"Ohne mich wärst du im Gefängnis!": Donald Trump verliert bei Netanjahu-Telefonat komplett die Nerven
Berichten zufolge platzte Donald Trump bei einem Telefonat mit Israels Regierungschef Netanjahu gewaltig der Kragen. Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa/dpa
Erstellt von Claudia Löwe
02.06.2026 14.42
- Nahost-Konflikt aktuell: Israel droht weiter mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon
- Donald Trump eskaliert bei Telefonat mit Benjamin Netanjahu
- "Ohne mich wärst du im Gefängnis!" US-Präsident platzt am Telefon der Kragen
Die aktuellen Entwicklungen im Nahost-Konflikt haben Berichten zufolge bei US-Präsident Donald Trump die Sicherungen durchbrennen lassen: Wie das Nachrichtenportal "Axios" berichtet, kam es zu einem heftigen Streit zwischen Trump und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Während eines Telefonats am Abend des 1. Juni 2026 soll Trump den 76-Jährigen unflätig beschimpft und angeschrien haben.
"Alle hassen dich!" Donald Trump schreit Benjamin Netanjahu am Telefon an
"Du bist total verrückt", soll Trump laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Quellen gesagt haben. Der US-Präsident ging noch weiter: "Ohne mich wärst du im Gefängnis. Ich rette deinen A****. Jetzt hassen dich alle. Alle hassen Israel deswegen." Gegen Netanjahu läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess. Trump hat sich für seine Begnadigung starkgemacht und dabei nach Medienberichten auch den israelischen Präsidenten Izchak Herzog persönlich beleidigt.
Zwei Quellen berichteten gegenüber "Axios", dass Trump dem israelischen Regierungschef Undankbarkeit vorwarf. Zudem habe er Netanjahu gewarnt, dass Angriffe auf Beirut die Lage für Israel nur verschlimmern würden. Auslöser des Wutausbruchs war offenbar Trumps Überzeugung, dass Israels Vorgehen seine Friedensbemühungen mit dem Iran torpediert. Aus Kreisen um Netanjahu hieß es dagegen, es habe keine persönlichen Angriffe gegeben, das Gespräch sei angespannt verlaufen, habe aber mit Einigungen geendet.
Es hatte bereits in der Vergangenheit Berichte über angespannte Gespräche zwischen Trump und Netanjahu gegeben. Das jüngste Telefonat sei aber "eines der schlimmsten" gewesen, schrieb "Axios".
Donald Trump sieht Friedenspläne im Iran wegen Israel gefährdet laut Bericht
Der Hintergrund des Konflikts: Israel hat seine militärischen Operationen im Libanon gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz zuletzt deutlich ausgeweitet. Israelische Truppen drangen immer tiefer ins Landesinnere vor und eroberten Ende Mai die strategisch wichtige Festung Beaufort Castle – der weiteste Vorstoß seit über 26 Jahren. Diese Eskalation bringt nun Donald Trumps diplomatische Bemühungen in Gefahr. Am 1. Juni stoppte der Iran laut dem staatsnahen Nachrichtenportal Tasnim den Austausch mit den USA über pakistanische Vermittler. Teheran begründete dies damit, dass ein Stopp der israelischen Angriffe auf die Hisbollah-Verbündeten Voraussetzung für die Waffenruhe sei. Die iranische Führung stellte klare Bedingungen: Kein Dialog, solange Israel nicht vollständig aus dem Libanon abzieht und auch die Angriffe in Gaza einstellt.
Donald Trump verkündet Waffenruhe, doch Netanjahu widerspricht
Kurz nach dem hitzigen Telefonat verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social einen Stopp der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah. Der israelische Premier habe seine Truppen umkehren lassen und werde keine Soldaten in die libanesische Hauptstadt entsenden, so Trump.
Doch Netanjahu stellte diese Darstellung umgehend infrage und ließ Donald Trump auflaufen. Auf der Plattform X erklärte er, Israel werde Terrorziele in Beirut angreifen, sollte die Hisbollah ihre Attacken auf israelische Städte nicht einstellen. "An dieser Haltung hält Israel unverändert fest", betonte der Regierungschef. Die israelische Armee werde ihre Operationen im Südlibanon planmäßig fortsetzen.
שוחחתי הערב עם הנשיא טראמפ ואמרתי לו שאם חיזבאללה לא יחדל לתקוף את ערינו ואזרחינו - ישראל תתקוף מטרות טרור בביירות.
— Benjamin Netanyahu - בנימין נתניהו (@netanyahu) June 1, 2026
עמדתנו זו עומדת בעינה.
במקביל, צה״ל ימשיך לפעול כמתוכנן בדרום לבנון.
Libanons Präsident Joseph Aoun präzisierte, der angekündigte Angriffsstopp beziehe sich zunächst nur auf die südlichen Vororte Beiruts. Die Hisbollah habe dem US-Vorschlag zugestimmt.
Nahost-Konflikt aktuell: Kämpfe zwischen Israel und Hisbollah spitzen sich zu
Die Realität holte Trumps Ankündigung schnell ein. Bereits am Morgen des 2. Juni wurde Israel erneut vom Libanon aus angegriffen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte fingen sie zwei Geschosse ab, die auf den Norden des Landes gerichtet waren.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die militärischen Operationen im Libanon gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz zuletzt deutlich ausgeweitet. Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa/dpa
Die Situation zwischen Israel und der Hisbollah hatte sich zuletzt massiv verschärft. Zwar hatten Israel und die libanesische Regierung Mitte April eine Waffenruhe vereinbart, doch die Hisbollah selbst lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab. Seitdem attackieren sich beide Seiten täglich – mit zahlreichen Opfern vor allem auf libanesischer Seite. Vertreter beider Länder verhandeln seit Wochen in Washington über eine Entschärfung des Konflikts. Am 2. und 3. Juni sind weitere Gespräche in der US-Hauptstadt angesetzt.
Donald Trump will Iran-Deal unter Dach und Fach bringen - so ehrgeizig ist sein Zeitplan
Donald Trump verfolgt unterdessen sein hehres Ziel, einen Deal mit dem Iran in Rekordgeschwindigkeit unter Dach und Fach zu bringen und nannte in einem Telefoninterview mit ABC News die "nächste Woche" als möglichen Zeitraum für ein Rahmenabkommen mit dem Iran. Dieses soll unter anderem die Öffnung der Straße von Hormus umfassen. Trump betonte jedoch, dass noch Punkte zu klären seien und er dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Auch Teheran hat bislang keine öffentliche Zusage gegeben.
Die USA und der Iran ringen intensiv um eine Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt optimistische Zeitpläne genannt, die sich dann nicht bewahrheiteten.
The Department of Justice disagrees strongly with the decision on the Anti-Weaponization Fund put forth by the United States District Court Judge in the Eastern District of Virginia, wherein the Court stated that, under no circumstances, may the Department of Justice proceed with…
— U.S. Department of Justice (@TheJusticeDept) June 1, 2026
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