Donald Trump in der Klemme: Ex-Sicherheitsberater sieht Trump in "schwierigster Lage, die ich je gesehen habe"
Die aktuelle Entwicklung im von Donald Trump begonnenen Iran-Krieg bereitet Nahost-Experten wie Brett McGurk Kopfschmerzen. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Niall Carson
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe
21.07.2026 13.21
- Donald Trump übt Vergeltung im Iran-Krieg aktuell
- US-Bombardierungen nach geplatzter Waffenruhe bringen Donald Trump in die Zwickmühle
- "Schwierigste Lage, die ich je gesehen habe": Experte ordnet Trumps Kriegs-Dilemma ein
Mit seinem Ende Februar 2026 vom Zaun gebrochenen Iran-Krieg hat sich Donald Trump selbst eine Falle gestellt, aus der der US-Präsident bislang keinen Ausweg gefunden hat. Ein Insider, der einst als Nahost-Experte im Nationalen Sicherheitsrat tätig war, ordnet nun in einer knallharten Analyse ein, wie sich "The Don" in die Sackgasse manövriert hat.
Iran-Krieg aktuell: Absichtserklärung und Waffenruhe sind passé
Der letzte Lichtblick im Iran-Krieg liegt bereits mehrere Wochen zurück: Mitte Juni hatten die USA und der Iran eine Absichtserklärung vereinbart, die den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen soll. Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Donald Trump allerdings kürzlich für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich inzwischen nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden - seitdem wird in der Golfregion wieder erbittert gekämpft, ohne dass Anzeichen einer Entspannung zu erkennen wären.
Seit knapp zwei Wochen fliegt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump nun bereits schwere Luftangriffe gegen den Iran. Auslöser war die Entscheidung des iranischen Regimes, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Damit verstieß das iranische Regime gegen das im Juni zwischen beiden Ländern ausgehandelte Memorandum, das eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Meerenge vorsah.
Donald Trump übt Vergeltung: Schwere US-Luftangriffe nach Tod von 17 ZS-Soldaten
Das Weiße Haus bezeichnet die Militärschläge als eine Art Vergeltungsoperation. Doch die Lage eskaliert zusehends. Bereits 17 US-Soldaten sind im Zuge der Auseinandersetzung ums Leben gekommen. Am vergangenen Wochenende starben drei weitere Angehörige der US-Streitkräfte durch iranische Drohnenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region. Ein ehemaliger Sicherheitsberater des Nationalen Sicherheitsrats warnt nun vor einer unkontrollierbaren Eskalationsspirale.
Nahost-Experte warnt vor Eskalationsspirale: "Die schwierigste Lage, die ich je gesehen habe"
Brett McGurk, der über zwei Jahrzehnte als Nahost-Experte im Nationalen Sicherheitsrat tätig war, zeichnete im Gespräch mit CNN-Moderatorin Brianna Keilar ein düsteres Bild der Situation. "Ich habe daran über 20 Jahre lang immer wieder gearbeitet ... Ich denke, dies ist die schwierigste Lage, die ich je gesehen habe", sagte McGurk in der Sendung "The Source".
Der Iran sei entschlossen, die Straße von Hormus mit Drohnen und Raketen unter seine Kontrolle zu bringen und werde weiterhin Schiffe ins Visier nehmen, so der ehemalige Sicherheitsexperte. Das Problem sei ein tödlicher Kreislauf: "Wenn wir zurückschlagen, weil ich denke, dass wir das tun sollten, wenn sie Handelsschiffe angreifen, dann nehmen sie unsere Stützpunkte ins Visier, und sie greifen unsere Unterkünfte an."
Donald Trump verliert 17 Soldaten im Iran-Krieg - Opferzahlen steigen weiter
Wie Mitte Juli bekannt wurde, kamen drei weitere amerikanische Militärangehörige bei iranischen Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region ums Leben. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der im Konflikt mit dem Iran gefallenen US-Soldaten laut Medienberichten auf 17.
Die Eskalation ist umso brisanter, als beide Seiten erst im Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet hatten. Dieses Abkommen sollte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sicherstellen und Angriffe auf den Handelsverkehr ausdrücklich untersagen. Teherans Entscheidung, dennoch Frachtschiffe in der Meerenge zu attackieren, machte die Vereinbarung hinfällig. Die Trump-Regierung reagierte mit Bombardierungen, die sie als verhältnismäßige Gegenmaßnahme darstellt. Seitdem dreht sich die Gewaltspirale immer schneller.
Warnungen von Nahost-Experte verhallen ungehört - "Jetzt stecken wir mittendrin"
Einen Weg aus der Eskalationsspirale kann McGurk derzeit nicht erkennen. Der Verlauf des Konflikts deute darauf hin, dass den USA ein "langer, heißer Sommer" bevorstehe, so der ehemalige Sicherheitsexperte gegenüber CNN. "Ich bin sicher, dass die Iraner in ihren Bunkern sitzen und darüber nachdenken, uns ins Visier zu nehmen", warnte McGurk. "Das wird so weitergehen." Er habe bereits zu Beginn des Sommers vor genau dieser Entwicklung gewarnt. "Ich saß an diesem Schreibtisch Anfang des Sommers. Ich sagte, ich glaube, wir steuern auf einen sehr langen, heißen Sommer zu. Und jetzt stecken wir mittendrin", erklärte McGurk. "Ich sehe einfach keinen Ausweg."
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