Iran-Krieg: Plan für den Frieden - Gespräche gehen nach Trump-Drohung weiter
US-Vizepräsident J.D Vance führt in der Schweiz Gespräche zum Ende des Iran-Krieges. Bild: Nathan Howard/Pool Reuters/AP/dpa/dpa
Erstellt von Sabrina Böhme
22.06.2026 09.00
- Friedensverhandlungen: USA und Iran setzen sich Frist von 60 Tagen
- Gespräche über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges laufen in der Schweiz
- Donald Trump drohte zuvor der iranischen Führung
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren bislang steinig. Nachdem beide Länder einen Vorvertrag zum Kriegsende unterzeichneten und die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus als geschlossen bezeichneten, sorgten Donald Trumps wütende Beiträge auf Truth Social für eine kurzzeitige Unterbrechung der Friedensverhandlungen. Doch die Gespräche gehen in der Schweiz weiter.
Frist für Friedensabkommen im Iran-Krieg
Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, hieß es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.
Die Gespräche hätten in einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden. "Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt, inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche", hieß es in der von den Vermittlern auf der Plattform X verbreiteten Erklärung weiter. Es sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, hieß es weiter. Ziel sei eine sichere Passage für Schiffe durch die Meerenge. Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen, wo es immer wieder zu gegenseitigen Attacken der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz kommt.
Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen den Angaben zufolge während der laufenden Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock bei Luzern fortgesetzt werden.
Erster Test für Friedensvereinbarungen mit USA - "Große Fortschritte" in Bezug auf Krieg im Libanon
Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X, es habe bei den Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, "große Fortschritte" gegeben. Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sei der "erste wirkliche Test" der Vereinbarungen. Die US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein großer Plan für den Wiederaufbau im Iran sei angestoßen worden.
Araghtschis Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen. Die US-Seite äußerte sich in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstags.
Vance führt Gespräche
Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani postete am frühen Morgen auf der Plattform X ein Foto, das ihn zusammen mit US-Vizepräsident JD Vance und dem Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, zeigte. "Live aus Luzern, die Arbeit geht weiter", schrieb er dazu. Vance scheint auf dem Foto auf einem Laptop zu tippen.
Das erste direkte Gespräch der Delegationen in der Schweiz dauerte am Sonntagnachmittag Berichten zufolge gut eine Stunde. Die US-Delegation wurde von Vance angeführt. Er hatte bereits zuvor angedeutet, dass er davon ausgehe, am Montag zurück in die USA zu reisen.
Von iranischer Seite nahm neben Außenminister Araghtschi unter anderem Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Verhandlungsführer teil.
Trumps erneute Drohung gegen den Iran
Am Sonntagnachmittag hatte Trump neue Drohungen in Richtung Teheran gesendet. Der Iran müsse seine "hoch bezahlten Stellvertreter" im Libanon unverzüglich daran hindern, Unruhe zu stiften, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die Hisbollah. «Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart treffen."
Dem Sender Fox News sagte Trump, er habe dem Iran wegen der Straße von Hormus eine dringende Warnung übermittelt. "Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr", wurde Trump von Fox News zitiert. "Ihr werdet nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können."
Am Samstag hatte der Iran wegen der Lage im Libanon erklärt, die Straße von Hormus sei wieder geschlossen. Das US-Militär widersprach dieser Darstellung.
Iran kontert Trumps Droh-Beiträgen
Dass allerdings auch der Iran an einer diplomatischen Lösung interessiert scheint, zeigte sich in der Reaktion des iranischen Verhandlungsführers auf die Querschüsse aus Washington. Die Amerikaner sollten sich bewusst sein, dass sie sich nicht in ihrer jetzigen ausweglosen Lage befänden, wenn solche Drohungen tatsächlich Wirkung hätten, schrieb Ghalibaf auf X. "Wir nehmen diese Äußerungen nicht ernst, dennoch wäre es ratsam, wenn sie mehr Zurückhaltung übten." Die iranischen Streitkräfte blieben bereit, auf andere Weise zu reagieren. "Unabhängig davon, wie viel sie reden, wir sind diejenigen, die handeln", schrieb Ghalibaf.
Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch vereinzelt gebrochen wurde. Vergangene Woche schlossen die USA und der Iran dann ein Rahmenabkommen ab - mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen eine umfassende Einigung für ein Kriegsende zu erreichen.
Weitere News rund um Donald Trump:
- Wutanfall im TV - US-Präsident gibt dem Wetter die Schuld
- Psycho-Tricks und Spielchen - so beeinflusst der US-Präsident seine Wähler