Carlo Masala: Putin-Invasion früher als erwartet? Militärexperte warnt vor Angriff auf Nato
Der deutsche Politikwissenschaftler Carlo Masala hält einen russischen Angriff auf die Nato vor 2029 für möglich. Bild: picture alliance/dpa | Thomas Banneyer
Erstellt von Martin Gottschling
03.05.2026 12.23
- Laut Militärexperte Carlo Masala könnte Wladimir Putin die Nato bereits vor 2029 angreifen
- Politikwissenschaftler hält die Bundeswehr aktuell nicht ausreichend auf eine mögliche russische Invasion vorbereitet
- US-Präsident zieht währenddessen Truppen aus Deutschland ab
Westliche Politiker und Experten haben bereits mehrfach davor gewarnt, dass Wladimir Putin sich nicht mit der Eroberung der Ukraine zufriedengeben wird. Sie glauben, dass künftig auch Nato-Gebiet ins Visier des Kremlchefs geraten könnte. Unklar ist bislang jedoch, zu welchem Zeitpunkt der Kremlchef tatsächlich zu einem solchen Angriff bereit ist.Der renommierte deutsche Politikwissenschaftler Carlo Masala schlägt nun Alarm: Ein militärischer Vorstoß Russlands gegen das Militärbündnis könnte deutlich früher kommen als bisher angenommen.
Carlo Masala rechnet mit russischem Angriff auf Nato vor 2029
Im Gespräch mit der "Welt am Sonntag", über das auch "Focus Online" berichtet, machte der Professor für internationale Politik klar, dass Streitkräfte typischerweise auf "strategische Überraschung" setzen. "Und das wäre nicht 2029 oder 2030 – also der Zeitraum, auf den sich die Nato jetzt ausrichtet", so Masala. Aus Moskauer Perspektive gebe es schlicht keinen nachvollziehbaren Grund, mit einem Angriff zu warten, wenn sich Schwachstellen des Bündnisses bereits früher ausnutzen ließen.
Deutscher Militärexperte kritisiert Bundeswehr vor möglicher Putin-Invasion
Masala kritisiert zudem, dass Gesellschaft und Bundeswehr auf einen möglichen Putin-Angriff noch nicht ausreichend vorbereitet seien: "Die Frage, was wir tun können, damit wir morgen einsatzbereiter sind als heute, wird noch nicht mit der nötigen Konsequenz beantwortet".
Der Experte plädiert für den Erwerb kurzfristig einsetzbarer Ausrüstung und die Auswertung erlangtem russischen Militärgeräts, um Schwachstellen der eigenen Verteidigung aufzudecken. Mit Sorge blickt Masala auf die bislang nicht erfolgte Umsetzung einer Vereinbarung zwischen Berlin und Washington aus dem Jahr 2024. Sie sah dieStationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern und Dark-Eagle-Hyperschallraketen in Mainz-Kastel zur Abschreckung gegenüber Russland vor.
Donald Trump zieht "weit mehr als 5.000" Soldaten aus Deutschland ab - Republikaner sprechen von falschem Signal an Moskau
Masalas Aussagen erhalten vor dem jüngsten Konflikt zwischen Deutschland und den USA zusätzliche Bedeutung. Donald Trump hatte am Samstag den Abzug von "weit mehr als 5.000" US-Soldaten aus Deutschland angekündigt. Kurz zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die Vereinigten Staaten für eine fehlende Strategie im Iran-Krieg kritisiert. Selbst führende Republikaner wie Senator Roger Wicker und der Abgeordnete Mike Rogers reagierten jedoch mit Besorgnis auf Trumps Entscheidung. Sie warfen dem Präsidenten vor, ein falsches Signal an Wladimir Putin zu senden.
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