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Zukunft der Monarchie in Gefahr: Nach Høiby-Urteil wächst die Sorge um die Zukunft des norwegischen Königshauses

Urteil gegen Marius Borg Høiby: Norwegens Königshaus unter Druck Bild: picture alliance/dpa/NTB scanpix Pool | Lise Åserud

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  • Marius Borg Høiby soll für vier Jahre ins Gefängnis
  • Vergewaltigungs- und Gewaltvorwürfe erschüttern Norwegen
  • Auch die Epstein-Debatte um Mette-Marit sorgt für Kritik

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Das norwegische Königshaus erlebt eine der schwersten Krisen seiner jüngeren Geschichte. Im Mittelpunkt steht derzeit Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Gegen den 29-Jährigen wurden zahlreiche schwerwiegende Vorwürfe erhoben. Nach monatelangen Ermittlungen und einem international beachteten Gerichtsverfahren fiel nun offenbar das Urteil: Høiby soll für vier Jahre ins Gefängnis.

Der Fall sorgt seit Monaten für Diskussionen in Norwegen und wirft zugleich Fragen zur Zukunft und Glaubwürdigkeit der Monarchie auf. Neben den juristischen Vorwürfen gegen Høiby belasten weitere Kontroversen das öffentliche Bild der Royals.

Schwere Anschuldigungen gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit

Die norwegische Staatsanwaltschaft erhob Anklage in insgesamt 40 Punkten gegen Marius Borg Høiby. Im Zentrum stehen mehrere mutmaßliche Sexualstraftaten. Vier Frauen werfen dem 29-Jährigen vor, sie vergewaltigt zu haben, teilweise während sie schliefen. Zudem soll es in einzelnen Fällen Videoaufnahmen der Taten gegeben haben. Darüber hinaus stehen Vorwürfe häuslicher Gewalt im Raum. Zwei ehemalige Partnerinnen beschuldigen Høiby, ihnen gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Die Ermittlungsakte umfasst außerdem Sachbeschädigung, Drohungen, Drogenbesitz, Verkehrsdelikte sowie Verstöße gegen Kontaktverbote. Die Vorwürfe lösten in Norwegen großes Entsetzen aus, da Høiby trotz fehlender offizieller royaler Rolle seit seiner Kindheit eng mit dem Königshaus verbunden ist.

Prozess von Marius Borg Høiby sorgte international für Schlagzeilen

Der Prozess gegen den Sohn der Kronprinzessin begann Anfang Februar 2026 in Oslo und wurde auch außerhalb Norwegens intensiv verfolgt. Vor Gericht bestritt Høiby die Vergewaltigungsvorwürfe entschieden. Nach seiner Darstellung seien sämtliche körperlichen Kontakte einvernehmlich gewesen. Die Aussagen mehrerer Frauen zeichneten jedoch ein anderes Bild. Eine Klägerin schilderte, sie sei während des Schlafens von Høiby körperlich missbraucht worden und habe beim Erwachen unter Schock gestanden. Eine weitere Frau sagte aus, sie könne sich nach einer Feier auf dem Anwesen Skaugum, der Residenz des Kronprinzenpaares, nur bruchstückhaft erinnern. Sie äußerte zudem den Verdacht, möglicherweise unter Drogen gesetzt worden zu sein.

Teilweise gestand Høiby andere Taten ein. Bereits vor Beginn des Verfahrens hatte er zugegeben, unter Einfluss von Alkohol und Kokain gegenüber einer damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein. Auch Sachbeschädigungen räumte er ein.

Vor Gericht sprach Høiby "Zeit" zufolge außerdem über persönlichen Druck und seine schwierige öffentliche Rolle. Er erklärte, zeitlebens vor allem als Sohn von Mette-Marit wahrgenommen worden zu sein. Daraus habe sich bei ihm ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung entwickelt, das sich unter anderem in exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum niedergeschlagen habe.

Vier Jahre Haft für Marius Borg Høiby

Nach Angaben norwegischer Medien fiel inzwischen das Urteil gegen den 29-Jährigen. Wegen zahlreicher Straftaten wurde Marius Borg Høiby demnach zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine deutlich höhere Strafe gefordert. Während des Prozesses war von einer möglichen Haftstrafe von mehr als sieben Jahren die Rede. Belastendes Material auf seinem Mobiltelefon spielte bei den Ermittlungen offenbar eine zentrale Rolle. Das Verfahren markiert einen historischen Tiefpunkt für das norwegische Königshaus, das sich seit Jahrzehnten als moderne und bürgernahe Monarchie präsentiert.

Epstein-Verbindung belastet zusätzlich das Königshaus

Der Fall Høiby ist nicht die einzige Affäre, die die norwegischen Royals derzeit überschattet. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt zuletzt die Bekanntschaft von Kronprinzessin Mette-Marit mit dem inzwischen verstorbenen US-Milliardär Jeffrey Epstein. Durch veröffentlichte Dokumente wurde bekannt, dass die Kronprinzessin Kontakt zu Epstein hatte. Mette-Marit erklärte später öffentlich, sie habe damals nichts von dessen Sexualstraftaten gewusst. Rückblickend sprach sie davon, manipuliert und getäuscht worden zu sein. Die Kombination aus Sexualstrafverfahren, Drogenvorwürfen und der Epstein-Debatte setzte dem Image der Monarchie sichtbar zu.

Zustimmung zur Monarchie sinkt deutlich nach Mette-Marits Kontakt zu Epstein und Prozess von Marius Borg Høiby

Die Folgen spiegelten sich zuletzt auch in Umfragen wider. Laut Erhebungen des norwegischen Rundfunks NRK fiel die Unterstützung für das Königshaus Anfang 2026 auf einen historischen Tiefstand. Während im Herbst 2025 noch rund drei Viertel der Bevölkerung hinter der Monarchie standen, sank die Zustimmung zeitweise deutlich. Inzwischen haben sich die Werte leicht stabilisiert. Dennoch gilt die Situation für die Royals weiterhin als angespannt. Eine unmittelbare Abschaffung der Monarchie steht allerdings nicht im Raum. Erst vor wenigen Monaten lehnte das norwegische Parlament einen Antrag zur Einführung einer Republik mit klarer Mehrheit ab.

Experten sehen Monarchie nicht ernsthaft gefährdet

Trotz der aktuellen Krisen rechnen norwegische Royal-Experten nicht mit einem Ende des Königshauses. Historiker und TV2-Kommentator Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen erklärte laut "Zeit", die norwegische Bevölkerung neige dazu, negative Schlagzeilen über die Royals nach einiger Zeit zu verdrängen. Aus seiner Sicht gelang es dem Königshaus bislang, die Taten von Marius Borg Høiby als Fehlverhalten einer Privatperson darzustellen und nicht als Skandal der Monarchie selbst. Besonders Kronprinz Haakon genießt weiterhin hohe Beliebtheitswerte. Nach Einschätzung des Experten schadeten selbst die Diskussionen um Mette-Marits frühere Kontakte zu Jeffrey Epstein seinem öffentlichen Ansehen kaum.

Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit wächst

Parallel zur familiären Krise belastet auch der Gesundheitszustand von Mette-Marit die norwegische Königsfamilie. Die Kronprinzessin leidet seit Jahren an Lungenfibrose, einer schweren und unheilbaren Erkrankung. Zuletzt verschlechterte sich ihr Zustand offenbar deutlich. Berichten zufolge steht die 52-Jährige mittlerweile auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Gerade diese Tatsache sorgt laut Beobachtern dafür, dass viele Norweger derzeit großes Mitgefühl für die Kronprinzessin empfinden.

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