Politik

Friedrich Merz: "Sind keinen Schritt weitergekommen" - Ex-Merkel-Minister zerlegt Kanzler im Live-TV

Friedrich Merz wurde von Peter Altmeier scharf kritisiert. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

  • Artikel teilen:
  • Ex-Merkel-Minister zu Gast bei Markus Lanz am 01.04.2026
  • Peter Altmeier zerlegt Friedrich Merz im Live-TV
  • Ex-Merkel-Minister fällt schonungsloses Urteil über Merz-Regierung

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 1. April bei "Markus Lanz" mit seiner bisherigen Zurückhaltung gebrochen und die aktuelle schwarz-rote Regierung unter Friedrich Merz ungewöhnlich deutlich attackiert.

Weitere aktuelle Meldungen aus der Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.

Peter Altmeier zu Gast bei "Markus Lanz" am 1. April 2026

Der 67-jährige CDU-Politiker, der von 2012 bis 2021 unter Angela Merkel verschiedene Ministerämter bekleidete, erklärte, er habe sich eigentlich nicht in die Politik einmischen wollen. Doch im Gespräch mit Markus Lanz platzte dem langjährigen Merkel-Vertrauten nun der Kragen. Überall werde er gefragt, welche Reformkonzepte CDU/CSU und SPD eigentlich verfolgten, berichtete Altmaier. Seine ernüchternde Antwort: "Ich weiß es nicht genau."

Ex-Merkel-Minister zerlegt Friedrich Merz im Live-TV

Bei beiden Regierungsparteien nehme er lediglich einen "vielstimmigen Chor" mit völlig unterschiedlichen Vorschlägen wahr, kritisierte der Ex-Merkel-Minister. Alle paar Tage werde "eine neue Sau durchs Dorf getrieben". Die Bürger würden zwar protestieren, doch für eine echte Neuausrichtung des Landes sei damit nichts gewonnen. Besonders enttäuscht zeigte sich Altmeier davon, dass weder bei der Rentenpolitik noch bei der Krankenversicherung oder der Wirtschaft Fortschritte erkennbar seien. Nach dem Scheitern der Ampelkoalition habe er erwartet, dass SPD und Union fertige Konzepte in der Schublade hätten. Sein bitteres Fazit: Man sei "keinen Schritt weitergekommen als in den letzten fünf Jahren".

Ex-Merkel-Minister Altmaier fällt schonungsloses Urteil über Merz-Regierung

Diese Stagnation sei nicht nur ein Problem für die politische Akzeptanz, warnte Altmaier eindringlich. Viel gravierender seien die Folgen für das Land selbst, das zusehen müsse, wie ein bewährtes Erfolgsmodell zunehmend ins Wanken gerate. Mit jedem Koalitionsausschuss, der die drängenden Fragen ungelöst lasse, wüchsen Sorgen und Verzweiflung in der Bevölkerung, so der CDU-Politiker.

Dennoch gab sich der Ex-Minister nicht völlig hoffnungslos. Die Wahlprogramme beider Parteien hätten Versprechen enthalten, die finanziell nicht durch Einsparungen oder strukturelle Maßnahmen gedeckt gewesen seien. Der daraus resultierende "Katzenjammer" solle nun als Warnung und Lehre dienen, so Altmaier.

Auch diese aktuellen Politik-Meldungen könnten Sie interessieren:

/loc/news.de/stg

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.