19 Jahre alt, wie die "Bild" zusammenfasst. Sie gehörte dem 10. Kommando für Luft- und Raketenabwehr an und war vor Kriegsbeginn auf dem US-Stützpunkt im bayerischen Ansbach eingesetzt. Am 17. Juli tötete sie ein iranischer Raketen- und Drohnenangriff auf die Muwaffaq Salti Air Base in Jordanien. Ihr Kamerad Tyler James Feehan (25) aus Hawaii kam ebenfalls ums Leben.
Besonders erschütternd ist indes die Geschichte der Reservistin Nicole Amor (39) aus Minnesota. Die zweifache Mutter fiel Anfang März bei einer Drohnenattacke in Kuwait – nur wenige Tage vor ihrer geplanten Heimkehr. Zwei Stunden vor ihrem Tod hatte sie noch mit ihrem Ehemann geschrieben. Auch der 20-jährige Sergeant Declan Joseph Coady aus Iowa überlebte einen Drohnenangriff in Kuwait nicht. Seine Schwester Keira erinnert sich: "Wir wussten alle, was das Klingeln an der Tür bedeutete."
US-Bevölkerung wendet sich gegen Donald Trump und seinen Iran-Krieg
Donald Trump reagierte auf die jüngsten Verluste mit Betroffenheit: "Es ist eine sehr traurige Sache. Es geschah im Dienst für unser Land." Gleichzeitig bekräftigte er seine zentrale Rechtfertigung für den Militäreinsatz: "Wir werden niemals zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt!"
Doch diese Argumentation verfängt bei der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr. Einer Erhebung von "Economist/YouGov" zufolge bewerten 57 Prozent der US-Bürger den bewaffneten Konflikt als "falsche Entscheidung". Der US-Politik-Experte Jonathan Cristol sieht dafür mehrere Ursachen: Der Präsident habe zunächst unterschiedliche Begründungen für den Krieg geliefert und sei dann zwischen diplomatischen Initiativen und drastischen Drohungen hin- und hergeschwankt. Eine erkennbare Strategie zur Beendigung des Konflikts fehle, so Cristol gegenüber "Bild". Zusätzlich heizten steigende Spritpreise die Unzufriedenheit an.
Donald Trump droht Republikaner-Aufstand wegen eskalierendem Iran-Krieg
Der Gegenwind kommt jedoch längst nicht mehr nur von den Demokraten. Politologe Scott Erb beobachtet eine wachsende Kluft innerhalb der Regierungspartei: "Der Druck auf Präsident Trump wächst, weil immer mehr Republikaner den Krieg kritischer sehen als zuvor", erklärte er gegenüber "Bild". Neben der steigenden Opferzahl treibt die Partei eine weitere Sorge um: Die Vereinigten Staaten verbrauchen ihre Bestände an Raketen und Munition in bedrohlichem Tempo. Diese Frage der militärischen Ressourcen verschärft die innerparteiliche Debatte zusätzlich – insbesondere mit Blick auf andere sicherheitspolitische Verpflichtungen der USA.
Für viele republikanische Abgeordnete wird der Irankrieg damit wenige Monate vor den Kongresswahlen im November zur politischen Belastung. Die Stimmung in den Wahlkreisen kippt, und kaum ein Kandidat möchte mit einem unpopulären Militäreinsatz in den Wahlkampf ziehen.
Donald Trump rennt die Zeit davon - US-Präsident steckt vor Zwischenwahlen in der Klemme
Cristol betonte, der Irankrieg sei von Beginn an auf breite Ablehnung gestoßen: "Berichte über getötete amerikanische Soldaten werden die Ablehnung in der Bevölkerung weiter verstärken!" Jeder neue Sarg auf dem Rollfeld von Dover untergräbt damit Trumps Narrativ, die Verhinderung einer iranischen Atombombe rechtfertige den militärischen Einsatz.
Laut Politologe Erb steckt der Präsident in einer Zwickmühle: Angesichts der im November anstehenden Zwischenwahlen benötige Trump schnellstmöglich "entweder einen klaren Sieg oder eine Vereinbarung". Beides ist derzeit nicht in Sicht. Ohne greifbares Ergebnis droht der Konflikt zur Hypothek für die gesamte republikanische Partei zu werden. Donald Trumps Uhr tickt also schneller denn je – und mit 17 gefallenen Soldaten, einer mehrheitlich kriegsmüden Bevölkerung und wachsendem Widerstand in den eigenen Reihen wird Trumps Handlungsspielraum von Woche zu Woche enger.
Weitere Beiträge rund um Donald Trump finden Sie hier:
- Geschmackloser Todes-Vergleich bringt "Friedenspräsident" Trump in Teufels Küche
- US-Präsident "halluziniert live im Fernsehen"
- "Mir geht's nicht gut..." Donald Trump löst mit offenen Worten Wirbel aus
- "Ich will nicht darüber reden!" Mitten im Interview zeigt Trump sein wahres Gesicht
- "Ich bin die Nummer 1!" US-Präsident macht sich mit wirrer Behauptung zum Gespött