Wladimir Putin: Kreml-Chef in der Zwickmühle - Militärexperte zeigt sich überrascht
Wladimir Putin steckt laut Militärexperte Carlo Masala in einer Zwickmühle. Einerseits will er es sich nicht mit Donald Trump verscherzen. Andererseits gilt der Iran als Russlands Verbündeter. Bild: dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP/Wjatscheslaw Prokofjew
Erstellt von Ines Fedder
09.03.2026 06.51
- Militärexperte Carlo Masala sieht Iran-Dilemma für Wladimir Putin
- Keine Unterstützung aus Moskau - Iran muss alleine kämpfen
- Russland will es sich mit Donald Trump nicht verscherzen
- Steigende Ölpreise spielen Wladimir Putin in die Karten
Der Konflikt im Iran stellt Kremlchef Wladimir Putin vor eine komplizierte Situation. Wie Militärexperte Carlo Masala im Podcast bei "Bild"-Journalist Paul Ronzheimer erläutert, befindet sich Moskau in einer echten Zwickmühle.
Darum ist der Iran-Krieg für Wladimir Putin so gefährlich
Als die Nachricht vom Angriff den russischen Präsidenten erreichte, dürfte ihm laut Masala nur ein Wort durch den Kopf gegangen sein: "Scheiße." Der Grund: Russland steht vor dem möglichen Verlust eines wichtigen Partners. Entsprechend scharf fiel zunächst die Kritik aus Moskau aus – selbst Putin äußerte sich ungewöhnlich deutlich, obwohl er normalerweise darauf bedacht ist, Trump nicht zu verärgern.
Doch die Lage ist vielschichtiger. Während einerseits ein enger Verbündeter wegbrechen könnte, ergeben sich für den Kreml durchaus auch Chancen – etwa durch anziehende Energiepreise auf dem Weltmarkt.
Warum Putin die Mullahs im Stich lässt
Trotz der engen Partnerschaft wird Russland dem Iran nicht militärisch zur Seite springen. Masala sieht dafür einen zentralen Grund: Der Kremlchef will unter allen Umständen eine direkte Konfrontation mit Washington vermeiden. Sein Fokus liegt weiterhin auf dem Krieg gegen die Ukraine. Russische Soldaten im Iran würden Trump gegen Putin aufbringen – auch mit Blick auf mögliche Verhandlungen über die Ukraine ein undenkbares Szenario.
Besonders peinlich für Moskau: Die an Teheran gelieferten S-400-Luftabwehrsysteme bleiben wirkungslos. Israel und die USA verfügen über "die komplette Luftüberlegenheit", so der Experte. Auf die Frage nach Abschüssen westlicher Kampfjets antwortet Masala knapp: "Überhaupt nicht. Null." Die Flugabwehr sei "völlig inaktiv". Für Russlands Ansehen als Rüstungsexporteur ist das verheerend.
Iran als Munitionsquelle fällt möglicherweise weg
Der Konflikt könnte Russlands Kriegsführung in der Ukraine empfindlich treffen. Zwar stellt Moskau die bekannten Shahed-Drohnen mittlerweile in eigenen Fabriken her. Doch das eigentliche Problem liegt woanders.
"Der entscheidende Punkt ist, dass der Iran auch ein wichtiger Lieferant von Munition war", erklärt Masala. Teheran habe sowohl aus eigenen Lagerbeständen als auch aus iranischer Produktion Geschosse nach Russland geschickt – "mehrere Millionen Schuss", so der Sicherheitsexperte.
Sollte das iranische Regime durch den Krieg geschwächt werden oder gar fallen, verliert Putin damit einen bedeutenden Nachschubkanal. Der Iran könnte sich als Verbündeter im Ukraine-Krieg als "Totalausfall" erweisen.
Steigende Ölpreise und weniger Waffen für Kiew
Dennoch zieht der Kreml auch Nutzen aus der Eskalation im Nahen Osten. Sollte iranisches Öl vom Weltmarkt verschwinden, gewinnt russisches Öl und Gas an Bedeutung. Das spült dringend benötigtes Geld in Moskaus angespannte Kriegskasse.
Noch gravierender wirkt sich der Konflikt auf die Luftverteidigung aus. Im Nahen Osten werden derzeit massenhaft Abfangraketen verschossen – Interzeptoren, die größtenteils aus amerikanischer Produktion stammen. Was dort verbraucht wird, steht der Ukraine nicht mehr zur Verfügung.
Masala warnt vor den Folgen: Je länger Teheran Raketen und Drohnen einsetzt, desto weniger Flugabwehrsysteme bleiben für Kiew übrig. Hinzu kommt ein politischer Aspekt – die mediale Aufmerksamkeit wandert ab. Für die Ukraine, die von internationaler Unterstützung abhängig ist, bedeutet das eine ernste Gefahr.
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