Wladimir Putin: Putins Blackout-Befehl legt Russlands Metropolen lahm
Wladimir Putins Internet-Sperre hat weitreichende Folgen für Millionen Russen, die nun weder bezahlen noch telefonieren können. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Alexander Kazakov
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
07.05.2026 08.50
- Putin kappt mobiles Internet in Moskau und St. Petersburg – offiziell aus "Sicherheitsgründen"
- Millionen Menschen betroffen: Bezahlen, Navigation und Kommunikation zeitweise gestört
- Experten warnen vor wachsender Kontrolle
Russland hat am Montag (5. Mai) das mobile Internet in Moskau und St. Petersburg abgeschaltet. Als Begründung nannten die Behörden Sicherheitsbedenken im Vorfeld der traditionellen Siegesparade am 9. Mai.
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Netz-Aus in Russland: Putins drastischer Schritt kurz vor der Parade
Der Kreml verwies auf ein erhöhtes Risiko ukrainischer Drohnenangriffe während der Feierlichkeiten. Das Digitalministerium sprach von einer "vorübergehenden Blockade des mobilen Internets", die "aus Sicherheitsgründen" verhängt worden sei, wie "Reuters" berichtete.
Die Maßnahme traf Millionen Nutzer in den beiden größten Städten des Landes und verdeutlicht einmal mehr, wie weitreichend staatliche Eingriffe in die digitale Infrastruktur mittlerweile ausfallen.
Millionen Russen offline: Alltag bricht plötzlich zusammen
Die Sperrung hatte unmittelbare Konsequenzen für den Alltag der Bevölkerung. Zahlungsvorgänge, Navigationsdienste und die mobile Kommunikation funktionierten zeitweise nicht mehr. Kurz nach Mittag gab das Digitalministerium bekannt, dass die Blockade in Moskau aufgehoben wurde.
Allerdings stellten die Mobilfunkanbieter den Zugang zunächst nur zu sogenannten "Whitelist"-Seiten wieder her – also zu staatlich genehmigten Internetangeboten, die auch während Abschaltungen erreichbar bleiben. Neben den beiden Metropolen meldeten auch andere Landesteile Probleme mit der Internetverbindung, darunter die Region Perm.
Internetsperre erfolgt nur wenige Tage vor Putins Militärparade
Die Internetsperre fällt in die Vorbereitungsphase für den 9. Mai, Russlands bedeutendsten Nationalfeiertag. An diesem Tag inszeniert der Kreml in Moskau großangelegte Militärparaden zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.
Die Feierlichkeiten betonen traditionell die Rolle der Sowjetunion beim Sieg über Nazi-Deutschland. Gleichzeitig nutzt die russische Führung das Ereignis, um militärische Stärke zu demonstrieren und die offizielle Darstellung des Krieges in der Ukraine zu untermauern. Die Behörden warnen aktuell vor möglichen ukrainischen Drohnenangriffen während der Paradezeit.
Experten warnen vor "digitalem eisernen Vorhang"
Derartige Internetabschaltungen gehören in Russland mittlerweile zum Alltag. Die Behörden begründen sie regelmäßig mit Sicherheitserwägungen. Die jüngsten Einschränkungen reihen sich in ein Muster verschärfter staatlicher Kontrolle über den digitalen Raum ein.
In den vergangenen Jahren hat die russische Regierung den Zugang zu beliebten Apps eingeschränkt und versucht, die Nutzung von VPN-Diensten zu unterbinden. Fachleute interpretieren diese zunehmende Zensur als Teil einer umfassenderen Strategie zur Konsolidierung der Macht über das Internet. Sie sprechen von einem "digitalen Eisernen Vorhang", der den Zugang der russischen Bevölkerung zum freien Internet systematisch beschneidet.
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