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Wladimir Putin: "Flamingo"-Angriff erschüttert Putin - Raffinerie muss Produktion stoppen

Wladimir Putin bangt nach einem Groß-Angriff der Ukraine um seine Öl-Raffinerien. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

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  • Ukraine greift russisches Territorium mit "Flamingo"-Marschflugkörpern und Drohnen an
  • Militäranlage in Tscheboksary und große Ölraffinerie in Kirishi schwer getroffen
  • Russland meldet Tote, Verletzte und Produktionsstopp in zentraler Raffinerie

Die Ukraine hat in der Nacht zum 5. Mai einen großangelegten Angriff auf russisches Territorium
durchgeführt. Dabei trafen "Flamingo"-Marschflugkörper eine Militärproduktionsstätte in Tscheboksary, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Die Raketen, die Wladimir Putin den nächsten Rückschlag im Ukraine-Krieg bescherten, legten dabei mehr als 1.500 Kilometer zurück.

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Nächster Putin-Rückschlag: Drohnenangriff erschüttert Militärproduktionsstätte in Tscheboksary

"Die getroffene Militärproduktionsanlage stellte Relaisschutzsysteme, Automatisierungsausrüstung und Niederspannungsgeräte her", erklärte Selenskyj in einem auf Telegram veröffentlichten Post und fügte hinzu: "Russland muss seinen Krieg beenden und zu echter Diplomatie übergehen. Wir haben unseren Vorschlag gemacht." Dazu veröffentlichte Selenskyjspäter ein Video, das den Abschuss der ukrainischen "Flamingo"-Marschflugkörper zeigte.

Aufnahmen in sozialen Medien zeigten ein großes Feuer auf dem Gelände des staatlichen Instituts JSC VNIIR-Progress. Russische Staatsmedien berichteten später von zwei Toten und 32 Verletzten durch den Angriff.

Putins Kirishi-Raffinerie muss Produktion stoppen

Am selben Morgen traf die ukrainische Armee auch die Kirishi-Ölraffinerie im Leningrader Gebiet – eine der drei größten Anlagen Russlands. Der Drohnenangriff beschädigte drei der vier Rohöl-Destillationseinheiten sowie mehrere Hilfsanlagen, wie Branchenquellen gegenüber "Reuters" bestätigten.

Die Raffinerie stellte daraufhin die Verarbeitung komplett ein. Das volle Ausmaß der Schäden macht es laut den Quellen schwierig einzuschätzen, wie lange die Reparaturen dauern werden. Auch das NASA-Feuerüberwachungssystem FIRMS registrierte mehrere Brände auf dem Raffineriegelände, was die Angaben des Gouverneurs Alexander Drosdenko bestätigte.

Strategische Ziele mit enormer Bedeutung

Wie "kyivindependent.com" berichtet, spielen dieangegriffenen Einrichtungen eine zentrale Rolle für Russlands Kriegsführung. Die Kirishi-Raffinerie verfügt über eine jährliche Verarbeitungskapazität von rund 20 bis 21 Millionen Tonnen Rohöl und produziert mehr als sechs Prozent des gesamten russischen Raffinerieöls. Darunter fallen auch Treibstoffe, die direkt die russischen Streitkräfte versorgen.

Die Fabrik in Tscheboksary wiederum stellte Komponenten für Hochpräzisionswaffen her, mit denen Moskau die Ukraine angreift. Dazu gehörten Relaisschutzsysteme und Automatisierungsausrüstung. Mit den Flamingo-Raketen demonstrierte Kiew seine Fähigkeit, auch weit entfernte militärische Produktionsstätten zu treffen.

Europa setzt auf ukrainische Drohnen-Expertise

Parallel zu den Angriffen verkündete die Europäische Kommission am 5. Mai den Start der EU-Ukraine-Drohnenallianz. Die Initiative soll unbemannte Luftfahrtsysteme und Abwehrkapazitäten stärken – und dabei gezielt auf die Fronterfahrungen der Ukraine zurückgreifen.

"Wiederholte Verletzungen des Luftraums von EU-Mitgliedstaaten haben die Dringlichkeit gezeigt, eine flexible, agile und hochmoderne europäische Kapazität zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge zu schaffen", begründete die Kommission den Schritt.

Das Projekt vereint Teilnehmer aus EU-Staaten, dem Europäischen Wirtschaftsraum, der EFTA und der Ukraine. Ziel ist eine koordinierte Verteidigung aller Mitgliedstaaten sowie die beschleunigte Einführung innovativer Technologien.

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