Wladimir Putin: Kremlchef macht Donald Trump mit Rambo-Fantasie lächerlich
Wladimir Putin (links) freut sich über Donald Trumps "Rambo-Art". Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
08.06.2026 11.22
- Wladimir Putin macht Donald Trump für Rambo-Auftritt lächerlich
- Wladimir Putin schickt strategisches Signal an Donald Trump
- Donald Trump und J.D. Vance sorgen für Dresscode-Skandal
Der russische Präsident Wladimir Putin hat während seines jährlichen Wirtschaftsforums in St. Petersburg, bei dem er auch über einen möglichen Nato-Angriff sprach, öffentlich seine "Dankbarkeit" gegenüber Donald Trump zum Ausdruck gebracht. In einer im Fernsehen übertragenen Rede lobte Putin den US-Präsidenten dafür, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im vergangenen Jahr vor laufenden Kameras im Oval Office bloßgestellt zu haben.
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Wladimir Putin macht Donald Trump für Rambo-Auftritt lächerlich
Der Kremlchef erinnerte an die demütigende Szene vom Februar 2025: "Wir alle haben gesehen, wie Donald - vor den Augen der ganzen Welt - den Verfasser dieses Briefes [Selenskyj, Red.] belehrte, indem er auf den Dresscode hinwies." Damit bezog sich der Kremlchef auf jenes berüchtigte Treffen, bei dem Trump und Vizepräsident JD Vance Selenskyj wegen seiner Kleidung attackierten.
Besonders bizarr wurde Putins Auftritt, als er eine Anspielung auf den ersten Teil der legendären Filmreihe "Rambo" aus dem Jahr 1982 machte.
- "Auf Rambo zu machen, mag in manchen Kontexten angemessen sein, natürlich, aber nicht überall", spottete Putin sinngemäß.
- Er "dankte" Trump ausdrücklich für dessen "Bemühung", fügte aber hinzu: "Es ist zweifellos hilfreich, aber es gibt noch Arbeit zu erledigen, und wir müssen weitermachen."
- Videos beim Social-Media-Dienst X dokumentieren die Szene.
Wladimir Putin schickt strategisches Signal an Donald Trump
Mit seiner Erwähnung des Oval-Office-Zwischenfalls verfolgte Wladimir Putin offenbar eine klare Strategie. Laut "The Daily Beast" versuchte der Kremlchef, Donald Trump davon zu überzeugen, dass Russland und die Vereinigten Staaten gemeinsam gegen die Ukraine stehen - nicht umgekehrt.
- Die Botschaft sei unmissverständlich gewesen: Putin forderte den US-Präsidenten auf, seine öffentliche Demütigung Selenskyjs fortzusetzen. Der Verweis auf "Rambo", von dem bekannt ist, dass Trump ein Fan des Films ist, sollte dabei als Erinnerung dienen.
Putins ungewöhnliche Lobeshymne auf Trump erfolgte als direkte Reaktion auf einen provokanten Schritt des ukrainischen Präsidenten.
- Selenskyj hatte zuvor einen offenen Brief an Putin veröffentlicht, in dem er den 73-jährigen Kremlchef zu direkten Friedensverhandlungen einlud - garniert mit einer spitzen Bemerkung über Putins Alter.
- "Das Alter beginnt seinen Tribut zu fordern", schrieb Selenskyj.
- Der Brief war offenbar darauf ausgelegt, Trumps Aufmerksamkeit auf Putins angeblich schwindende Macht, sinkende Zustimmungswerte und wirtschaftliche Rückschläge nach Jahren des Krieges zu lenken.
Donald Trump und J.D. Vance sorgen für Dresscode-Skandal im Weißen Haus
Zum Hintergrund: Im Februar 2025 inszenierte Trump gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten JD Vance eine diplomatische Demontage des ukrainischen Staatschefs direkt im Machtzentrum der USA. Vor einer Schar von Fernsehkameras geriet Selenskyj ins Visier, als ein Reporter danach fragte, weshalb der Präsident der Ukraine keinen Anzug trage. Was folgte, war ein beispielloser Moment der öffentlichen Bloßstellung. Trump und Vance nutzten die Gelegenheit, um Selenskyj wegen seiner Kleiderwahl anzugreifen und ihn zurechtzuweisen.
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