Politik

Wladimir Putin: Alle drei Stunden ein Treffer- Putins Schattenflotte am Ende

Ukrainische Drohnen bereiten dem Kreml-Chef zunehmend Probleme. Vor allem die Lage auf der Halbinsel Krim sei prekär. Bild: picture alliance/dpa/Kremlin Pool Planet Pix via ZUMA Press Wire | Mikhail Metzel/Kremlin Pool

  • Artikel teilen:
  • Wladimir Putins Schattenflotte offenbar massiv unter Beschuss
  • 48 russische Schiffe binnen fünf Tagen attackiert
  • Ölraffinerien und Energieanlagen angegriffen - die Krim geriet ins Wanken

Die ukrainischen Streitkräfte haben innerhalb von nur fünf Tagen 48 russische Schiffe mit Drohnen attackiert. Allein in der Nacht zum Freitag wurden 18 Schiffe getroffen – darunter 13 Öltanker, die zur sanktionierten russischen "Schattenflotte" gehören, berichtet unter anderem die "Kyiv Post".

Der ukrainische Generalstab bezeichnete die Operation als einen der größten nächtlichen Drohneneinsätze überhaupt. Neben den Tankern wurden drei Frachtschiffe, eine Fähre sowie ein Hilfsschiff angegriffen. Sämtliche Schiffe sollen laut Militärangaben Treibstoff, militärische Fracht und andere Versorgungsgüter für Russlands Kriegsführung transportiert haben.

Robert Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten, bestätigte die Angriffe auf 13 Schiffe nahe der besetzten Krim. Alle getroffenen Tanker seien als Teil der unter Sanktionen stehenden Schattenflotte identifiziert worden.

Wladimir Putins Schattenflotte im Visier der ukrainischen Drohnen

Die getroffenen Schiffe dienten nach Angaben des ukrainischen Generalstabs allesamt der militärischen Versorgung Russlands. Unter den 18 in einer Nacht attackierten Schiffen befanden sich neben den 13 Tankern auch drei Frachtschiffe, eine Fähre sowie ein Hilfsschiff.

Kommandeur Robert Brovdi präzisierte die Angriffe nahe der Krim: Seine Drohneneinheiten hätten zehn Tanker, ein Frachtschiff, eine Fähre und einen Schlepper getroffen. Sämtliche Tanker gehörten zur sanktionierten Schattenflotte Moskaus.

Die Trefferquote der ukrainischen Angriffe sei bemerkenswert: Innerhalb von 96 Stunden wurde im Asowschen Meer demnach durchschnittlich alle drei Stunden ein russisches Schiff getroffen. Wiederholte Attacken hätten russische Radarsysteme, Sensoren und Punktverteidigungsanlagen zerstört, berichtet der Militäranalyst Chuck Pfarrer bei X.

Russlands Ölraffinerien in Flammen

Neben den Schiffen nahmen die ukrainischen Drohnen auch wichtige Energieanlagen ins Visier. In der Region Krasnodar wurde die Ilsky-Raffinerie getroffen – eine der größten Ölverarbeitungsanlagen im Süden Russlands mit einer Jahreskapazität von bis zu 6,6 Millionen Tonnen. Explosionen lösten dort ein Feuer aus.

Weitere Angriffe richteten sich gegen das Ölterminal Kurgannefteprodukt in Taganrog sowie das Öldepot Azovnefteprodukt in Azov, beide in der Region Rostov gelegen. An beiden Standorten wurden Brände, Explosionen und Rauchentwicklung gemeldet. Das Ausmaß der Schäden konnte bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Auch die NOVATEK-Anlage in Ust-Luga in der Region Leningrad wurde attackiert. Diese Gaskondensatverarbeitungsanlage zählt zu den größten ihrer Art in Russland und verfügt über eine Jahreskapazität von rund sieben Millionen Tonnen.

Stromversorgung der Krim unter Beschuss

Auf der besetzten Halbinsel Krim griffen ukrainische Drohnen fünf Stromumspannwerke an. Betroffen waren Anlagen in der Nähe von Saky, Yevpatoriya und Medvedeve, wie Kommandeur Robert Brovdi mitteilte. Details zum Ausmaß der Zerstörungen nannte er nicht. Zuletzt war die Halbinsel aber immer wieder Ziel ukrainischer Großangriffe. Die Folgen: Das Benzin ging aus. Videos im Netz zeigen besorgte Frauen auf der Suche nach Treibstoff.

Die anhaltenden Attacken zeigen offenbar Wirkung auf Russlands Verteidigungsfähigkeit. Laut Militäranalyst Chuck Pfarrer haben die wiederholten ukrainischen Angriffe russische Radarsysteme, Sensoren und Punktverteidigungsanlagen zerstört. Die Offensive werde fortgesetzt, prognostizierte er.

Die Intensität der Drohnenoperationen verdeutlicht eine neue Phase im Krieg: Die Ukraine konzentriert sich zunehmend auf die Unterbrechung russischer Versorgungslinien und Energieinfrastruktur – sowohl auf See als auch an Land.

Transparenzhinweis: Viele der in diesem Bericht genannten Angaben beruhen auf Mitteilungen der ukrainischen Streitkräfte und konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden. Wie bei vielen Meldungen aus dem Ukraine-Krieg ist die Quellenlage schwierig, da unabhängige Überprüfungen oft nicht möglich sind und Informationen der Kriegsparteien auch strategischen Zwecken dienen können.

Weitere aktuelle Themen rund um Wladimir Putin lesen Sie auch hier:

/news.de/stg

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.