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Wladimir Putin: Kremlchef als Vermittler? Iran soll Deal mit Russland anstreben

Wladimir Putin hat sich mit dem iranischen Außenminister getroffen. Bild: picture alliance:dpa:Kremlin Pool:Sputnik via AP | Alexander Ryumin

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  • Wladimir Putin als Vermittler im Iran-Krieg?
  • Wirbel um Treffen zwischen Kremlchef und Iran-Außenminister Abbas Araghchi
  • Iran soll Deal mit Russland anstreben

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi traf am Sonntag (26. April) in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Das berichtet aktuell unter anderem das US-Portal "Newsweek". Das Gespräch fand vor dem Hintergrund festgefahrener Atomverhandlungen zwischen Teheran und Washington statt.

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Iran-Außenminister macht Trump-Regierung für Scheitern der Friedensverhandlungen verantwortlich

Vor dem Treffen machte der iranische Außenminister die USA für das Scheitern bisheriger Gespräche verantwortlich. Trotz erzielter Fortschritte seien die Verhandlungen an "überzogenen" amerikanischen Forderungen gescheitert, erklärte er gegenüber Journalisten. Die Waffenruhe zwischen beiden Ländern, die am 7. April vereinbart wurde, hat US-Präsident Donald Trump unbefristet verlängert. Sie beendete die Kampfhandlungen nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran Ende Februar weitgehend.

Wladimir Putin als Vermittler im Iran-Krieg? Iran soll Deal mit Russland anstreben

Ein zentraler Konfliktpunkt zwischen Iran und den USA bleibt der Umgang mit Teherans angereichertem Uran. Donald Trump besteht darauf, dass Iran es abgeben müsse. Gerade hier könnte Russland eine entscheidende Rolle spielen. "Russlands potenzielle Rolle ist besonders relevant für die Nuklearakte, speziell für die Frage von Irans Beständen an hochangereichertem Uran", erklärte Hamidreza Azizi vom Berliner Think Tank SWP gegenüber "Newsweek". Ein vergleichbarer Mechanismus existierte bereits im Atomabkommen von 2015. Damals wurde angereichertes Uran nach Russland transferiert, im Gegenzug erhielt Iran Brennstoff für zivile Zwecke. Der Kreml habe wiederholt signalisiert, eine ähnliche Funktion erneut übernehmen zu wollen, so Azizi.

Wirbel um Treffen zwischen Wladimir Putin und Iran-Außenminister Abbas Araghchi

Russland gehört zu den wenigen Akteuren weltweit, die sowohl mit den USA als auch mit Israel und Iran Kommunikationskanäle unterhalten. Doch ob Moskau tatsächlich vermitteln will, bleibt fraglich. "Russland profitiert davon, dass die USA erneut im Nahen Osten feststecken und weniger Aufmerksamkeit sowie Ressourcen für den Ukraine-Krieg übrigbleiben", sagte Vuk Vuksanovic vom Think Tank LSE IDEAS gegenüber "Newsweek". Auch wirtschaftlich ziehe Moskau Vorteile aus höheren Energiepreisen und möglichen Sanktionserleichterungen.

Russland profitiert maßgeblich von Donald Trumps Iran-Krieg

Hinzu komme ein diplomatischer Gewinn: Das sinkende Ansehen der USA in der islamischen Welt und im globalen Süden nütze stets Russland und China. Sollte Moskau dennoch Hilfe anbieten, würde es Gegenleistungen verlangen – etwa Zugeständnisse der Amerikaner in der Ukraine-Frage.

Deal zwischen Russland und Iran wäre eher symbolische Unterstützung statt strategischer Rettung

Die Beziehungen zwischen Iran und Russland haben sich in den vergangenen Jahren deutlich vertieft. Im Januar 2025 unterzeichneten beide Länder ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen – allerdings ohne gegenseitige Verteidigungszusagen. Trotz der engen Bande bezweifeln Experten, dass Russland Iran tatsächlich aus seiner Lage befreien kann. Teheran suche zwar russische diplomatische Rückendeckung und das Symbol einer Großmacht-Unterstützung, doch Moskau sei nicht in der Lage, eine echte strategische Rettung zu bieten.

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/bos/news.de/stg

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