Mega-Angriff auf die Ukraine: 500 Drohnen, 50 Raketen - Putin entfesselt Feuersturm vor G7-Gipfel
Wladimir Putin startete einen der schwersten Luftangriffe auf die Ukraine seit Kriegsbeginn. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Ramil Sitdikov
Erstellt von Anika Bube
15.06.2026 08.07
- Wladimir Putin startet mit mehr als 50 Raketen und rund 500 Drohnen einen der schwersten Luftangriffe seit Kriegsbeginn
- In Kiew gerät das berühmte Höhlenkloster, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1990, in Brand
- Attacke erfolgt unmittelbar nach Trump-Telefonaten mit Putin und Selenskyj sowie kurz vor dem G7-Gipfel
Die Bilder aus Kiew gehen um die Welt: Flammen schlagen aus einem der bekanntesten Bauwerke der Ukraine, während Sirenen heulen und Explosionen die Nacht erschüttern. Wladimir Putin hat die Ukraine mit einem der heftigsten Luftangriffe seit Kriegsbeginn überzogen. Nach ersten Erkenntnissen feuerte Russland in der Nacht zum Montag (15.06.2026) mehr als 50 Raketen ab und schickte rund 500 Drohnen los. Landesweit kamen dabei mindestens neun Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt.
Die Attacke erfolgte nur Stunden nach Telefongesprächen zwischen US-Präsident Trump, dem russischen Staatschef Putin und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj und unmittelbar vor dem anstehenden G7-Gipfel in Frankreich.
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Besonders schwer traf es die ukrainische Hauptstadt Kiew: Das berühmte Höhlenkloster, das seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, geriet in Brand. "Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters", erklärte Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram. Aufnahmen in sozialen Netzwerken zeigten Flammen, die aus dem Dachbereich der jahrhundertealten Mariä-Entschlafens-Kathedrale schlugen.
Right now, as Russians continue to strike #Kyiv with over a dozen of ballistic missiles, the Dormition Cathedral of Kyiv‑Pechersk Lavra — a UNESCO World Heritage site and priceless cultural landmark — has been struck and is burning.
— Yulia Svyrydenko (@Svyrydenko_Y) June 14, 2026
A brutal assault on our people and our… pic.twitter.com/JfG2IjUWOD
Jahrhundertealtes Weltkulturerbe in Flammen
Die Klosteranlage am Ufer des Dnipro zählt zu den bedeutendsten religiösen Stätten der orthodoxen Christenheit. Ihre Geschichte reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit ihren vergoldeten Kuppeln – ein Bauwerk, das bereits im Zweiten Weltkrieg 1941 zerstört und erst Ende der 1990er Jahre wiederaufgebaut wurde.
Ob das Feuer durch einen direkten russischen Raketentreffer oder durch herabstürzende Trümmer der ukrainischen Flugabwehr ausgelöst wurde, blieb zunächst unklar. Im unteren Bereich der Anlage befinden sich mehrere Museen sowie ein mittelalterliches Höhlensystem mit mumifizierten Überresten von Geistlichen. Die dort ansässige ukrainisch-orthodoxe Kirche hatte sich nach dem russischen Einmarsch 2022 vom Moskauer Patriarchat losgesagt.
Das Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale der Kiewer Pechersk-Lawra brennt. Bild: Danylo Antoniuk/AP/dpa/dpa
Kiew verzeichnet über 40 Einschläge
In der Hauptstadt selbst zählte Militärgouverneur Tkatschenko mehr als 40 Einschläge. Vier Menschen starben, mindestens 23 wurden verletzt. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Treffern in drei Stadtteilen. Rund 140.000 Einwohner saßen nach Beschädigungen an Oberleitungen im Dunkeln. Herabstürzende Drohnentrümmer setzten Wohnhäuser und Fahrzeuge in Brand – etwa 30 Autos gingen in Flammen auf. Ein Hochhaus brannte laut Behördenangaben ebenfalls. Ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur hörte in der Innenstadt knapp zwei Dutzend Explosionen, die vermutlich von der Flugabwehr stammten.
Polen reagierte umgehend auf die Angriffe: Die Streitkräfte ließen Kampfjets aufsteigen und versetzten bodengestützte Luftabwehrsysteme sowie die Radaraufklärung in Bereitschaft – nach eigenen Angaben rein präventiv zum Schutz des Luftraums nahe der ukrainischen Grenze.
Fünf Rettungskräfte sterben bei Einsatz in Charkiw
Auch außerhalb der Hauptstadt richteten die russischen Angriffe schwere Schäden an. In Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, kamen fünf Rettungskräfte ums Leben, als sie versuchten, Zivilisten in Sicherheit zu bringen. Vier weitere Menschen wurden dort verletzt, wie Gouverneur Oleh Synjehubow mitteilte. Die zentralukrainischen Städte Dnipro und Krywyj Rih gerieten ebenfalls unter Beschuss.
Die Ukraine schlug ihrerseits zurück: Im russischen Gebiet Tula starben nach Angaben von Gouverneur Dmitri Miljajew drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe, drei weitere erlitten Verletzungen. Auch über Moskau wurden mehrere Drohnen abgeschossen – zu möglichen Schäden machten die Behörden keine Angaben. Keine dieser Meldungen ließ sich unabhängig überprüfen.
Angriff folgt auf Telefonate über Friedensbemühungen
Der massive Beschuss ereignete sich nur kurz nach diplomatischen Gesprächen auf höchster Ebene. Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump sowohl mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj als auch mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Laut Kreml betonte Trump dabei, dass ein Ende des Konflikts von entscheidender Bedeutung sei und er seine Unterstützung anbiete.
Die Angriffe fielen zudem unmittelbar vor das G7-Treffen in Frankreich in dieser Woche. Fortschritte bei möglichen Friedensverhandlungen verliefen zuletzt jedoch schleppend – US-Vertreter konzentrierten sich verstärkt auf den Konflikt im Nahen Osten. Die Ukraine hatte ihrerseits zuletzt Angriffe auf russische Industrie- und Energieanlagen intensiviert, um Moskau Einnahmen zur Kriegsfinanzierung zu entziehen.
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