Donald Trump: Geschmackloser Todes-Vergleich bringt den "Friedenspräsident" in Teufels Küche
Dass sich Donald Trump mit der Zahl der US-Soldaten, die in seinem Iran-Krieg ihr Leben ließen, in einem geschmacklosen Vergleich brüstet, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Bild: picture alliance/dpa/Pool AFP | Saul Loeb
Erstellt von Claudia Löwe
22.07.2026 09.39
- Donald Trump schürt Empörung mit geschmacklosem Todesopfer-Vergleich
- US-Präsident brüstet sich mit 18 toten Soldaten im Iran-Krieg
- Donald Trump bricht "Friedenspräsident"-Wahlversprechen und beginnt Endlos-Krieg
Die Vorlieben von Donald Trump in wenigen Punkten zusammenzufassen, ist kein Kunststück: Der US-Präsident liebt nicht nur hochfrequent abgesetzte Polter-Posts auf seiner Plattform "Truth Social", sondern vor allem Eigenlob, für das bisweilen notdürftig hingebogene Fakten als Belege herhalten müssen. So sicher wie das Amen in der Kirche ist jedoch: Sobald Donald Trump die vermeintlichen Errungenschaften seiner Präsidentschaft überbordend lobt, ist eine massive Welle vernichtender und bloßstellender Kritik nicht weit.
Donald Trump schürt Empörung mit Todesopfer-Vergleich zum Iran-Krieg
So geschehen auch Ende Juli 2026, als der US-Präsident abermals mit bei Truth Social abgesetzten Beiträgen für maximale Empörung sorgte. In eine Post vom 21. Juli stellte der 80-jährige Republikaner die Opferzahlen des Iran-Konflikts in eine ebenso nüchterne wie geschmacklose Statistik neben die Gefallenen vergangener US-Kriege – vom Koreakrieg über Vietnam bis Afghanistan.
Makabre Rangliste: So viele Todesopfer gehen auf Donald Trumps Konto
Sein Post liest sich wie eine makabre Rangliste: "Afghanistan-Krieg: 20 Jahre, 2.000 Tote. Irak-Krieg: 9 Jahre, 4.600 Tote. Vietnam-Krieg: 19 Jahre und 5 Monate, 58.220 Tote. Korea-Krieg: 3 Jahre und 1 Monat, 36.574 Tote", fasste Donald Trump die US-Kriege zusammen, die in die Amtszeiten früherer Präsidenten fallen. Im direkten Vergleich brüstete sich Donald Trump daraufhin mit "seinen" zwei Kriegen: "Venezuela-Krieg: 1 Tag, 0 Tote. Militärkonflikt im Iran: 4 Monate, 18 Tote."
Bei Putin geklaut? Donald Trump spricht vom Iran-Krieg als "militärische Auseinandersetzung"
Besonders ins Auge sticht dabei, dass Donald Trump nicht vom Iran-Krieg, sondern einer militärischen Auseinandersetzung spricht. Die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro im Januar hingegen nannte er wiederum unverhohlen "Krieg". Ob sich Donald Trump von Wladimir Putin inspirieren ließ? Die Wortwahl des US-Präsidenten erinnert immerhin frappant an die Bezeichnung "Spezielle Militäroperation", die der Kreml-Chef für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu nutzen pflegt.
Mindestens 18 US-Soldaten in Trumps Iran-Krieg getötet
Am vergangenen Wochenende kamen drei US-Soldaten bei iranischen Angriffen auf amerikanische Militärstützpunkte in Jordanien und im Irak ums Leben, wie "The Daily Beast" zusammenfasst. Unter den Getöteten befanden sich die erst 19-jährige Gefreite Isabella Gonzales aus Carrollton, Texas, sowie der 25-jährige Oberleutnant Tyler James Feehan aus Ewa Beach, Hawaii. Im Irak starb der 30-jährige Sergeant Michael Emmanuel Swinton aus Fayetteville, North Carolina. Ein weiterer Soldat gilt als vermisst.
Zu den schweren Angriffen im Iran kam es, nachdem Verhandlungen zwischen Washington und Teheran gescheitert waren. Damit stieg die Gesamtzahl der im vier Monate andauernden Konflikt getöteten US-Soldaten auf mindestens 18. Laut der Opferstatistik des Pentagon wurden zudem 447 amerikanische Militärangehörige verwundet. Auf iranischer Seite forderte der Krieg nach Angaben der "New York Times" bereits mehr als 1.700 zivile Todesopfer.
Donald-Trump-Post macht fassungslos: US-Präsident "prahlt damit, 18 US-Soldaten getötet zu haben"
Die Reaktionen auf den Beitrag fielen vernichtend aus – und zwar parteiübergreifend. Die aus der MAGA-Bewegung verstoßene ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene kommentierte scharf: "Trump prahlt damit, 18 US-Soldaten getötet zu haben." Der selbsternannte "Friedenspräsident" habe einen Krieg begonnen und lasse amerikanische Truppen sterben und verwundet werden, fügte sie hinzu.
Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete Trump als "widerlichen kleinen Mann" und forderte ihn auf, den tapferen amerikanischen Soldaten wenigstens ein Mindestmaß an Respekt entgegenzubringen. Noch deutlicher wurde der Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Damit zu prahlen, dass "nur" 18 tapfere Soldaten in einem rücksichtslosen und illegalen Krieg gefallen seien, sei "unter aller Verachtung" und "ein neuer Tiefpunkt sogar für Donald Trump und seine Gleichgesinnten", so Schumer. Das Weiße Haus reagierte laut "The Daily Beast" zunächst nicht auf eine Anfrage.
Bragging about ‘only’ 18 brave US service members being killed in a reckless and illegal war he started is beneath contempt and a new low even for the likes of Donald Trump. https://t.co/jferJl70EQ
— Chuck Schumer (@SenSchumer) July 21, 2026
Donald Trump entfacht als "Friedenspräsident" einen Endlos-Krieg im Iran
Trumps Beitrag zu den gefallenen Soldaten im Iran steht in krassem Widerspruch zu seinen eigenen Versprechen. Im Wahlkampf 2024 trat er mit dem Slogan "keine neuen Kriege" an und inszenierte sich als Friedensgarant. Zu Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran hatte er erklärt, der Einsatz werde lediglich "vier oder fünf Wochen" dauern. Mittlerweile befindet sich der Konflikt in seiner 21. Woche, ohne dass ein Ende absehbar wäre.
US-Präsident empört mit kaltherziger Reaktion auf gefallene Soldaten
Der respektlose Ton des Truth-Social-Posts kam keineswegs aus dem Nichts. Bereits zu Beginn des Konflikts, als die ersten drei US-Soldaten fielen, reagierte Trump mit bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit: "Leider wird es wahrscheinlich noch mehr geben, bevor es vorbei ist. So ist das eben." In einem Telefonat mit NewsNation am 18. Juli nannte Trump die Tode der Soldaten Gonzales und Feehan zwar "eine sehr traurige Sache" im Dienst für das Land. Doch sein jüngster Beitrag, in dem er die Gefallenen zu reinen Zahlen degradierte, untergräbt solche Beileidsbekundungen auf geschmackloseste Weise.
Unterdessen deckte die "New York Times" am Wochenende auf, dass das Militär Verletzungen von fast 100 Soldaten seit der Wiederaufnahme der Kampfhandlungen am 7. Juli nicht öffentlich gemacht hatte. Die tatsächliche menschliche Bilanz des Konflikts könnte also noch gravierender sein als offiziell dargestellt.
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