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Trotz Donald-Trump-Deal: Iran macht Straße von Hormus erneut dicht - ist Trumps Abkommen geplatzt?

Nur Tage nach Donald Trumps historischem Deal mit dem Iran lässt Teheran die Muskeln spielen – und erklärt die wichtigste Ölroute der Welt erneut für gesperrt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin

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  • Iran verkündet erneute Schließung der Straße von Hormus
  • Wichtige Öl-Route kurz nach Donald Trumps Deal wieder dicht
  • Iran begründet Blockade mit "Antwort auf den Treuebruch des Feindes"

Nur wenige Tage, nachdem die USA und der Iran einen Vorvertrag zum Ende des Iran-Krieges unterzeichneten und Donald Trump stolz verkündete, die seit Ende Februar 2026 blockierte Straße von Hormus sei wieder frei, straft Teheran den US-Präsident Lügen. Die iranischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus erneut für geschlossen erklärt. Als Begründung nannte das Militärkommando die fortgesetzten israelischen Angriffe im Südlibanon, die gegen die vereinbarte Waffenruhe verstoßen würden.

Iran blockiert Straße von Hormus erneut - kurz nach Donald Trumps Deal-Abschluss

"Dies ist der erste Schritt als Antwort auf den Treuebruch des Feindes", hieß es in einer im iranischen Staatsfernsehen verlesenen Erklärung. Die Revolutionsgarden warnten Schiffe davor, sich der strategisch wichtigen Meerenge zu nähern. Sollten die militärischen Aktivitäten andauern, würden weitere Maßnahmen folgen. Die Waffenruhe im Libanon sollte eigentlich seit dem 19. Juni gelten, doch sowohl die Hisbollah als auch die israelische Armee werfen der jeweils anderen Seite Verstöße vor.

Straße von Hormus für Schiffspassage geschlossen - Vertragsbruch als Begründung

Die iranische Militärführung begründete die Blockade mit der "Nichtumsetzung des ersten Abschnitts des Waffenstillstandsabkommens". Neben den fortgesetzten Angriffen kritisierte Teheran auch die israelische Truppenpräsenz im Südlibanon. Das Rahmenabkommen erwähnt diese zwar nicht ausdrücklich, spricht jedoch von der Wahrung der territorialen Integrität und Souveränität des Libanons.

Der Iran fordert von den USA, Druck auf die israelische Regierung auszuüben. Die israelischen Streitkräfte kündigten hingegen an, weiterhin gegen jede Bedrohung für den Staat und seine Soldaten vorzugehen. Die Hisbollah-Miliz, Teherans wichtigster Verbündeter in der Region, erklärte ihrerseits, an der Waffenruhe festzuhalten. Gleichzeitig werde man sich jedoch gegen jeden Versuch wehren, weiteres Territorium zu besetzen. Bei israelischen Angriffen kamen am Samstag 16 Menschen ums Leben.

Trump-Vize Vance zweifelt an erneuter Blockade - US-Streitkräfte halten Meerenge offen

Trotz der iranischen Ankündigung blieb der Schiffsverkehr am 20. Juni weitgehend ungestört. Nach Angaben des US-Militärs passierten 55 Schiffe die Meerenge, darunter Tanker mit rund 17 Millionen Barrel Öl. Die amerikanischen Streitkräfte seien weiterhin vor Ort, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.

US-Vizepräsident J.D. Vance zeigte sich gegenüber Fox News skeptisch, ob die Sperrung tatsächlich umgesetzt werde. Es gebe "keine Beweise" für eine Schließung der Wasserstraße. Die transportierte Ölmenge entspreche dem Niveau vor Kriegsbeginn, was darauf hindeute, dass die Passage weiterhin offen sei. Das Centcom betonte, man werde sicherstellen, dass sämtliche Vereinbarungen des Rahmenabkommens "eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden".

Diplomatische Gespräche zwischen USA und Iran beginnen trotz Eskalation

Die ursprünglich für Freitag geplanten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran wurden zunächst verschoben, dafür beginnen am 21. Juni technische Gespräche im schweizerischen Bürgenstock. Das iranische Außenministerium bestätigte die Entsendung einer Delegation, die dort die "Umsetzung der Verpflichtungen der anderen Seite" einfordern werde.

In einer offenbar kurzfristigen Intervention ordnete Israels Premierminister Benjamin Netanyahu am Abend des 20. Juni einen Feuerstopp an. Israelische Medien berichteten, dieser Schritt sei in Abstimmung mit den USA erfolgt. Vizepräsident Vance kündigte zudem an, in den kommenden Tagen selbst in die Schweiz reisen zu wollen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die im 14-Punkte-Abkommen vereinbarte Waffenruhe halten werde.

Straße von Hormus im Fokus: Das macht die Meerenge zu einem gewichtigen Druckmittel

Die Straße von Hormus ist vom Iran erneut für blockiert erklärt worden. Bild: Wen Xinnian/Xinhua/dpa/dpa

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman werden etwa 20 Prozent des globalen Energiehandels abgewickelt. Als einziger Zugang zum Persischen Golf und damit zu mehreren arabischen Golfstaaten kann Teheran die Meerenge als Hebel in Konflikten einsetzen. Bereits seit dem 28. Februar hatte der Iran die Wasserstraße weitgehend blockiert. Die Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte und globalen Lieferketten waren erheblich.

Für den Iran ist die Verknüpfung des Libanon-Konflikts mit dem US-Abkommen Teil einer neuen Sicherheitsstrategie. Laut dem Nahost-Experten Simon Wolfgang Fuchs von der Hebräischen Universität Jerusalem sollen die Schicksale Teherans und Beiruts aneinander gekoppelt werden. Der Iran habe gedroht, ein endgültiges Abkommen erst nach einem israelischen Rückzug aus dem Südlibanon zu unterzeichnen.

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/news.de/dpa/stg

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