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Wladimir Putin: Putin feiert Milliarden-Coup - und Deutschland leidet

Wladimir Putin geht als großer Gewinner aus dem Iran-Konflikt hervor. Bild: picture alliance/dpa/Kremlin Poo/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Vyacheslav Prokofyev

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  • Putin kassiert durch steigende Rohstoffpreise Milliarden-Zusatzeinnahmen
  • Hauptgrund für Russlands Gewinne: Krise im Nahen Osten und blockierte Handelsrouten
  • Während Russland jubelt, droht Deutschland ein massiver Kosten-Schock

Der Krieg im Nahen Osten bringt die Weltmärkte ins Wanken – und beschert ausgerechnet Russland einen Geldsegen in gigantischem Ausmaß. Während Verbraucher und Industrie in Deutschland zittern, klingeln bei Wladimir Putin die Kassen. Experten sprechen bereits vom "großen Gewinner" der Krise.

Wladimir Putin jubelt: So profitiert Russland vom Chaos im Nahen Osten

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise im Nahen Osten zeigen sich deutlich: Russland erzielt laut Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer monatliche Zusatzeinnahmen von mehr als zehn Milliarden Euro durch den Export von Öl, Gas und Dünger. "Russland ist damit der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten", sagt Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Kammer, im Gespräch mitDeutschen Presse-Agentur.

Grund für den Boom sind vor allem die stark gestiegenen Rohstoffpreise. Der Preis für Brent-Öl stieg zuletzt auf über 111 US-Dollar pro Barrel – rund 40 Dollar mehr als vor Beginn der Eskalation.

Milliarden-Zusatzeinnahmen für Moskau

Die russische Staatskasse profitiert besonders stark, weil im Haushalt ursprünglich nur ein Ölpreis von 59 Dollar je Barrel einkalkuliert war. Laut Kammer könnte Russland bei einem Ölpreis von rund 100 US-Dollar jährlich ein Plus von 71,8 Milliarden US-Dollar erzielen. "Beim aktuellen Preisniveau kann Moskau allein aus Öl und Gas rund 50 Milliarden Dollar Mehreinnahmen pro Jahr generieren", teilte die Kammer mit. Noch drastischer wird es in Extrem-Szenarien: Einige Stimmen in Moskau rechnen sogar mit einem Ölpreis von 200 Dollar. In diesem Fall könnten die Einnahmen auf über 350 Milliarden US-Dollar steigen.

Rohstoffe finanzieren auch den Ukraine-Krieg

Die steigenden Einnahmen haben auch geopolitische Folgen. Wladimir Putin nutzt die Erlöse aus dem Rohstoffexport weiterhin zur Finanzierung seines Angriffskrieges gegen die Ukraine. Damit verstärkt sich ein Kreislauf: Höhere Preise durch internationale Krisen führen zu mehr Einnahmen – und damit zu größerem finanziellen Spielraum.

Russland profitiert von den gestiegenen Preisen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt, weil es andere Exportrouten nutzt. Das alles könnte "Russland einen unverhofften Geldsegen in historischem Ausmaß bescheren", wie Schepp in Moskau sagt. Allein bei einem anhaltenden Ölpreis von etwa 100 US-Dollar kann Russland demnach mit einem Plus gegenüber dem Haushaltsplan von 71,8 Milliarden US-Dollar (62,1 Milliarden Euro) jährlich rechnen.

Deutschland droht ein massiver Kostenschock

Während Russland profitiert, drohen Deutschland erhebliche wirtschaftliche Belastungen. Die Ölimportkosten könnten bei einem Preis von 100 Dollar je Barrel auf über 60 Milliarden Euro steigen. "Zusammen mit den Gas-Mehrkosten droht der deutschen Industrie ein Kostenschock, der die erhoffte wirtschaftliche Erholung 2026 zunichtemacht", sagt Energieexperte Thomas Baier.

Auch deutsche Landwirtschaft unter Druck

Nicht nur Energie wird teurer: Auch beim Dünger rechnet die Kammer mit erheblichen Preissteigerungen. Russland könnte hier bis zu 8,9 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Für deutsche Landwirte bedeutet das Mehrkosten von bis zu 145 Euro pro Hektar jährlich.

Fazit: Gewinner und Verlierer der Krise

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, wie stark globale Krisen wirtschaftliche Machtverhältnisse verschieben können. Während Russland durch hohe Rohstoffpreise enorme Gewinne erzielt, steht Deutschland vor steigenden Kosten, wachsendem Druck auf die Industrie und einer gefährdeten wirtschaftlichen Erholung.

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/fka/news.de/dpa

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