Alexej Kondratjew: "Es spielt keine Rolle" - Putin-Verbündeter will Alte und Kranke an die Front schicken
Lässt Wladimir Putin im Ukraine-Krieg auch verwundete, kranke und alte Soldaten im Ukraine-Krieg kämpfen? Bild: picture alliance/dpa/Sputnik Kremlin Pool via AP | Alexander Kazakov
Erstellt von Martin Gottschling
22.07.2026 20.22
- Russischer Politiker schlägt in TV-Show vor, auch verwundete, kranke und alte Menschen an die Front zu schicken
- Gesundheitszustand oder Geschlecht spielen laut Alexej Kondratjew keine Rolle bei freiwilligen Kämpfern im Ukraine-Krieg
- Es gab offenbar bereits dokumentierte Vorfälle von russischen Soldaten im Rollstuhl
Wladimir Putins Armee hat im Ukraine-Krieg mit massiven Personalproblemen zu kämpfen. Das CIA schätzte die Verluste der russischen Truppen zuletzt auf 7.000 Soldaten pro Woche.Um das Blatt zu wenden, wurden im vom Kreml kontrollierten Staatsfernsehen nun drastische Maßnahmen gefordert.
Putin-Verbündeter Alexej Kondratjewwill verwundete, kranke und alte Menschen in den Ukraine-Krieg schicken
Wie der "Daily Express" berichtet, schlug Alexej Kondratjew, Mitglied des russischen Föderationsrats, in der Sendung "Sonntagabend mit Wladimir Solowjow" vor, die Rekrutierungsvorschriften grundlegend aufzuweichen. "Die Menschen haben das Recht, ihre Heimat zu verteidigen. Und es spielt keine Rolle, ob man verwundet oder krank ist, in einer Villa wohnt, irgendeine Krankheit hat, wie alt man ist oder welches Geschlecht man hat", erklärte der Politiker in der Propaganda-Talkshow. Konkret sprach er auch Hürden für Frauen an, die sich freiwilligen Formationen wie den "Bars"-Einheiten anschließen wollen. Viele Frauen hätten den Wunsch, Verträge zu unterschreiben, dürften es aber aufgrund der aktuellen Vorschriften nicht. "Dann können die Gesetze an die Realitäten der Kriegszeit angepasst werden", so Kondratjew.
Kämpften für die russische Armee bereits Soldaten im Rollstuhl?
Neu scheint die von Kondratjew geforderte Praxis nicht zu sein: Bereits seit längerer Zeit sollen ältere Rekruten und Personen mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen in russische Kampfeinheiten eingegliedert worden sein. "n-tv" berichtete 2025 über mutmaßliche Fälle von Soldaten im Rollstuhl, die an vorderster Linie eingesetzt wurden. Derweil hat der Kreml die finanziellen Anreize für Vertragssoldaten massiv erhöht und die Aufnahmekriterien schrittweise gelockert, um den Rekrutierungspool zu vergrößern.
Warnung vor ukrainischen Drohnenangriffen in Talkshow mit Wladimir Solowjow
In der Sendung von Top-Propagandist Wladimir Solowjow wurde laut "Daily Express" auch über die massiven ukrainischen Drohnenangriffe auf russisches Gebiet in den vergangenen Wochen diskutiert. Kondratjew sprach von einem Bedarf an "zwei- bis dreimal mehr Abfangraketen". Diese Attacken zielten darauf ab, "die Lage im Land zu destabilisieren" und "Misstrauen gegenüber der eigenen Regierung zu erzeugen". Er forderte zudem, dass Großkonzerne aus der Öl- und Gasbranche stärker in Schutz- und Produktionsmaßnahmen eingebunden werden müssten.
Kondratjew zeichnete dabei das Bild einer existenziellen Bedrohung: Der Feind strebe einen Machtwechsel in Russland an. Als Warnung verwies er auf historische Revolutionen, die in "der Zerstörung des Staates und enormem Blutvergießen" geendet hätten.
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