Donald Trump mit "Freedom Fuel": "Was für ein Witz!" US-Präsident wegen Billig-Benzin-Aktion verhöhnt
Mit seiner umstrittenen "Freedom Fuel"-Initiative hat sich Donald Trump keinen Gefallen getan. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe
08.07.2026 14.10
- Donald Trump stiftet Verwirrung mit "Freedom Fuel"-Initiative
- Benzin für 3,47 Dollar pro Gallone soll US-Bürger entlasten
- "Brandstifter löscht Feuer": US-Präsident lässt sich für Lösung von selbst geschaffenem Problem feiern
Im Wahlkampf sind etliche Politikerinnen und Politiker bekanntlich dazu bereit, ein kühnes Versprechen nach dem anderen von sich zu geben, nur um Wählerstimmen zu gewinnen - was dann nach einer gewonnenen Wahl tatsächlich umgesetzt wird, steht indes auf einem anderen Blatt und sorgt nicht selten für Unmut in der Bevölkerung.
Donald Trump in der Klemme: Benzinpreis explodiert wegen Iran-Krieg
Davon kann auch Donald Trump ein Lied singen, der unter anderem vollmundig der Inflation den Kampf ansagte und sowohl Lebensmittel- als auch Benzinpreise zu senken versprach. Nach gut einem Jahr im Amt hielt es Donald Trump jedoch für klug, den Iran-Krieg vom Zaun zu brechen - als mit der Straße von Hormus eine der wichtigsten Öltransportrouten blockiert wurde, explodierten die Benzinpreise nicht nur in den USA, sondern weltweit und sorgten dafür, dass sich selbst loyale Wähler enttäuscht von Donald Trump abwendeten. Regelmäßig durchgeführte Umfragen belegten Trumps schroffen Absturz in der Wählergunst.
Donald Trump senkt Spritpreis auf 3,47 Dollar mit "Freedom Fuel"-Initiative
Höchste Zeit also für Donald Trump, das Ruder herumzureißen und die erhitzten Gemüter zu besänftigen. Pünktlich zum 250. Geburtstag der USA schoss dem US-Präsidenten ein Geistesblitz durchs Hirn: Unter dem Namen "Freedom Fuel" sollen 25 Tankstellen im ganzen Land Benzin zu vergünstigten Preisen anbieten.
Auf dem X-Account des Weißen Hauses wurde der Startschuss für das "Freedom Fuel"-Angebot zum Schleuderpreis mit einem eigens gedrehten Video verkündet. In dem Clip sind US-Amerikaner an Tankstellen zu sehen, deren Zapfsäulen mit der US-Flagge und dem Slogan "Freedom Fuel" dekoriert sind. Dazu hieß es: "Die erste Tankstelle des 'Freedom Fuel'-Netzwerks hat in Philadelphia eröffnet, wo der Preis an der Zapfsäule auf 3,47 Dollar für unseren 47. Präsidenten gesenkt wurde." Abgeschlossen wurde der Post mit einem Versprechen an Trumps Wähler: "Präsident Trump führt die Mission an, Benzinpreise in diesem Sommer zu senken, damit Sie mehr Geld in der Tasche haben."
FREEDOM FUEL HAS ARRIVED. ⛽️????????
The FIRST Freedom Fuel Network gas station has LANDED in Philadelphia, lowering the price at the pump to $3.47 for our 47th President.
President Trump is leading the charge to lower gas prices this summer - putting more money in your pocket. ???? pic.twitter.com/lcrCuioQv5— The White House (@WhiteHouse) July 7, 2026
Donald Trump feiert Billig-Benzin - und wird der Lächerlichkeit preisgegeben
Von offizieller Seite sollte also offenbar der Eindruck vermittelt werden, dass unter keinem US-Präsidenten vor Donald Trump Sprit in den USA so spottbillig war wie jetzt. Für Beobachter wie den liberalen US-Journalisten Aaron Rupar war es ein Leichtes, diese Annahme mit Tatsachen zu widerlegen: "Als Joe Biden aus dem Amt schied, lag der durchschnittliche Spritpreis bei 3,12 Dollar. Und jetzt würde sich Trump am liebsten mit einer Parade feiern lassen, weil Benzin an einer Tankstelle 3,47 Dollar kostet."
Während MAGA-treue Kommentatoren die Ankündigung feierten, erntete die Initiative andernorts vor allem Spott. Jared Holt, leitender Forscher bei Open Measures, zeigte sich wenig beeindruckt: "Der ganze Aufwand und das Beste, was sie hinbekommen, sind 3,47 Dollar pro Gallone? Was für ein Witz." Blogger Jim Stewartson verwies auf die bescheidene Reichweite des Programms: "25 Tankstellen von 120.000 in den USA." Er bezeichnete die Aktion als typisches Beispiel für Trumps Vorgehensweise – ein Problem zu schaffen, es dann zu leugnen und anschließend mit Propaganda statt echter Lösungen zu "beheben".
Donald Trump am Spritpreis-Pranger: "Brandstifter löscht Feuer"
Der ehemalige republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger aus Illinois warf Trump vor, die Preise selbst in die Höhe getrieben zu haben: "Du erhöhst die Preise und tust dann so, als wärst du ein Retter, wenn sie sinken." Zudem erinnerte er daran, dass Trumps Anhänger ein halbes Jahr lang behauptet hätten, Präsidenten könnten Benzinpreise gar nicht beeinflussen. Politikkommentator Travis Akers fasste die Kritik in einem prägnanten Bild zusammen: "Brandstifter löscht Feuer." Laut "Raw Story" führen Kritiker die aktuell hohen Spritpreise auf Trumps Konfrontationskurs gegenüber dem Iran zurück – eine Politik, die den Ölmarkt belaste.
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