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Ulrich Siegmund bei "Markus Lanz": "Was zur Hölle?" ZDF-Polittalker stutzt AfD-Mann zurecht

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD Sachsen-Anhalt, hat bei "Markus Lanz" im ZDF eine unmissverständliche Abreibung kassiert. Bild: picture alliance/dpa | Ronny Hartmann

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  • Ulrich Siegmund zu Gast bei "Markus Lanz" im ZDF
  • AfD-Politiker weicht Fragen zu Wirtschaftsplänen aus
  • Polittalker verliert die Geduld mit AfD-Mann: "Sie bekämpfen an dieser Stelle wirklich Gespenster, die außer Ihnen keiner sieht!"

In wenigen Wochen, genauer gesagt am 6. September 2026, wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt - die AfD geht mit erheblichem Rückenwind in den Wahlkampf. In aktuellen Umfragen liegt die rechtsextreme Partei bei rund 40 Prozent und damit mehr als 15 Prozentpunkte vor der regierenden CDU. Die Partei träumt mittlerweile sogar von einer absoluten Mehrheit und strebt an, erstmals in einem Bundesland den Ministerpräsidenten zu stellen. In der Donnerstagsausgabe von "Markus Lanz" hatte es sich der Polittalker zur Aufgabe gemacht, die haushalts-, sicherheits- und familienpolitischen Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt zu beleuchten und herauszufinden, wie sich die AfD in Sachsen-Anhalt auf eine mögliche Regierungsübernahme vorbereitet.

"Markus Lanz" am 2. Juli 2026: AFD-Politiker Siegmund löst hitzigen Schlagabtausch aus

Als Gäste hatte sich Markus Lanz neben der Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld den Autoren Justus Bender ins ZDF-Studio eingeladen. Komplettiert wurde das Gäste-Trio von Ulrich Siegmund, dem Vorsitzenden der als vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, der Moderator Markus Lanz im Verlauf der Sendung allerdings gehörig auf die Palme brachte und sich deutliche Worte des ZDF-Talkmasters anhören musste.

AfD-Politiker Ulrich Siegmund weicht Fragen zu Sachsen-Anhalt-Plänen wiederholt aus

Markus Lanz ging es nämlich gehörig gegen den Strich, dass der AfD-Politiker im ZDF-Talk wiederholt konkrete Antworten auf zentrale Fragen zu seinen Regierungsplänen verweigerte. Ulrich Siegmund kündigte zwar an, ein bis zwei Ministerien auflösen zu wollen, hielt sich bei den Details jedoch bedeckt. "Das werde ich Ihnen vor der Wahl nicht verraten", erklärte er auf Nachfrage. Lanz konterte: "Ehrlich ist, wenn man vor der Wahl sagt, was man nach der Wahl vorhat."

Auch zu möglichen Kabinettslisten schwieg der AfD-Politiker. "FAZ"-Journalist Justus Bender berichtete hingegen von weitreichenden Vorbereitungen der Partei, darunter die Ausbildung von Referenten in parteinahen Akademien. Siegmund zeigte sich überrascht, dass Bender offenbar mehr über die internen Planungen wisse als er selbst.

AfD bloßgestellt mit klaffendem Milliardenloch im Wahlprogramm

Die Finanzierung der AfD-Versprechen sorgte für weitere Konfrontation. Wirtschaftsexpertin Ursula Weidenfeld hatte gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle die Kosten zentraler Vorhaben berechnet. Allein 13 Maßnahmen – darunter Familienförderung, 1.000 zusätzliche Polizisten und Handwerksprämien – würden demnach konservativ geschätzt knapp eine Milliarde Euro verschlingen.

Bei einem Landeshaushalt von 15 Milliarden Euro und bereits bestehender Neuverschuldung in ähnlicher Höhe sehe sie keine schlüssige Gegenfinanzierung, so Weidenfeld. Siegmund räumte daraufhin ein: "Es ist nicht alles sofort umsetzbar." Auf die Frage nach kostenlosen Kitas verwies er auf künftige "haushalterische Freiheit" und machte die Bundespolitik mitverantwortlich. Das Regierungsprogramm sei ohnehin nicht als Sofortprogramm konzipiert, verteidigte sich der AfD-Politiker. Die unmittelbar finanzierbaren Vorhaben würden in einem gesonderten 100-Tage-Programm vorgestellt.

Gendern als Wirtschaftsfaktor? Markus Lanz platzt wegen AfD-Gast der Kragen

Der Streit im ZDF-Studio eskalierte komplett, als Ulrich Siegmund das Thema Gendern ins Spiel brachte. Er bezeichnete es als langfristigen Wettbewerbsvorteil, wenn nicht mehr die Frage im Vordergrund stehe, "dass man einmal im Jahr sein Geschlecht ändern kann oder die Verwaltung gendert". Stattdessen solle man sich wieder auf die Wirtschaft konzentrieren. Gastgeber Markus Lanz reagierte ungehalten: "Was zur Hölle hat das mit der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt zu tun, ob irgendjemand gendert oder nicht? Sie bekämpfen an dieser Stelle wirklich Gespenster, die außer Ihnen keiner sieht!" Der AfD-Politiker wehrte sich zunächst und warf dem Moderator vor, aus einem "Elfenbeinturm" heraus zu argumentieren. Nach weiterer Konfrontation ruderte Siegmund jedoch zurück. "Na ja, das ist nur ein Baustein", gab er kleinlaut zu. "Wir haben andere Probleme als vielleicht das Gendern. Das war ein Beispiel."

AfD-Politiker Siegmund mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft konfrontiert

Lanz konfrontierte den AfD-Politiker auch mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft. Der Moderator zeigte eine Grafik, die sich über die angeblich fünfstündige tägliche Pendelzeit von Siegmunds Vater zur Arbeit lustig machte. Die Information stamme aus den eigenen Reihen der Partei, verriet Lanz – ohne die Quelle zu nennen. Ulrich Siegmund versuchte, das Thema schnell abzuhaken: "Sie reden ja seit Monaten über mich. Zum ersten Mal bin ich heute dabei und wir reden über diesen kalten Kaffee." Er verteidigte die Beschäftigungspraxis: Wenn er ein persönliches Team mit guten Leuten einstelle, die ihr Land liebten, sei das kein Filz, sondern gute Vorbereitung. "FAZ"-Journalist Bender hielt dagegen: Die AfD sei einst gegründet worden, um Filz zu verhindern. Er fragte sich, wie es erst laufen werde, wenn die Partei Regierungsjobs besetzen müsse.

Wie geht's weiter, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommt?

Zum Abschluss der Sendung ordnete "FAZ"-Journalist Justus Bender die möglichen Folgen eines AfD-Wahlsiegs ein. Er widersprach dabei Vergleichen mit einem "Vierten Reich" und verwies stattdessen auf das Vorbild Ungarn. "Man sehnt sich nach früher und will das alles so ein bisschen autoritärer gestalten", erklärte Bender. Das liberale Deutschland sei dadurch bedroht.

Die komplette "Markus Lanz"-Sendung vom 2. Juli 2026finden Sie als Video on demand in der ZDF Mediathek zum Abruf.

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/news.de/dpa/stg

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