Nahost-Experte warnt bei "Markus Lanz": US-Iran-Konflikt noch lange nicht vorbei - droht Deutschland ein Kriegseintritt?
Nahost-Experte Daniel Gerlach spricht bei "Markus Lanz" über den Iran-Konflikt. Bild: ZDF/Cornelia Lehmann
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
09.04.2026 11.43
- Nahost-Experte Daniel Gerlach warnt: Entspannung zwischen USA und Iran ist nicht in Sicht
- US-Militärerfolg wird als "Pyrrhussieg" bewertet, Iran agiert strategisch und kalkuliert
- Evangelikale USA sehen den Konflikt als religiösen Kampf
- Deutschland könnte durch Ramstein involviert werden
Nahost-Experte Daniel Gerlach hat in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz eindringlich davor gewarnt, zu große Hoffnungen auf die bevorstehenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu setzen. Eine Entspannung der Lage sei keineswegs absehbar.
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Nahost-Experte schlägt Alarm: Keine Entspannung zwischen den USA und dem Iran in Sicht
"Es könnte sein, dass die Amerikaner morgen wieder angreifen", erklärte Gerlach in der Sendung am 8. April bei "Markus Lanz". Er verwies auf Trumps jüngste Äußerungen gegenüber der japanischen Premierministerin, bei denen der US-Präsident von der "Kunst des Überraschungsangriffs" geschwärmt und Pearl Harbor als Beispiel genannt habe. Die kommenden zwei Wochen seien daher alles andere als entspannt: "Es kann jederzeit wieder losgehen." Auch Israel und der Iran könnten jederzeit aktiv werden.
Gerlach bezeichnet US-Militärerfolg als "Pyrrhussieg"
Die bisherigen militärischen Erfolge der amerikanischen Streitkräfte bewertete Gerlach kritisch als "Pyrrhussieg" – einen Erfolg, der mit übergroßen Verlusten erkauft wurde. Der Experte analysierte dabei die Strategie des Iran: Das Regime agiere zwar "unglaublich repressiv, brutal und rücksichtslos", beanspruche aber gleichzeitig für sich, nach internationalen Regeln zu handeln.
Sämtliche iranischen Angriffe würden aus Sicht Teherans detailliert begründet, welches Ziel aus welchem Grund attackiert wurde. "Hinter allem steckt irgendeine Logik, wo man sich zugute hält: Wir verteidigen uns", so Gerlach. Diese Selbstdarstellung verfange bei einem Teil der Weltbevölkerung, insbesondere bei autoritären Staaten sowie Nachbarländern wie Ägypten und der Türkei.
Evangelikale unterstützen Trumps Kriegspolitik
Für viele Amerikaner besitzt der Konflikt eine tiefe religiöse Bedeutung. Die "Handelsblatt"-Journalistin Annett Meiritz berichtete bei Lanz über die zunehmenden Bibel-Bezüge in Trumps Rhetorik. "Wir wissen, dass evangelikale Pastoren im ganzen Land diesen Krieg tatsächlich loben und ihn erheben zu einem Kampf Christentum gegen Islam", erklärte sie.
Dies erkläre auch, warum Trump die Rettung eines Piloten als "Osterwunder" und "größtes Comeback seit Lazarus" bezeichnet habe, merkte Lanz an. Meiritz bestätigte: "Das ist ein ganz, ganz wichtiges Bindemittel für die Anhänger." Die biblischen Verweise dienen demnach als zentrales Instrument zur Mobilisierung der evangelikalen Wählerbasis.
Ramstein-Debatte entfacht: Droht Deutschland ein Kriegseintritt?
Trotz seiner kritischen Einschätzung prognostizierte Gerlach, dass die USA auch künftig die mächtigste Militärmacht der Welt bleiben werden. Gerade die Entschlossenheit und Unberechenbarkeit im amerikanischen Vorgehen sorgten dafür, dass alle Akteure die USA stets in ihre Entscheidungen einkalkulieren müssten.
Für Deutschland könnte der Konflikt konkrete Konsequenzen haben: Laut "Bild" stehe die Bundesregierung möglicherweise bald vor der Frage, ob völkerrechtswidrige Militäraktionen der USA zur Schließung der US-Basis Ramstein führen müssten.
Die ganze Folge von "Markus Lanz" können Sie sich in der ZDF-Mediathek ansehen.
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