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Donald Trump: Allein gelassen im Iran-Krieg – US-Präsident stichelt gegen Nato-Partner

Donald Trump wirft den Nato-Partnern vor, ihn im Iran-Krieg allein gelassen zu haben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Donald Trump attackiert Nato-Partner
  • US-Präsident wirft unter anderem Deutschland vor: "Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da"
  • Politik-Experte sieht hinter Trumps Aussagen Kalkül

Die Entspannung zwischen den USA und Europa war nur von kurzer Dauer. Grund dafür ist der Iran-Krieg, der selbst bei Republikanern für Unmut sorgte. Kurz vor einem Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington hat US-Präsident Donald Trump mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen.

Donald Trump attackiert Deutschland

Die USA hätten über Jahre enorme Summen für den Schutz Europas ausgegeben, sagte Trump im Weißen Haus. Als Washington selbst Hilfe erbeten habe gegen den Iran, seien wichtige Partner jedoch nicht für die Vereinigten Staaten da gewesen. Trump nannte dabei Großbritannien, Deutschland und Italien. "Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da", sagte er. Konkreter wurde er dabei nicht. Der US-Präsident machte deutlich, dass er die mangelnde Unterstützung nicht vergessen werde. "Wir können ihnen das ebenfalls entgegnen, wenn wir wollen – und das tun wir womöglich auch", sagte Trump. US-Regierungsvertreter hatten Nato-Verbündeten bereits zuvor mehrfach vorgeworfen, die USA im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt zu haben.

Trump stellte nun auch amerikanische Sicherheitszusagen für Europa indirekt infrage. Die USA gäben Hunderte Millionen Dollar aus, um europäische Staaten vor Russland zu schützen, sagte er. Wenn Verbündete den Vereinigten Staaten bei vergleichsweise kleinen Angelegenheiten nicht helfen wollten, könne Washington künftig ebenfalls Nein sagen.

Erst Kritik, dann Annäherung - Trump wetterte gegen Merz

Trump attackiert Deutschland nicht zum ersten Mal. Beim G7-Gipfel näherten sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Donald Trump noch an, indem ihm der CDU-Chef ein Deutschlandtrikot mit der Rückennummer 47 überreichte – eine Anspielung auf die zweite Amtszeit des Republikaners. Zuvor war die Beziehung angespannt, nachdem Friedrich Merz Trumps Vorgehen im Iran-Krieg kritisierte. "Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang", zitiert die "Tagesschau" Merz. Er fügte hinzu: "Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle." Daraufhin wetterte Trump bei einem Kongress in Miami gegen den Bundeskanzler und die ausbleibende Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus. 

Politik-Experte sieht hinter Trumps Attacke Kalkül

US-Politologe Jules Boykoff von der Pacific University sieht hinter den Attacken taktisches Kalkül. Gegenüber "Bild" erklärte er: "Da sich sein Krieg gegen den Iran zu lange hingezogen hat, die US-Benzinpreise immer noch irre hoch sind und seine Umfragewerte abstürzen, braucht Trump vor den bevorstehenden Zwischenwahlen einen politischen Erfolg." Der Experte ist überzeugt, dass der Präsident von innenpolitischen Problemen ablenken und vor den Kongresswahlen im November mediale Erfolge erzielen müsse.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird von Dienstag bis Donnerstag in Washington erwartet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit Trump im Weißen Haus. Auch Gespräche mit anderen ranghohen Regierungsvertretern sind vorgesehen.

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/gom/news.de/dpa/stg

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