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Donald Trump und sein Iran-Deal: In diesem Moment begriff der US-Präsident sein Scheitern

Dass seine mit dem Iran geschlossene Absichtserklärung gescheitert ist, soll Donald Trump unmittelbar vor der Abreise zum Nato-Gipfel begriffen haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool EPA | Filip Singer

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Nur 21 Tage nach der feierlichen Unterzeichnung im Schloss von Versailles ist die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran gescheitert. US-Präsident Donald Trump ordnete in zwei aufeinanderfolgenden Nächten Luftschläge auf rund 170 iranische Ziele an, Auslöser waren erneute Angriffe des iranischen Militärs auf Öl- und Gastanker in der Straße von Hormus. Das Mullah-Regime hatte die Schiffe mit Raketen und Drohnen attackiert, weil diese eine südliche Route nahe der omanischen Küste nutzten statt entlang der iranischen Gewässer zu fahren.

Iran-Krieg eskaliert erneut nach Donald Trumps wüsten Beschimpfungen

Die Situation eskaliert weiter: Während das US-Militär bombardiert, feuert der Iran in den Golfstaaten Kuwait, Katar und Bahrain um sich. Trump, der die iranische Führung noch vor Wochen als "vernünftige Leute" gelobt hatte, bezeichnete sie nun als "Abschaum" und "irre". Nun steht der Verdacht im Raum, dass Donald Trump der Eskalation selbst den Weg geebnet haben könnte - und zwar mit einer unbedachten Formulierung in dem Rahmenabkommen, das dem Mullah-Regime im Iran in die Hände spielte.

Donald Trump patzt bei Absichtserklärung und spielt Iran-Regime in die Hände

Der fünfte Punkt der 14-Punkte-Absichtserklärung erwies sich als verhängnisvoller Fehler, wie die "Bild" schreibt. Die Unterhändler um Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Krisenbeauftragten Steve Witkoff hatten dem Iran darin eine führende Rolle bei der Öffnung der Straße von Hormus zugestanden. Teheran sollte sichere Durchfahrten gewährleisten, Seeminen räumen und gemeinsam mit dem Oman über die künftige Verwaltung der wichtigen Ölroute verhandeln. Der Haken an der Sache: Die Formulierungen blieben zu vage. Das Mullah-Regime legte sie so aus, als hätte es künftig die vollständige Kontrolle über die Meerenge. Als Schiffe eine Alternativroute im Süden nahe der omanischen Küste nutzten, griff der Iran militärisch ein. Drei Schiffe wurden attackiert – Teheran besteht darauf, dass der gesamte Handelsverkehr unter seiner Aufsicht entlang der iranischen Küste verläuft.

Trumps Iran-Deal zerplatzt wie eine Seifenblase - hier ging dem US-Präsidenten ein Licht auf

Am Abend des 6. Juli bereitete sich Donald Trump auf seinen Abflug zum Nato-Gipfel in der Türkei vor, als Sicherheitsberater ihm von den neuesten Schiffsangriffen berichteten. Im Oval Office anwesend waren Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth – beide gelten als Skeptiker des Abkommens. US-Präsident Trump wollte Berichten des "Wall Street Journal" zufolge von seinen Beratern wissen, ob der Iran es mit einem endgültigen Deal überhaupt ernst meine. Nach Beratungen kam er zu dem Schluss, dass dem nicht so sei. Beobachter vermuten, dass insbesondere Rubio von Anfang an gegen eine Einigung mit den Mullahs war. Auffällig abwesend war Vizepräsident J.D. Vance, der als Architekt und größter Befürworter des Iran-Deals gilt. Beim Nato-Gipfel in Ankara vollzog Trump dann eine rhetorische Kehrtwende: Die Iraner seien "böse, kranke Menschen" und "Abschaum", die Feuerpause sei "vorbei".

Iran-Krieg tobt weiter - Schiffsverkehr in der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen

Die Auswirkungen auf den Seehandel sind dramatisch. Nach Angaben der Marinefirma Kpler sank die Zahl der Durchfahrten durch die Straße von Hormus am 8. Juli von mehreren Dutzend auf lediglich 23 Schiffe. Am Morgen des 9. Juli passierten nur noch zwei Schiffe die strategisch wichtige Meerenge. Zuvor hatte die US-Marine versucht, eine südliche Alternativroute offenzuhalten. Schiffe fuhren dabei mit abgeschalteten AIS-Positionssendern, hielten aber geheimen Funkkontakt zur Navy. Mit dieser Taktik konnten zeitweise bis zu 9,5 Millionen Barrel Öl täglich transportiert werden – fast die Hälfte der früheren Menge. Doch genau diese Umgehungsroute nahe der omanischen Küste brachte Teheran in Rage und führte zu den Angriffen. Jetzt ist auch dieser Weg wieder praktisch blockiert.

Iran-Krieg erneut aufgeflammt - Ölpreis könnte auf 120 Dollar explodieren

Hält die Blockade der Straße von Hormus länger an, drohen massive wirtschaftliche Folgen. Öl-Experte Andrew Lipow warnt gegenüber "Bild": "Benzin, Diesel, Kerosin, alles würde teurer, auch in Europa!" Der Ölpreis könnte auf bis zu 120 Dollar pro Barrel steigen. Für Trump würde ein solcher Preisanstieg den innenpolitischen Druck erheblich verschärfen. Doch eine rasche Lösung des Konflikts zeichnet sich nicht ab. Beide Seiten befänden sich "auf verschiedenen Planeten", zitierte das "Wall Street Journal" US-Diplomaten. Die Positionen sind indes unvereinbar: Teheran fordert Kontrolle über die Meerenge und will Gebühren erheben. Die USA und ihre Verbündeten am Golf bestehen hingegen auf freier Durchfahrt – so wie es vor Kriegsbeginn der Fall war.

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/news.de/stg

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