Gesundheit

Äpfel, Beeren und Co.: Frutarier - die radikalen Pflanzenschützer

Es gibt unzählige Ernährungsweisen. Eine besonders extreme Form ist der Frutarismus. Bei den Frutariern kommt nur das auf den Tisch, was die Natur ihnen freiwillig gibt, also Früchte und Samen. Bild: picture-alliance / dpa / Inga Kjer

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Paleo, Low Carb, Mobile Eater: Die Ernährungs-Trends nehmen immer seltenere Blüten an. So ernähren sich die einen wie in der Steinzeit, die anderen verzichten komplett auf Kohlenhydrate und wiederum andere wollen sich nur von dem, was die Natur ihnen schenkt ernähren – zu letzterem zählen sich die Frutarier.

Frutarismus: Vegetarische Ernährung nur mit Früchten

Der Begriff «Frutarier» ist eine Kombination aus «Frucht» und «Vegetarier». Und der Name ist Programm. Damit ist eine sehr strenge vegetarische und sogar vegane Ernährung gemeint, die auf Grundlage von Früchten erfolgt. Frutarismus ist die radikalste vegetarische Lebensweise. Sehr viele Frucht-Esser gibt es jedoch nicht in Deutschland. Die Zahl wird auf ungefähr 80.000 Menschen geschätzt.

Vegetarier und Veganer essen aus ethischen Gründen keine tierischen Produkte und daher nur pflanzliche Lebensmittel. «Fleischfresser» spotten, dass diese ausschließlich pflanzliche Ernährung ebenso Lebewesen tötet. Dem widersetzen sich Frutarier vollständig.

Alles zum Schutz der Pflanze

Frutariern liegt nicht nur das Wohl der Tiere am Herzen, sondern auch das der Pflanzen. Auf tierische Lebensmittel wird komplett verzichtet. Früchte dürfen nur konsumiert werden, wenn das pflanzliche Lebewesen nicht zerstört oder beschädigt wurde. Sprich, wenn die Pflanze ihre Bestandteile freiwillig zur Verfügung stellt.

«Für mich haben Pflanzen die gleiche Daseinsberechtigung wie Menschen oder Tiere. Und deswegen will ich sie nicht für mich sterben lassen», sagt der Frutarier Bert Rutkowsky gegenüber dem «Eat Smarter»-Magazin.

Doch was dürfen Frutarier nun eigentlich essen?

Kartoffeln, Kohl und Möhren sind für Frutarier tabu

Äpfel dürfen ohne Bedenken verspeist werden, da bei der Ernte der Baum nicht zerstört wird. Anders sieht es jedoch mit Erdäpfeln aus. Bei der Kartoffelernte wird die Pflanze vollständig getötet. Es dürfen also nur Lebensmittel auf den Tisch kommen, die der Mensch pflücken kann. Das sind Nüsse, Obst, Gemüse und auch Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen. Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln oder Kohl sind dagegen tabu. Denn diese gehören zu den Wurzeln, Knollen, Blättern oder dem Stängel und würden bei der Ernte die Pflanze beschädigen oder sogar töten.

Bei Getreide streiten sich sogar die Frutarier und sind sich uneins. Einige verzichten darauf, da diese in schädlichen Monokulturen angebaut werden und andere sehen darin absolut keinen Verstoß gegen die Ernährungsregeln des Frutarismus. Sind die Samen ausgereift, stirbt die Getreidepflanze ab und schenkt den Frutariern somit kohlehydratreiche Lebensmittel.

Mangelernährung?

Die Lebensmittelauswahl ist dennoch viel geringer als dies bei Veganern der Fall wäre. Die frutaristische Ernährung ist nach Expertenmeinung auch nicht ganz unbedenklich. Wird schon der veganen Lebensweise eine unzureichende Versorgung des menschlichen Körpers mit wichtigen Nährstoffen vorgeworfen, ist dies hierbei noch viel krasser. Der Körper wird mit einer Vielzahl von Stoffen, Mineralien und Vitaminen nur mangelnd und unzureichend versorgt.

Doch die strengen Regeln der Frutarier wirken sich nicht nur auf die Ernährung sondern auch auf andere Bereiche des täglichen Lebens aus. Möbel aus Holz sind tabu, es sei denn es handelt sich dabei um einen umgestürzten Baum.

Steve Jobs war angeblich Frutarier

Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs soll sich übrigens eine Zeit lang in den 70ern frutarisch ernährt haben. Angeblich soll in dieser Zeit auch das populäre Apfel-Logo entstanden sein.

Frutarier essen also eigentlich nur Früchte und Samen. Also eigentlich die Babys der Tiere. Ist das ethisch korrekt? Müssten Frutarier dann nicht eigentlich auch Toiletten meiden und ihr Geschäft in der Natur verrichten, um die Fortpflanzung der Pflanzenwelt nicht zu stören.

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/news.de/dpa

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