Wolodymyr Selenskyj: Ukraine-Präsident will ein schnelles Ende - Frieden bis Winter 2026 realistisch?
Der ukrainische Präsident strebt offenbar ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs an. Bild: picture alliance/dpa/AP | Vadim Ghirda
Erstellt von Sabrina Böhme
01.06.2026 21.22
- Kyrylo Budanow hält ein Ende des Ukraine-Kriegs vor dem Winter 2026 für realistisch
- Wolodymyr Selenskyj will offenbar die Kämpfe in der Ukraine bis zum Einbruch der kalten Jahreszeit stoppen
- Der ukrainische Präsident fordert mehr Druck auf Wladimir Putin
Seit über vier Jahren ist noch kein Frieden im Ukraine-Krieg eingekehrt. Der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, hält ein Ende des Krieges gegen Russland noch vor dem Winter 2026 für erreichbar. Diese Einschätzung äußerte er auf eine Anfrage vom "Kyiv Independent"
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Selenskyj will Ukraine-Kreig schnell beenden - Stabschef hält Ziel für realistisch
"Der Präsident hat uns beauftragt, diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden", erklärte Budanow am Sonntag (31. Mai)auf dem Architecture of Security Forum in Kiew. Das Ziel sei es, die Kampfhandlungen möglichst vor dem Winter zu stoppen. Er bezeichnete dieses Vorhaben als "absolut richtig, zeitgemäß und wohlüberlegt".
Selenskyj fordert weiteren Druck auf Wladimir Putin
Budanows Position deckt sich mit Aussagen von Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Vortag. Dieser hatte in einem Interview mit CBS erklärt, das Zeitfenster für wirksame Friedensgespräche bleibe bis zum Winter offen. Selenskyj begründete seine Einschätzung mit der militärischen Entwicklung an der Front. Er erklärte, Russlands territoriale Gewinne im vergangenen Monat hätten die eigenen Verluste nicht übertroffen. Gleichzeitig verstärke die Ukraine ihre Angriffe mit Langstreckenwaffen auf russisches Territorium.
Wir müssen einen diplomatischen Weg finden, um uns zusammenzusetzen und zu sprechen"– und das vor dem Winter, sagte der ukrainische Präsident. Entscheidend sei dabei der Druck auf Wladimir Putin – sowohl aus der russischen Gesellschaft als auch durch Sanktionen. Diese sollten nicht aufgehoben, sondern verschärft werden, forderte Selenskyj.
Verhandlungen stocken – Budanov sieht Bewegung
Die letzten dreiseitigen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA fanden Mitte Februar statt. Ein geplantes Folgetreffen wurde mehrfach verschoben und schließlich abgesagt, nachdem US-israelische Angriffe auf den Iran Washingtons Aufmerksamkeit in den Nahen Osten lenkten. US-Außenminister Marco Rubio räumte Ende Mai ein, dass die von Washington vermittelten Friedensgespräche faktisch zum Stillstand gekommen seien. Budanov widerspricht dieser Einschätzung jedoch teilweise.
"Bestimmte Prozesse laufen, auch wenn sie nicht vollständig öffentlich sind", sagte der Chef des Präsidentenbüros. Er deutete damit an, dass hinter den Kulissen weiterhin diplomatische Bemühungen stattfinden. Laut Budanow haben die Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, Besuche in beiden Hauptstädten "in naher Zukunft" bestätigt. Dies könnte neue Dynamik in die festgefahrenen Gespräche bringen.
Russland blockiert Ukraine-Frieden durch Gebeitsansprüche?
Das zentrale Hindernis für Fortschritte bleiben Russlands territoriale Forderungen. Moskau besteht darauf, dass ukrainische Truppen sich aus Teilen des Donbass zurückziehen – eine Vorbedingung, die Kiew ablehnt. Die Ukraine vertritt die Position, dass ein Einfrieren der aktuellen Frontlinie die realistischste Grundlage für einen Waffenstillstand darstellt.
Ob Budanows Erwartungen wirklich eintreffen, wird sich zeigen. In der Vergangenheit hatte der frühere Chef des ukrainischen Geheimdienstes Prognosen zum Kreigsverlauf in der Ukraine aufgestellt. Nicht alle trafen ein.
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