Ricarda Lang: Nach dem AfD-Sieg überrascht die Grünen-Politikerin mit einem Rat
Ricarda Lang wirbt für eine Mitgliedschaft in einer antifaschistischen Partei. Bild: picture alliance/dpa | Gregor Fischer
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
15.09.2026 10.08
- Ricarda Lang ruft dazu auf, sich einer antifaschistischen Partei anzuschließen
- Grünen-Politikerin sieht Wut als Mittel für Veränderungen
- Bundestagsabgeordnete betont, wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen Rechtsextremismus zu stellen
Der AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt besorgte viele Menschen, berichtete Ricarda Lang am Sonntag (13. September) in einem neuen Instagram-Video. Sie erreichten viele Nachrichten aus ihrer Community. Sich zurückzuziehen und sich der Angst hinzugeben, hält die Grünen-Politikerin für den falschen Weg. Sie ermutigt ihre Follower, gemeinsam etwas zum Schutz der Demokratie zu unternehmen.
Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.
Ricarda Lang wird deutlich: Rechtsextremen nicht das Gefühl der "politischen Ohnmacht" geben
Die Emotionen kochten nach dem Wahlsonntag auch bei Ricarda Lang hoch, die sich kurz darauf zu Wort meldete. Das Gefühl von Sorge und Wut könne sie verstehen. Sie ermunterte ihre Follower dazu, sich davon nicht einnehmen zu lassen. "Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, ist, dass wir uns jetzt vereinzeln lassen. Dass wir uns zurückziehen, dass wir uns der Angst und Resignation hingeben. Denn die Rechtsextremen leben von der Resignation der Demokraten und vom Gefühl der politischen Ohnmacht. Daher war es selten so wichtig, dass wir uns organisieren, wie jetzt."
Ricarda Lang wirbt für einen Parteibeitritt
Eine Möglichkeit wäre der Beitritt zu einer antifaschistischen Partei wie den Grünen, erklärte Ricarda Lang. Sie betonte aber, dass dort unterschiedliche Meinungen akzeptiert werden. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gab es nach Aussagen der Bundestagsabgeordneten einen großen Zuwachs an neuen Parteimitgliedern bei den Grünen.
Parteien sieht sie als wichtigen Antreiber für Veränderungen. "Es heißt, dass Parteien ein Mittel sind, das Zukunft nichts ist, was wir erdulden müssen, sondern etwas, was wir gemeinsam gestalten können", sagte Ricarda Lang.
Grünen-Politikerin sieht Wut als Mittel für Veränderungen
Sie verweist darauf, wieso sie mit 18 Jahren bei den Grünen Mitglied wurde. Es war "Wut", die aufkam, nachdem ihre Mutter ihren Job in einem Frauenhaus verloren hatte. Sie habe gemerkt, dass man bei der Wut nicht stehenbleiben müsse, sie kann destruktiv werden, "wenn man sich in sie hineinfrisst". Gleichzeitig könne diese Emotion Veränderung bringen. Ihre politischen Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass diese nicht gegeben, sondern Teil gesellschaftlicher Strukturen sind und man gemeinschaftlich Veränderungen anstoßen kann. Für sie sei das ein Weg "raus aus der Ohnmacht" und "ein wunderschönes Gefühl der Selbstwirksamkeit" gewesen.
AfD-Wahlerfolg sorgt für Grünen-Zuwachs
Viele Follower wollen nicht still bleiben. Mehrere verkünden, bereits Mitglied bei den Grünen zu sein. Andere nutzen den Beitrag dazu, um zu wettern. Statt konstruktive Kritik zu üben, verlieren sich einige in den Aussagen, die auch von rechten Strömungen kommen.
Diese Beiträge über deutsche Politiker sind einen Blick wert:
- Ihr "blutet das Herz" - Altkanzlerin Merkel macht Parteien eine Ansage
- Nach hitziger Zuckersteuer-Debatte - Grünen-Politikerin offenbart Fehler
- Wieso die Merz-Angst das eigentliche Problem der Union offenlegt
- CSU-Chef gegen ein AfD-Verbot - Zoff mit Wüst entbrannt
- Diese TV-Auftritte des Kanzlers machten Zuschauer nach kurzer Zeit fassungslos