Wladimir Putin in China-Nöten: Kreml-Chef spielt keine Rolle mehr - so soll es nach Putin weitergehen
Xi Jinping nannte Putin einst sein persönliches Vorbild – heute lässt er den Kreml-Chef immer häufiger abblitzen. Bild: picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Kristina Kormilitsyna/Brics-Russ
Erstellt von Claudia Löwe
15.07.2026 11.34
- Wladimir Putin spielt keine Rolle mehr für China
- Xi Jinping plant bereits für Zukunft ohne den Kreml-Chef
- Einst Vorbild, heute Untergebener: Wladimir Putin kann bei China-Präsident nicht mehr punkten
Für Wladimir Putin läuft's derzeit alles andere als rund: Der versprochene russische Sieg im Ukraine-Krieg lässt weiter auf sich warten, dafür stürzen sich wiederholende ukrainische Drohnenangriffe den Kreml-Chef in eine handfeste Spritkrise, die sich im ungünstigsten Fall zu einer Revolution gegen Putin ausweiten könnte. Nun wankt zu allem Übel auch noch die Beziehung zu einem der letzten Verbündeten, den der russische Präsident vorweisen kann - die Rede ist von China.
Kreml-Chef spielt keine Rolle mehr - China schmiedet Pläne ohne Wladimir Putin
Denn während sich Wladimir Putin mit seinen 73 Jahren weiterhin an die Macht im Kreml krallt, richtet man in China den Blick offenbar bereits in die Zukunft, in der der russische Präsident keine Rolle mehr zu spielen scheint. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, knüpft Chinas Staatschef Xi Jinping systematisch Verbindungen zu russischen Politikern, Funktionären und einflussreichen Persönlichkeiten, die das Land nach einer Ära Putin mitgestalten könnten.
Diese Entwicklung verdeutlicht den fundamentalen Wandel im Kräfteverhältnis zwischen beiden Großmächten. Der jahrelange Krieg in der Ukraine sowie die westlichen Strafmaßnahmen haben Moskau wirtschaftlich zunehmend von Peking abhängig gemacht. Mittlerweile wickelt Russland knapp 40 Prozent seines gesamten Außenhandels mit China ab.
Wladimir Putins Verhältnis zu Xi Jinping hat sich komplett gewandelt
Das Verhältnis der beiden Staatschefs war einst von ganz anderer Natur. Bei seinem ersten Moskau-Besuch im Jahr 2013 soll Xi den russischen Präsidenten dem Bericht zufolge sogar als persönliches Vorbild bezeichnet haben. Doch viereinhalb Jahre Krieg gegen die Ukraine haben diese Dynamik grundlegend verschoben. Die westlichen Sanktionen trieben Russland wirtschaftlich immer stärker in Chinas Abhängigkeit. Oder anders formuliert: Aus dem früheren Seniorpartner wurde ein abhängiger Juniorpartner. Peking nimmt russisches Öl ab, liefert unverzichtbare Industrieprodukte und hält damit Wladimir Putins Kriegswirtschaft am Laufen.
Putins Pipeline-Projekt scheitert an chinesischen Bedingungen
Wie stark sich die Machtverhältnisse verschoben haben, wurde beim Putin-Besuch im Mai deutlich. Der Kreml-Chef drängte auf eine Einigung zur Gaspipeline "Power of Siberia 2", mit der Russland einen Teil der verlorenen europäischen Gasexporte kompensieren wollte. Doch Xi lehnte ab. Der Grund: China forderte offenbar, dass Moskau sein Gas nahezu zum russischen Inlandspreis liefert. Für den Kreml wäre das ein äußerst ungünstiges Geschäft gewesen. Am Ende blieb das Prestigeprojekt ohne Vereinbarung – eine diplomatische Niederlage für Putin, die Chinas gewachsene Verhandlungsmacht unterstreicht.
Wladimir Putins Wirtschaft wird von China dominiert
Die Handelsbilanz spricht eine eindeutige Sprache: Während fast 40 Prozent des russischen Außenhandels auf China entfallen, macht Russland für Peking weniger als vier Prozent des gesamten Handelsvolumens aus. Etwa ein Drittel seiner Exporteinnahmen erwirtschaftet Moskau inzwischen im Reich der Mitte. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Putin ist auf Xi angewiesen, nicht umgekehrt. Diese Abhängigkeit nutzt Peking dem "Wall Street Journal" zufolge strategisch aus. China will seinen Einfluss in Russland langfristig absichern – unabhängig davon, wer künftig im Kreml das Sagen hat.
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