J.D. Vance: "Die Wut ist nur gewachsen" - US-Vizepräsident empört Republikaner mit Verhalten
In den eigenen Reihen formiert sich weiterer Widerstand gegen US-Vizepräsident J.D. Vance. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Martin Gottschling
17.07.2026 20.56
- Republikanische Senatoren sind wütend auf J.D. Vance
- US-Vizepräsident stellt lieber sein neues Buch in Talkshows vor, als an wichtigen Treffen mit Kongressmitgliedern teilzunehmen
- Dabei könnten seine Parteifreunde Unterstützung vor den wichtigen Zwischenwahlen gut gebrauchen
Lange Zeit galt J.D. Vance als logischer Nachfolger von Donald Trump in der Rolle des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Doch die Unterstützung für den amtierenden US-Vizepräsidenten bröckelt in den eigenen Reihen immer mehr. Geldgeber und Pro-Israel-Aktivisten soll er mit seiner Iran-Diplomatie und öffentlicher Kritik am israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu verärgert haben.Nun hat die Wut auf Vance auch unter republikanischen Senatoren einen neuen Höhepunkt erreicht.
Republikaner wütend auf J.D. Vance: Trump-Vize sagt Treffen zu Gesetzesvorhaben kurzfristig ab
Wie die "Wall Street Journal"-Kolumnistin Kimberley Strassel berichtete, platzte den Kongressmitgliedern endgültig der Kragen, als Vance ein kurzfristig anberaumtes Treffen der Fraktionsführung zu stockenden Gesetzesvorhaben in letzter Minute absagte – um stattdessen im Podcast von Joe Rogan aufzutreten. Die Abgeordneten könnten "an einer Hand abzählen",wie oft der US-Vizepräsident das Kapitol betreten hat. Statt seine verfassungsmäßigen Pflichten wahrzunehmen, würde er lieber eine ausgedehnte Medientour für sein Buch absolvieren oder "ergebnislose Iran-Verhandlungen" in der Schweiz führen.
J.D. Vance kritisiert den Senat: Parteimitglieder enttäuscht
Vance tauchte laut Strassel zuletzt in mehreren US-Talkshows wie "Real Time With Bill Maher", "CBS News Sunday Morning" oder "The View" auf. Besonders bitter stößt den Senatoren auf, dass Vance sich öffentlich als Kritiker jenes Gremiums positioniert, dem er verfassungsgemäß vorsitzt. "Die Wut ist nur gewachsen", schreibt Strassel über seine Entscheidung, den Senat zu tadeln, anstatt dort zu arbeiten.
Republikaner hoffen vor Zwischenwahlen auf Unterstützung des US-Vizepräsidenten
Dabei ist die Lage laut "Raw Story" brisant: Vor den Zwischenwahlen im November bleiben dem Senat nur noch 30, dem Repräsentantenhaus sogar nur noch 20 Sitzungstage. Bis dahin wollen die Republikaner noch einige wichtige Gesetzesvorhaben verabschieden. Die Zeit drängt, doch Vance lässt seine Parteikollegen als Ansprechpartner und Vermittler offenbar bislang weitgehend im Stich.
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