Oreschnik-Rakete im Freizeitpark: Wladimir Putin macht Killerwaffe zu Familien-Attraktion
In einem russischen Freizeitpark können Kinder und Familien jetzt ein Fahrgeschäft nutzen, das nach Wladimir Putins tödlicher Hyperschallrakete "Oreschnik" benannt wurde. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dmitri Lovetsky
Erstellt von Claudia Löwe
11.06.2026 14.37
- Wladimir Putins Todes-Rakete "Oreschnik" wird Freizeitpark-Attraktion
- Fahrgeschäft in St. Petersburg nach russischer Hyperschallrakete benannt
- Russische Familien stehen Schlange vor Kriegswaffen-Attraktion im "Diwo Ostrow"-Park
In seinen im Februar 2022 vom Zaun gebrochenen Angriffskrieg auf die Ukraine fand Wladimir Putin ideale Bedingungen, um seine neu entwickelte Hyperschallrakete "Oreschnik" erstmals unter Kriegsbedingungen einzusetzen. Seit Ende 2024 verbreiten die mobilen mit Streumunition bestückten Mittelstrecke-Raketen im Ukraine-Krieg Angst und Schrecken - in Russland scheint man es indes angemessen zu finden, eine Freizeitpark-Attraktion nach den Killer-Bomben zu benennen.
Wladimir Putins Killer-Rakete steht Pate für Freizeitpark-Attraktion
Genau das ist dem britischen "Daily Star" zufolge nämlich in St. Petersburg der Fall: Im dortigen Freizeitpark "Diwo Ostrow" steht Besucherinnen und Besuchern jetzt eine Attraktion zur Verfügung, die selbst für russische Verhältnisse alle Grenzen des guten Geschmacks sprengt. Auf der Krestowski-Insel können Besucher des Freizeitparks nun auf einem raketenförmigen Fahrgeschäft Platz nehmen, das nach Putins gefürchteter Hyperschallrakete "Oreschnik" benannt wurde. Dennoch bilden sich dem Bericht zufolge langeWarteschlangen vor der Attraktion – darunter auch Familien mit Kindern. Für umgerechnet sechs Euro können Gäste das makabre Vergnügen erleben.
"Oreschnik"-Rakete wird Fahrgeschäft im Freizeitpark - Familien stehen Schlange
Ursprünglich trug das Fahrgeschäft den harmlosen Namen "Haselstrauch". Auf der Parkwebseite wurde es zunächst als Weltraum-Erlebnis beworben: "Erleben Sie den Nervenkitzel von Astronauten, während Sie über die Erdatmosphäre hinaussteigen", hieß es dort. Besucher sollten den Park aus einer "neuen, unerwarteten Perspektive" entdecken können. Doch dann folgte ein Namenswettbewerb – mit eindeutigem Ergebnis. Das in den Farben der russischen Flagge gestrichene Fahrgeschäft erhielt die Bezeichnung "Oreschnik". Der Name verweist unmissverständlich auf jene Hyperschallrakete, die in der Ukraine bereits Tausende Menschen getötet haben soll.
Freizeitpark in St. Petersburg bietet von Todesrakete inspiriertes Fahrgeschäft an
Die Konstruktion des Fahrgeschäfts ahmt die tödliche Vorlage aus Putins Waffenarsenal auf makabre Weise nach: Vier kleinere raketenförmige Elemente umgeben eine zentrale, größere Nachbildung. Die Passagiere werden mit hoher Geschwindigkeit in die Luft katapultiert, bevor sie wieder zur Erde zurückkehren – allerdings mit deutlich weniger Opfern als beim realen Vorbild.
Die echte Oreschnik-Rakete ist eine Hyperschallwaffe mittlerer Reichweite, die Geschwindigkeiten von Mach 10 erreicht – mehr als 7.600 Meilen pro Stunde. Sie kann zwischen 1.200 und 1.500 Kilogramm Nutzlast transportieren und verfügt über sechs Sprengköpfe. Jeder dieser Sprengköpfe kann wiederum sechs Submunitionen freisetzen, insgesamt also 36 Geschosse, die mehrere Ziele gleichzeitig treffen können.
Russen strömen in Scharen zum Familienausflug zur Massenvernichtungswaffe
Die Rakete "Oreschnik" gilt als eine der neuesten Entwicklungen der russischen Waffentechnik. Sie ist prinzipiell fähig, Atomsprengköpfe zu tragen. Bild: picture alliance/dpa/Russian Defense Ministry Press Service/AP | -
Experten zufolge wurde die echte Oreschnik-Rakete nicht für präzise Angriffe konzipiert, sondern für maximale Zerstörung durch ihre enorme Geschwindigkeit. Dass ausgerechnet diese Waffe nun als Vorlage für ein Kinderkarussell dient, wirft Fragen auf. Während in der Ukraine Menschen unter dem Beschuss dieser Hyperschallraketen sterben, posieren in St. Petersburg lächelnde Familien vor der bunten Nachbildung. Die Attraktion reiht sich ein in eine zunehmende Militarisierung des öffentlichen Raums in Russland – wo der Krieg offenbar auch im Freizeitpark gefeiert werden soll.
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