Benjamin Netanjahu: Paukenschlag nach Zoff mit Trump - Israel verkündet neuen Waffen-Plan
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (l.) und US-Präsident Donald Trump (r.) waren sich zuletzt nicht immer einig. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Martin Gottschling
23.06.2026 14.42
- Israel will unabhängig von den USA werden und die eigene Rüstungsindustrie ausbauen
- Benjamin Netanjahu bedankt sich bei Washington für die bisherige Unterstützung
- Zuvor gab es jedoch auch Streitigkeiten mit US-Präsident Donald Trump
Im Krieg gegen den Iran kämpften die USA und Israel zuletzt Seite an Seite. Doch bekommt das historische Bündnis zwischen den engen Partnern nun langsam größere Risse? Zuletzt zeigte sich US-Präsident Donald Trump bereits verärgert über die Fortführung israelischer Angriffe auf den Libanon. Denn diese fanden zeitgleich zu laufenden Friedensverhandlungen zwischen Washington und Teheran statt. Nun will Israel zudem in militärischer Hinsicht künftig weniger stark auf die Vereinigten Staaten angewiesen sein.
Nach Zoff mit Donald Trump: Israel will militärische Unabhängigkeit von den USA
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt den Aufbau einer eigenen und von den USA unabhängigen Rüstungsindustrie an. Das erklärte der 76-Jährige bereits am vergangenen Donnerstag in Kibbuz Migdal Oz in Gush Etzion. Ein Video von seinem Auftritt wurde nun auf X (vormals Twitter) veröffentlicht.
Netanjahu erklärte vor Teilnehmern eines Ausbildungskurses für Reserveoffiziere zwar, er schätze die Unterstützung der USA sehr, Israel müsse sich jedoch aus dieser Abhängigkeit befreien und eigene, unabhängige Rüstungssysteme entwickeln.
Benjamin Netanjahu will eigene militärische Stärke ausbauen
Netanjahu erklärte zudem, Israel habe dem Iran und dessen Verbündeten einen Schlag versetzt. Der Konflikt sei jedoch noch nicht beendet. "Wo wir in 30 Jahren stehen werden, hängt von unserer Stärke ab. Deshalb bauen wir jetzt unsere Stärke aus", so der israelische Regierungschef. Man wolle deshalb "Unabhängigkeit von anderen erreichen, immer mehr Stärke aufbauen, immer mehr Technologie einführen, immer mehr Generationen von Kommandeuren ausbilden". Eine Reaktion aus Washington auf diese Aussagen gab es zunächst nicht.
Prime Minister Benjamin Netanyahu met on Thursday, at Kibbutz Migdal Oz in Gush Etzion, with a reserve combat officers' course, and spoke with them about the various challenges in multiple arenas:
"I deeply appreciate the support we have received from our American friends, but… pic.twitter.com/d498pPkJO1— Prime Minister of Israel (@IsraeliPM) June 23, 2026
Washington lieferte fast 70 Prozent der israelischen Waffenimporte
Nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri ist Israel inzwischen der siebtgrößte Waffenexporteur der Welt. Besonders stark ist Israel in den Bereichen Drohnen, Luftabwehr, Raketenabwehr, elektronische Kampfführung, Sensorik, Cyber- und Aufklärungssysteme. Die USA lieferten laut Sipri in den Jahren 2021 bis 2025 rund 68 Prozent der israelischen Waffenimporte. Außer Kampfflugzeugen und Triebwerken spielt Munition wie Präzisionsbomben, Luft-Boden-Munition, verschiedene Raketenarten und Artilleriemunition eine zentrale Rolle.
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