Wladimir Putin: Kremlchef verliert Rückhalt - Russen wünschen sich schnelles Kriegsende
Die Unzufriedenheit mit dem Ukraine-Keig wäscht innerhalb Russlands Bevölkerung. Bild: picture alliance/dpa/AP | Pavel Bednyakov
Erstellt von Sabrina Böhme
30.06.2026 15.12
- Neue Umfrage deckt auf: Die russische Bevölkerung hat genug vom Ukraine-Krieg
- 81 Prozent der Befragten wünschen sich schon morgen ein Kriegsende
- Putins Angriffskrieg besorgt Bevölkerung
- Todesfälle in Familien steigen weiter
Die Benzinknappheit beschäftigt derzeit die russische Bevölkerung. Doch ein anderes Thema manifestiert sich im Jahr 2026 als die größte Sorge unter den Russen: der Ukraine-Krieg. Zu dieser Erkenntnis kommt die unabhängige ukrainische Denkfabrik IKAR. Viele haben genug von den Kämpfen im Nachbarland.
Frust in Russland - Bevölkerung wünscht sich ein schnelles Kriegsende
Die Stimmung in Russland ist anders, als es die Propagandamaschinerie im Kreml der Öffentlichkeit weismacht. Das unterstreichen die aktuellen Umfrageergebnisse der Denkfabrik. 46 Prozent der befragten Personen wünschen sich, dass der russische Angriffskrieg spätestens in sechs Monaten endet. Damit stieg der Wert im Vergleich zu 2025 mit fünf Prozent an. Der Wunsch nahm zu, wie das Ergebnis aus Dezember 2022 verdeutlicht. Hier sprachen 24 Prozent von einem schnellen Ende der Kämpfe. Noch deutlicher zeigt sich die Ablehnung bei einem noch früheren Kriegsende. 81 Prozent unterstützen es, wenn der Ukraine-Krieg morgen enden würde. Damit zeigt sich bei dieser Frage ein deutlicher Zuwachs innerhalb von vier Jahren. Seit 2023 lagen die Werte unter 80 Prozent (72 bis 75 Prozent).
In der Erhebung zeigen sich aber kleine Abwärtstrends. Die Zahl der Russen, die sich für ein Kriegsende ohne zeitliche Begrenzung, aber mit einem Sieg aussprechen, sank von 13 auf neun Prozent. Das ist der niedrigste Wert aus den ganzen vier Jahren. Während im Jahr 2025 noch 54 Prozent Russlands militärische Ziele teilweise oder vollständig erfüllt sahen, sind es in der aktuellen Analyse 47 Prozent.
Aktuelle Umfrage - finanzielle Lage macht Russen pessimistisch
Für viele ist der Krieg mit der persönlichen Finanzsituation verknüpft. Die Prioritäten sind hierbei von Skepsis geprägt: Während 94 Prozent der Russen Preissteigerungen wahrnehmen, ist der Pessimismus hinsichtlich der eigenen Kaufkraft bis Ende 2026 von 54 Prozent im Vorjahr auf 62 Prozent angestiegen.
Putins tödlicher Ukraine-Krieg - Immer mehr Opfer in russischen Familien
Der Krieg ist in Russland längst keine Randnotiz, wie auch persönliche Schicksale verdeutlichen. 74 Prozent der Russen haben Personen in ihrem Umfeld, die seit Kriegsbeginn mobilisiert wurden.Der Anteil derer, die Familienmitglieder an der Front haben, stieg von 14 Prozent im Jahr 2022 auf 31 Prozent im Jahr 2026. Auch die Todesfälle nehmen zu. Nur noch 29 Prozent der Russen geben an, niemanden im Verwandten- oder Freundeskreis verloren zu haben. Der Anteil der Befragten, die den Tod eines Verwandten beklagen, stieg von 2 Prozent (Ende 2022) auf 21 Prozent an. Eine Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) kam im Januar 2026 auf 1,2 Millionen Todesfälle. Wie hoch die Fälle wirklich sind, lässt sich nicht genau sagen.
Dennoch rekrutierte Russlands Armee weiter. 73 Prozent der Befragten sind trotz ihres Wunsches nach einem erfolgreichen Abschluss der Kämpfe für Russland gegen eine weitere Mobilisierung.
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