Putin und Trump bald verbündet?: Experten zeichnen düsteres Worst-Case-Szenario für Nato-Staaten
Europäische Beamte warnen vor dem Worst-Case-Szenario eines US-Rückzugs aus der Nato und möglichen Deals mit Russland über Europas Köpfe hinweg. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
Erstellt von Claudia Löwe
28.03.2026 19.35
- Donald Trump droht Nato mit Ende des US-Beistandes
- Experten warnen: Europa könnte Putin und Trump bald ausgeliefert sein
- US-Präsident tobt nach Verweigerung von Nato-Unterstützung im Iran-Krieg
Die Sorge vor einem amerikanischen Rückzug aus der internationalen Sicherheitsarchitektur wächst. Hochrangige europäische Beamte warnen nun vor einem noch düstereren Szenario, bei dem die USA nicht nur ihre Unterstützung beenden, sondern sich aktiv gegen europäische Interessen wenden könnten.
Lassen die USA die Nato bald im Stich? Sicherheitsexperten schildern Worst-Case-Szenario
"Der Rückzug der Amerikaner aus europäischen Sicherheitsangelegenheiten ist nicht mehr das Worst-Case-Szenario", erklärte ein europäischer Beamter gegenüber der "Daily Mail". "Das schlimmste Szenario ist, dass sich die Amerikaner zurückziehen und sich gegen uns wenden." Konkret befürchten die Beamten, dass Präsident Donald Trump einen umfassenden Deal mit Russland über die Köpfe der Europäer hinweg aushandeln könnte. Eine britische Militärquelle warnte zudem, dass die USA im Falle eines Angriffs möglicherweise nicht zur Verteidigung der östlichen Nato-Flanke bereitstehen würden.
Donald Trump droht mit Ende des US-amerikanischen Nato-Beistands
Bei einer Kabinettssitzung Ende März äußerte der US-Präsident deutliche Zweifel an der künftigen Unterstützung für die Nato-Verbündeten. Vor Beginn der Iran-Operation "Epic Fury" im vergangenen Monat sei er stets bereit gewesen, für die Nato einzustehen, sagte Trump. "Zumindest waren wir das. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr."
Der Republikaner kritisierte die mangelnde Bereitschaft des Bündnisses, die USA im Iran-Konflikt zu unterstützen. "Wir sind da, um Europa vor Russland zu schützen, theoretisch betrifft uns das nicht, wir haben einen großen, fetten, schönen Ozean", erklärte er. "Wir sind da, um die Nato zu schützen ... um sie vor Russland zu schützen. Aber sie sind nicht da, um uns zu schützen. Das ergibt keinen Sinn."
Pentagon erwägt Umleitung von Ukraine-Waffen
Während die Spannungen zunehmen, berichtet die "Washington Post", dass das Pentagon eine Umleitung von für die Ukraine bestimmten Waffen in den Nahen Osten prüft. Der Krieg gegen den Iran belastet demnach die Bestände kritischer US-Munition erheblich. Betroffen sein könnten unter anderem Luftabwehr-Abfangraketen, die im Rahmen einer Nato-Initiative im vergangenen Jahr beschafft wurden. Bei diesem Programm kaufen Partnerländer amerikanische Waffen für Kiew.
Nato-Sprecherin Allison Hart betonte jedoch, dass die Lieferungen weiterlaufen. "Alles, was Nato-Verbündete und Partner über PURL bezahlt haben, wurde geliefert oder fließt weiterhin in die Ukraine", erklärte sie. PURL bezeichnet die Prioritätenliste für ukrainische Anforderungen, über die europäische Staaten US-Waffen für die Ukraine finanzieren.
Sind die Nato-Staaten Russland bald ausgeliefert? Britische Flugzeugträger als "Spielzeug" verspottet
Die Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Trump bezeichnete die britischen Flugzeugträger zuletzt als "Spielzeug im Vergleich zu dem, was wir haben". Die Briten hätten angeboten, ihre Träger zu schicken, "wenn der Krieg vorbei ist". Seine Antwort: "Das ist wunderbar, vielen Dank - lasst es."
Besonders verärgert zeigte sich Donald Trump über Premierminister Keir Starmers Weigerung, die gemeinsam genutzte Basis Diego Garcia für Angriffe auf den Iran freizugeben. Er sei "sehr enttäuscht" gewesen, dass der "wunderschöne B2-Bomber" nicht von dort starten durfte. Die britische Regierung wies Trumps Behauptungen zurück, Großbritannien habe den Einsatz von HMS Queen Elizabeth oder HMS Prince of Wales angeboten. Starmer zeigt sich zunehmend zurückhaltend, das Vereinigte Königreich in den Konflikt hineinziehen zu lassen.
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