Dmitri Peskow: Putin-Sprecher warnt - Atomwaffen als letzter Schutz vor einem Weltkrieg
Kremlsprecher Dmitri Peskow warnt davor, dass nur Atomwaffen vor einem Krieg schützen. Bild: picture alliance/dpa | Ulf Mauder
Erstellt von Sabrina Böhme
30.06.2026 14.14
- Dmitri Peskow behauptet, Atomwaffen seien der einzige Schutz vor Konflikten
- Putin-Sprecher warnt vor neuen nuklearen Waffen
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs greift Moskau wiederholt zu scharfer nuklearer Rhetorik, allen voran kremltreue Propagandisten. Militäranalyst Juri Knutow drohte mit einem Atomkrieg. Der Kreml hat erneut eine deutliche Warnung an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Sprecher Dmitri Peskow sieht Atomwaffen als einzige Schutzmaßnahme vor Konflikten.
Putin-Sprecher sieht Atomwaffen als Schutz
Peskow erklärte auf dem 12. Primakow-Forum, einem wissenschaftlichen Expertentreffen, dass ausschließlich Atomwaffen die Welt vor einem umfassenden Krieg bewahren würden, berichtet "Kyiv Post". "Tatsächlich haben wir auf der Welt nichts anderes außer nuklearer Abschreckung. Sie ist das Einzige, was die Welt vor einem globalen Krieg schützt", so Peskow. Die weltweite Sicherheitslage verschlechtere sich in vielerlei Hinsicht. Allerdings räumte er ein, dass diese Abschreckung regionale Konflikte nicht verhindere – deren Potenzial steige leider weiter an.
Dmitri Peskow warnt vor neuen nuklearen Superwaffen
Peskow richtete seinen Blick auch auf künftige Bedrohungen. Der technologische Fortschritt werde neuartige Waffensysteme hervorbringen, die keine Nuklearsprengköpfe benötigen. "Mit der Weiterentwicklung der Technologie ist bereits absehbar, dass neue Arten von nicht-nuklearen Waffen entstehen werden, die jedoch irgendwann die Zerstörungskraft von Atomwaffen erreichen könnten", warnte der Kreml-Sprecher.
Erstmals seit Jahrzehnten kein Atomwaffenvertrag in Kraft
Der letzte Rüstungskontrollvertrag zwischen Russland und den USA, New START, lief im Februar aus. Damit gibt es erstmals seit Jahrzehnten keine verbindliche Vereinbarung mehr, die den Einsatz von Nuklearwaffen zwischen den beiden größten Atommächten begrenzt. Das 2010 unterzeichnete Abkommen beschränkte beide Länder auf jeweils 1.550 stationierte Atomsprengköpfe. Bereits vor dem Auslaufen warfen sich Washington und Moskau gegenseitig vor, die Vereinbarung nicht einzuhalten.
Bislang deutet nichts auf eine Erneuerung oder einen Ersatz des Vertrags hin. Zwar haben beide Seiten vereinbart, hochrangige Militärgespräche wieder aufzunehmen. Konkrete Fortschritte blieben jedoch aus.
Trump drängt - Streit um Einbeziehung weiterer Atommächte
US-Präsident Donald Trump drängt darauf, China in ein neues Rüstungskontrollabkommen einzubinden. Das chinesische Atomwaffenarsenal wächst zwar, bleibt aber deutlich kleiner als das russische oder amerikanische. Peking weist diesen Druck öffentlich zurück.
Moskau knüpft eine Beteiligung Chinas an eigene Bedingungen. Sollte Peking Teil eines neuen Vertrags werden, müssten auch die nuklear bewaffneten US-Verbündeten Großbritannien und Frankreich einbezogen werden, fordert der Kreml.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat während seines vierjährigen Angriffskriegs gegen die Ukraine wiederholt mit Atomwaffen gedroht. Europa und die USA werfen ihm deshalb unverantwortliches Säbelrasseln vor.
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