Ukraine-Krieg aktuell: Versorgung in Russland am Limit - Putin geht das Benzin aus
Für Wladimir Putin wird das Benzin-Problem in Russland immer größer. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Vyacheslav Prokofyev
Erstellt von Martin Gottschling
27.06.2026 11.49
- Immer mehr russische Regionen berichten über Benzin-Mangel
- Versorgungsprobleme durch ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Energieinfrastruktur
- Rosneft-Chef zeigt sich in Schreiben an Wladimir Putin alarmiert
Die Folgen des Ukraine-Kriegs werden für die russische Bevölkerung immer deutlicher spürbar. In verschiedenen Regionen, darunter auch die 2014 annektierte Halbinsel Krim, hat die Bevölkerung große Angst vor weiteren ukrainischen Drohnenangriffen. Die Menschen fürchten einerseits um ihr Leben, andererseits aber auch um zunehmende Versorgungsengpässe. Besonders Benzin droht knapp zu werden.
Wladimir Putin unter Druck: Sprit-Problem in Russland wird immer größer
Über das große Sprit-Problem für Wladimir Putin berichtet aktuell die "Bild". Insgesamt 57 von 83 russischen Regionen seien betroffen. Es komme an Tankstellen zu Benzin-Rationierungen. Raffineriewartungen seien bereits verschoben und Reserven angezapt worden. Doch offenbar führten diese Notmaßnahmen bislang nicht zum gewünschten Erfolg. Eine Besserung ist aufgrund anhaltender ukrainischer Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur jedoch zunächst nicht in Sicht.
Ukrainische Drohnenangriffe treffen russische Energieversorgung
Laut dem Militärexperten Gustav Gressel sei die russsische Treibstoffproduktion bereits für ein Vierteljahr "um über 30 Prozent eingebrochen". Das habe auch Folgen für Putins Invasion. Gressel prophezeit gegenüber "Bild", dass der Kreml bei anhaltendem Druck der Ukraine auf Goldreserven zurückgreifen und sich weiter stark verschulden muss, um den Krieg weiterhin finanzieren zu können. "Beides geht nicht ewig", so der österreichische Politikwissenschaftler.
Der unabhängige Miltäranalyst Fabian Hinz sieht als Ursache für das Benzin-Problem vor allem die nicht mehr ausreichende russische Flugabwehr bei den massiven ukrainischen Drohnenangriffen. Auch wenn die "große Mehrheit" der ukrainischen Drohnen abgeschossen würde, kämen "immer noch genug an ihr Ziel, um neuralgische Punkte wie den Energiesektor des Landes zu treffen", analysiert er für die "Bild".
Rosneft-Chef klagt über Schäden an Raffinerien
Auch in Russland selbst wird man sich dem Boulevardblatt zunehmend über die aktuellen Herausforderungen bewusst. So schickte zum Beispiel Igor Setschin, Chef des russischen Mineralölkonzerns Rosneft, ein Schreiben an den Kreml, indem er über die gravierenden Schäden an Raffinerien durch ukrainische Angriffe klagte. Für Putin sind das alles weitere Hiobsbotschaften, während seine Truppen an der Front zuletzt ebenfalls keine größeren Erfolge feiern konnten und die Ukraine mittlerweile wichtige Nachschubrouten blockiert.
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