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Donald Trump und Gianni Infantino: US-Präsident will FIFA-Kumpel Spitzenjob verschaffen

Für seinen Busenfreundin Gianni Infantino hat Donald Trump große Pläne: Der FIFA-Boss soll der nächste UN-Generalsekretär werden. Bild: picture alliance/dpa | Tom Weller

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  • Donald Trump hat große Pläne für Gianni Infantino
  • FIFA-Boss soll nächster UN-Generalsekretär werden
  • Antonio Guterres tritt ab - US-Präsident will Busenfreund als Nachfolger

Spätestens seit seiner Auszeichnung mit dem Ende 2025 erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis steht Gianni Infantino bei Donald Trump ganz oben auf der Favoritenliste - zwischen den Boss des Weltfußballverbands und den amtierenden US-Präsidenten passt kein Blatt Papier. Wenige Tage, nachdem Trump und Infantino beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für bizarre Szenen sorgten, hat der US-Republikaner offenbar einen neuen Plan für seinen Busenfreund geschmiedet.

Donald Trump schmiedet Karrierepläne für Gianni Infantino

Denn wenn es nach Donald Trump geht, dann wird der Ende 2026 frei werdende Posten als UN-Generalsekretär von keinem Geringeren als Gianni Infantino nachbesetzt. Das berichtete die "New York Post" am 21. Juli unter Berufung auf Quellen aus dem präsidialen Umfeld. Donald Trump ist demnach überzeugt, der 56-jährige Schweizer werde "von allen auf der Welt respektiert" und verfüge über "eine besondere Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen".

Der amtierende Generalsekretär António Guterres tritt Ende Dezember ab, die Wahl seines Nachfolgers steht noch in diesem Jahr an. Ob Infantino das Amt überhaupt anstrebt oder Trump bereits mit ihm darüber gesprochen hat, ist bislang völlig offen. Auf eine Anfrage der "New York Post" reagierte der FIFA-Präsident nicht.

Donald Trump und Gianni Infantino verbindet auf Unterwürfigkeit basierende Freundschaft

Die Annäherung zwischen Trump und Infantino vollzog sich vor allem im Zuge der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Laut "Bild" verbrachte der US-Präsident 2025 mit dem FIFA-Chef mehr Zeit als mit jedem anderen Staatsoberhaupt der Welt. Infantino umwarb Trump intensiv: Er verlieh ihm im Dezember den erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis und brachte goldene Trophäen persönlich ins Weiße Haus. Beim WM-Finale in New Jersey überreichten beide gemeinsam den Pokal an die spanische Nationalmannschaft – und wurden dabei von Teilen des Publikums lautstark ausgebuht. Die Verflechtung von Sport und Politik wurde nach Einschätzung der Tagesschau zum prägenden Merkmal dieses Turniers. Schon bei der WM 2022 in Katar hatte Infantino die Nähe zur Macht gesucht und sich dort sogar eine Wohnung genommen.

Infantino als UN-Generalsekretär? "Nur Präsident Trump konnte auf so eine geniale Idee kommen"

Begeistert zeigte sich Paolo Zampolli, Trumps Sondergesandter für globale Partnerschaften, von dem Vorstoß. Infantino sei "bei allen beliebt" und würde "einen großartigen Job machen", erklärte der italienisch-amerikanische Diplomat gegenüber der "New York Post". Der FIFA-Chef könne frischen Wind in den massiven Bürokratieapparat der UN bringen und den Sport als Werkzeug nutzen, um Brücken zu bauen und junge Menschen weltweit zu begeistern.

Zampolli sieht durchaus strukturelle Gemeinsamkeiten zwischen beiden Organisationen: "Bei den Vereinten Nationen hat man es mit 193 Mitgliedstaaten zu tun. Bei der FIFA gibt es über 200 Mitglieder, und Giannis beeindruckende Erfolgsbilanz zeigt, dass er weiß, wie man solche Aufgaben meistert." Pikant: Zampolli war beim WM-Finale mit Infantino zusammen, will von Trumps Plan aber erst durch die Zeitung erfahren haben.

Posten als UN-Generalsekretär wird frei: Wer wird Nachfolger von Antonio Guterres?

Der Weg ins UN-Hauptquartier führt zwingend über den Sicherheitsrat: Mindestens neun der 15 Mitglieder müssen zustimmen, wobei jedes der fünf ständigen Mitglieder – USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien – eine Kandidatur per Veto kippen kann. Washington könnte umgekehrt unliebsame Bewerber blockieren.

Bislang liegen sechs offizielle Bewerbungen vor. Als prominenteste Konkurrenten gelten Chiles sozialistische Ex-Präsidentin Michelle Bachelet, die auf US-Widerstand stoßen dürfte, sowie der argentinische IAEA-Chef Rafael Grossi, bei dem britische Vorbehalte wegen der Falkland-Inseln im Raum stehen. Turnusgemäß wäre eigentlich Lateinamerika an der Reihe – diese informelle Rotation müsse Infantino laut mehreren Quellen aber nicht zwingend im Weg stehen.

Trumps Verhältnis zu den Vereinten Nationen ist ohnehin angespannt: Seit seinem Amtsantritt hat er die US-Beiträge massiv zusammengestrichen und die Mitgliedschaft in mehreren Unterorganisationen wie der WHO und dem Menschenrechtsrat beendet.

Als FIFA-Boss bekommt Infantino Millionen - UN-Job würde Einbußen bedeuten

Selbst wenn Gianni Infantino Interesse hätte, zur UN zu wechseln, stünde ihm ein gewaltiger finanzieller Abstieg bevor. Bei der FIFA kassiert er jährlich rund sechs Millionen Dollar, während das UN-Generalsekretariat zuletzt mit etwa 418.000 Dollar vergütet wurde. Zudem schließt die UN-Charta aus, dass der Generalsekretär parallel ein weiteres bezahltes Amt bekleidet – Infantino müsste seinen FIFA-Posten also aufgeben. Genau das scheint er allerdings nicht vorzuhaben. Noch während der WM ließ der Schweizer bei den nationalen Fußballverbänden Unterstützungsunterschriften für seine erneute Kandidatur als FIFA-Präsident einsammeln. Die Wahl findet im März 2027 statt. Laut übereinstimmenden Medienberichten haben ihm bereits mehr als 200 der insgesamt 211 Mitgliedsverbände ihre Rückendeckung zugesagt.

Gianni Infantino von Affären belastet - Trumps Busenfreund hat ein Glaubwürdigkeitsproblem

Infantinos Ruf hat während der WM allerdings erheblichen Schaden genommen. Auf Drängen Trumps hob der FIFA-Chef die Spielsperre des US-Stürmers Folarin Balogun auf, der nach einer Roten Karte eigentlich für die Partie gegen Belgien gesperrt gewesen wäre. Die europäischen Verbände reagierten mit scharfer Empörung auf diesen Eingriff. Dass die USA das Spiel gegen Belgien dennoch verloren, dämpfte den Skandal zwar etwas ab.

Doch die Forderungen nach personellen Konsequenzen verstummten nicht. Ausgerechnet der in einen Bestechungsskandal um die Katar-WM 2022 verwickelte Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter gehört zu denjenigen, die lautstark eine "neue Führung" an der FIFA-Spitze verlangen. Wer sich derart bereitwillig politischem Druck beugt, dürfte es schwer haben, als unabhängiger Kopf der Vereinten Nationen zu überzeugen.

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