Wladimir Putin: Kiew-Angriff im Russen-TV angekündigt - was will der Kreml hier vertuschen?
Der Kreml verbreitet nur kurz nach einer Live-Show im TV Desinformationen über den russischen Angriff auf die Hauptstadt Kiew. Bild: dpa/AP/Dmitri Lovetsky
Erstellt von Ines Fedder
17.06.2026 11.14
- Von Wegen Falschinformationen - Video soll beweisen, dass Kiew-Angriff geplant war
- "Russian Media Monitor" zeigt verschwundene Live-Sendung bei Youtube
- Kreml verbreitet Desinformationen nach Kiew-Angriff
- Auch Weltkulturerbe bei russischen Großnagriff auf die ukrainische Hauptstadt getroffen
Handelt es sich hierbei etwa um etwas, was der Kreml vertuschen will? Zumindest sieht es "Daily-Beast"-Kolumnistin Julia Davis so. Die Gründer des "Russian Media Monitor", ein gemeinnütziges Projekt zur Beobachtung russischer Medien, äußert sich im Netz bei X zu einer ominösen TV-Aufzeichung, die zwar live im russischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, auf der Homepage des Senders jedoch nirgends zu finden war. Aber worum geht es in dem Video überhaupt?
Großangriff auf Kiew bereits zuvor im TV angekündigt? Putin-Sprachrohr äußert sich live
"Indessen in Russland: einen Tag bevor Russland die Kiew-Petschersk-Lawra angriff, sagte Dmitri Jewstafjew, dass 'jeder' in Russland wollte, dass es passiert. Diese Sendung des Staatsfernsehens wurde live ausgestrahlt, wurde aber nie auf der offiziellen Website veröffentlicht", schreibt Journalistin Julia Davis bei X.
In einem Link verweist Davis auf ein Youtube-Video, veröffentlicht unter ihrem Kanal "Russian Media Monitor", indem die verschwundene Live-Sendung nun doch noch zu sehen ist. Dazu steht geschrieben: "In der russischen Staatssendung 'Sonntagabend mit Wladimir Solowjow' diskutieren Moderator Wladimir Solowjow, der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma Andrei Kartapolow und der Politikwissenschaftler Professor Dmitri Jewstafjew."Meanwhile in Russia: one day before Russia struck Kyiv-Pechersk Lavra, Dmitry Evstafiev said "everyone" in Russia wanted it to happen. This state TV show aired live, but was never posted on the official website.https://t.co/fXAqVp5z4W pic.twitter.com/cxXB3sMvRG
— Julia Davis (@JuliaDavisNews) June 16, 2026
Warum die Veröffentlichung des Video-Materials so wichtig ist
Der Schritt, verschwundene oder wohl vom Kreml vertuschte TV-Sendungen wieder an die Öffentlichkeit zu bringen, hat eine besondere Brisanz angesichts der Propaganda-Mittel, welche Russland nur allzu gerne einsetzt, um ihre kriegerischen Auseinandersetzungen zu erklären. Was das Video beweist: Russland spielte mit dem Gedanken, Kiew anzugreifen. Nach dem Angriff sorgten kremlnahe Vertreter:innen für die Verbreitung von etwaiger Desinformationen. "Russische Desinformationskünstler behaupten, die Ukraine habe eine False-Flag-Operation inszeniert und die Lavra selbst angegriffen. Also kann dieser Clip dazu genutzt werden, das zu entkräften. Danke", antwortet ein User auf den X-Post von Julie Davis.
Was wenig später nach der TV-Sendunf in Kiew geschah
Die russische Armee griff Kiew in der Nacht zum Montag mit Raketen an. In der Innenstadt waren zunächst knapp zwei Dutzend Explosionen mutmaßlich von der Flugabwehr zu hören, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen Einschläge und mindestens zehn Verletzte. Es kam demnach auch zu Stromausfällen und Bränden. Es sei der historisch größte Angriff Russlands in den vergangenen Monaten gewesen. Dabei wurde auch das jahrhundertealte KiewerHöhlenkloster getroffen, was zum Weltkulturerbe zählt.
Weitere Themen, die sich ebenfalls mit Wladimir Putin und Russland beschäftigen:
- Putin: Er badet in Rentierblut – irre Unsterblichkeitspläne des Kremlchefs
- Satellitenbilder decken auf - massive Aufrüstung im Nato-Grenzgebiet
- Kreml-Chef schimpft über Piraterie - Russen-Tanker im Atlantik abgefangen
- Putin-Freund droht mit Europa-Anschlag - "Estland führt Krieg gegen uns"
- Putin-Freund träumt von gemeinsamer Armee - ausgerechnet gegen Deutschland