Prinz Harry in der Klemme: Rufe nach Royals-Rückzug werden wegen Missbrauchsskandal lauter
Prinz Harry gerät im Zuge der Missbrauchs- und Foltervorwürfe gegen die von ihm unterstützte "African Parks"-Charity weiter unter Druck. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Aaron Chown Besondere Hinweise
Erstellt von Claudia Löwe
29.05.2026 13.56
- Prinz Harry in der Klemme wegen Verbindung zu "African Parks"-Charity
- Es geht um Folter, Gewalt und Missbrauch: Ranger von Naturschutzorganisation am Pranger
- Prinz Harry zum Royals-Rückzug wegen Missbrauchs-Enthüllung aufgefordert
Seit jeher gehört es für Mitglieder von Königshäusern zum guten Ton, sich in Sachen Wohltätigkeitsarbeit umzutun und Charity-Projekte mit Schirmherrschaften zu unterstützen. Bei den britischen Royals ist Natur- und Umweltschutz eines der beliebtesten Themenfelder: Prinz William beispielsweise hat sich mit den "Earthshot Awards" der Unterstützung von zukunftsweisenden Naturschutzprojekten verschrieben, während König Charles III. ein Faible für ökologische Landwirtschaft hat. Auch Prinz Harry hat es die Natur angetan - doch das Umweltschutz-Engagement des Herzogs von Sussex bringt den Königssohn seit einiger Zeit in die Bredouille.
Prinz Harry in der Klemme wegen Missbrauchsvorwürfen gegen "African Parks"-Organisation
Dreh- und Angelpunkt der Misere ist die afrikanische Organisation "African Parks", die Prinz Harry von 2017 bis 2023 als Präsident unterstützte, bevor er in den Vorstand der Charity wechselte. Die Organisation verwaltet 24 Naturschutzgebiete in 13 afrikanischen Ländern und wird unter anderem von den Milliardären Howard Buffett und Bill Ackman unterstützt. Zuletzt landete "African Parks" allerdings wegen ernsthafter Vorwürfe in den Schlagzeilen - es geht dabei um Folter, Missbrauch und Totschlag!
Prinz Harry geriet aufgrund der Anschuldigungen als prominentes Aushängeschild von "African Parks" selbst in die Schusslinie. Nun werden erneut Rufe laut, die den Königssohn auffordern, seine Verbindungen zu der Skandal-Organisation endgültig zu kappen. Konkret war es einem Bericht der britischen "Sun"zufolge die Menschenrechtsorganisation "Survival International", die Prinz Harry nachdrücklich aufforderte, seinen Posten im Vorstand von "African Parks" niederzulegen. Der Herzog von Sussex steht wegen seiner anhaltenden Unterstützung der Naturschutzorganisation massiv in der Kritik – trotz schwerwiegender Missbrauchsvorwürfe gegen deren Ranger in der Republik Kongo.
Doch Prinz Harry denkt offenbar gar nicht daran, sich von "African Parks" abzuwenden - im Gegenteil. Ende Mai nahm der Herzog von Sussex an einer Spendengala in Arizona teil, während "African Parks" eine Milliarde US-Dollar an zusätzlichen Mitteln einwerben will. Caroline Pearce, Direktorin von "Survival International", bezeichnete dies als "empörend" angesichts der "entsetzlichen Menschenrechtsverletzungen", die Ranger der Organisation an den Baka-Indigenen begangen haben sollen.
Schwere Vorwürfe zu Folter, Vergewaltigung und Totschlag gegen Prinz Harrys Charity-Organisation
Die Vorwürfe gegen "African Parks" reichen bis Januar 2024 zurück. Damals berichtete die britische "Mail on Sunday" erstmals über schwere Übergriffe im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo. Ranger der Organisation sollen Angehörige des indigenen Baka-Volkes brutal misshandelt, gefoltert und vergewaltigt haben. Ein mutmaßliches weibliches Opfer gab an, von einem bewaffneten Wächter vergewaltigt worden zu sein, während sie ihr Neugeborenes im Arm hielt. Ein Jugendlicher berichtete von sexuellem Missbrauch durch einen Ranger. Ein Baka-Mann soll nach Schlägen und Inhaftierung ohne medizinische Versorgung gestorben sein.
Eine von African Parks beauftragte Untersuchung kam im Mai 2025 zu dem Ergebnis, dass tatsächlich Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben. Die Organisation räumte ein, dass "in Einzelfällen Menschenrechtsverletzungen vorgekommen sind" und bedauerte "zutiefst den Schmerz und das Leid, das den Opfern zugefügt wurde".
"Probleme sind nicht gelöst": Wirbel um Prinz Harrys Naturschutz-Projekt reißt nicht ab
"Survival International" widerspricht der Darstellung, dass sich die Lage gebessert habe. In einer aktuellen Stellungnahme erklärte die Indigenen-Rechtsorganisation, "die Probleme vor Ort sind nicht gelöst". Ein Anführer der Baka-Gemeinschaft schilderte gegenüber "Survival International" die anhaltende Bedrohung: "Wir arbeiten nicht mit ihnen zusammen. Die Art, wie 'African Parks' uns hier behandelt, ist gewalttätig." Der Gemeindeführer fügte hinzu: "'African Parks' will uns verschwinden lassen." Seine Identität wurde aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen durch die von "African Parks" finanzierten Ranger geheim gehalten.
"African Parks" verweist nach Missbrauchsvorwürfen auf Schutzmaßnahmen
Die Naturschutzorganisation weist die Kritik zurück und betont ihre Bemühungen um Verbesserungen. Ein Sprecher von "African Parks" erklärte, man habe "in den vergangenen Jahren erhebliche und nachhaltige Investitionen in Menschenrechtsschutzmaßnahmen im Odzala-Kokoua-Nationalpark getätigt". Konkret verwies die Organisation auf die Einrichtung eines funktionierenden Beschwerde- und Wiedergutmachungsmechanismus. Zudem arbeite man mit drei unabhängigen Menschenrechts-NGOs zusammen, die den lokalen Gemeinschaften als vertrauenswürdige Anlaufstellen dienen sollen. Ein unabhängiges Gremium aus afrikanischen Richtern und Menschenrechtsexperten überwache die Bearbeitung schwerwiegender Beschwerden.
Die Vertreter von Prinz Harry verwiesen auf die Stellungnahme von "African Parks" vom Mai 2025. Darin hatte die Organisation angekündigt, gegen Mitarbeiter vorzugehen, die in bisher unbekannte oder unzureichend behandelte Vorfälle verwickelt waren – sofern ausreichende Beweise vorliegen.
Tschad kündigt Zusammenarbeit mit Skandal-Charity nach 15 Jahren
Der Druck auf "African Parks" wächst auch von staatlicher Seite. Im Oktober 2025 beendete die zentralafrikanische Republik Tschad die Partnerschaft mit der Organisation nach 15 Jahren fristlos. Umweltminister Hassan Bakhit Djamous begründete den Schritt mit dem "wiederholt taktlosen und respektlosen" Verhalten der Naturschutzorganisation. Die Regierung warf "African Parks" vor, zugesagte Investitionen in den Naturschutz nicht eingehalten und dadurch das Wiederaufleben der Wilderei in Reservaten begünstigt zu haben. Die Organisation kündigte an, klärende Gespräche mit der tschadischen Regierung führen zu wollen.
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