Friedrich Merz: "Deutschland kann mehr" - Reform-Versprechen des Bundeskanzlers sorgt für Wirbel
Bundeskanzler Friedrich Merz verspricht, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
06.07.2026 21.16
- Friedrich Merz stimmt Deutschland auf Reformen ein
- Bundeskanzler macht Versprechungen und zieht sich damit den Unmut seiner Instagram-Follower zu
- Unmut in der Kommentarspalte: Der CDU-Chef soll es wie Nagelsmann machen und zurücktreten
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht Deutschland auf dem richtigen Weg, den Kurs mit Reformen wieder nach vorne zu bringen. Von seinem Social-Media-Team zuletzt sogar als Reformkanzler betitelt, legt er jetzt auf Instagram nach. "Ich bin überzeugt: Deutschland kann mehr", schreibt er unter einem neuen Beitrag auf dem Foto- und Videonetzwerk. Was höchstwahrscheinlich als Mutmacher gedacht ist, löst bei den Followern des CDU-Chefs aber keine Begeisterung aus.
"Wir pflegen den Sozialstaat" - Friedrich Merz gibt auf Instagram Reformversprechen
Für Merz ist klar: Deutschland soll wieder "mit einem klaren Ziel" auf Kurs gebracht werden. Das heißt für ihn: "Aufschwung, der bei den Menschen ankommt." Wir hätten "die Kraft und die Ideen dafür", müssten sie "nur wieder freisetzen". Diesen Reformwillen verpackt er in dem Beitrag in mehrere Versprechen, "für alle, die sich etwas aufbauen wollen". Gemeint sind hier Deutschland, junge Menschen und Familien :
- "Wir pflegen den Sozialstaat, weil Sicherheit und Zusammenhalt zu einem starken Land gehören."
- "Wir bauen Bürokratie ab, damit aus Ideen schneller Taten werden."
- "Wir entlasten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Unternehmen, indem wir die Steuern senken."
- "Und wir sorgen für mehr Wettbewerb, damit sich Leistung wieder lohnt."
Bundeskanzler will Reformen voranbringen
Bei diesen Worten soll es nicht bleiben, wie sein letzter Satz vermuten lässt: "Deutschland wird spüren: Es geht wieder voran." Eine positive Zukunft pries der Bundeskanzler bereits auf demLandesparteitag der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf. "Die Erfolgsgeschichte unseres Landes, der Bundesrepublik Deutschland, sie ist nicht auserzählt." Deutschland habe sich immer wieder aus Krisen herausgearbeitet. Auf solche Herausforderungen müsse man mit Reformen reagieren. Genau dies tue die von ihm geführte Bundesregierung jetzt. Er spricht damit das vorgestellte Reformpaket an. Es umfasst vor allem eine Steuerreform mit der Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen, eine Rentenreform, eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung und einen Bürokratieabbau.
"Wir treten den Beweis an, dass die politische Mitte Lösungen finden, Kompromisse erarbeiten und das Land auch reformieren kann", sagte Merz. "Wir treten Stück für Stück den Beweis an, dass wir eine wirkliche Reformkoalition sind für Deutschland." Nach 80 Jahren in Freiheit, Frieden und Wohlstand gehe es jetzt darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, damit auch die junge Generation noch so leben könne.
Kanzler Merz zeigte sich in Düsseldorf überzeugt, dass die Mehrheit der Bevölkerung bereit sei, Reformen mitzutragen. Die wichtigste Leitlinie sei, dass es gerecht zugehe und jeder seinen Beitrag leiste. Gerecht geht es hier für Kritiker wie Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang oder viele Menschen aus der Bevölkerung nicht zu. Sie tragen die geplanten Änderungen nicht mit.
"Julian Nagelsmann hat es vorgemacht" - Merz-Rücktritt gefordert
Deshalb herrscht bei vielen Unmut. Die sozialen Medien dienen hier als Ventil, um den Frust rauszulassen - so auch in der Kommentarspalte unter dem Instagram-Beitrag. Wie unter anderen Posts werden wieder Rücktrittsforderungen laut:
- "Ich bin überzeugt. Wir brauchen einen neuen Bundeskanzler."
- "Wir pflegen den Sozialstaat ? Hab mich vor Lachen fast verschluckt."
- "Julian Nagelsmann hat es vorgemacht, es ist gar nicht so schwer, versprochen!" (eine Anspielung auf den Rücktritt des ehemaligen Bundestrainers der DFB-Mannschaft nach dem WM-Aus, Anm. d. Red.)
- "Und wir sind überzeugt, dass Sie aufgrund der Tatsache, dass ca. 84 % der Deutschen mit Ihrer Arbeit unzufrieden sind und Sie als den schlechtesten Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik ansehen, endlich zurücktreten sollten."
- "Mensch, Social-Media-Team … hört doch bitte mit dieser erbärmlichen Parolendrescherei auf....ihr tut dem armen Fritz wirklich keinen Gefallen damit..."
- "Entschuldigung, wen entlasten Sie denn? Das ist doch Satire."
- "Das klingt alles tippitop. Doch leider fällt es schwer Ihnen und Ihrer Partei das noch abzunehmen. Und da es vielen so geht, selbst Ihren Wählern, steigt die Angst vor dem steigenden Zulauf der A..D."
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