Donald Trump: Vorwurf des Verrats - Ex-Verbündeter bricht mit "The Don"
Donald Trump verliert einen weiteren prominenten Unterstützer. Bild: picture alliance/dpa/AP | Thibault Camus
Erstellt von Martin Gottschling
23.06.2026 08.15
- Ex-Trump-Unterstützer Tucker Carlson bricht mit der Republikanischen Partei
- Umstrittener Podcaster sagt, die US-Regierung würde beim Iran-Krieg nur im Interesse Israels handeln
- Die Demokraten will er künftig jedoch ebenfalls nicht unterstützen
Im Wahlkampf versprach Donald Trump noch eine "America First"-Politik, wofür ihn seine Anhänger frenetisch feierten. Doch in den vergangenen Monaten wuchs der Frust innerhalb der "Make America Great Again"-Bewegung (MAGA). Besonders der Krieg gegen den Iran, den Trump Ende Februar begann, ist auch in seinem eigenen Lager höchst umstritten. Nun wandte sich deshalb ein weiterer prominenter Unterstützer öffentlich vom 80-jährigen US-Präsidenten ab.
Tucker Carlson wendet sich von Donald Trump ab: "Ich bin raus"
Die Rede ist von Ex-Fox-News-Moderator Tucker Carlson. Wie unter anderem die"Bild" und die "Zeit" berichten, verkündete der 57-Jährige im Podcast "Can't Be Censored" seinen Bruch mit der Republikanischen Partei. "Ich bin raus", erklärte Carlson und fügte hinzu: "Und wenn ich raus bin, dann sind viele andere auch raus." Der Podcaster wirft Trumps Regierung vor, den Krieg gegen den Iran ausschließlich auf Druck Israels hin begonnen zu haben. "Das zu wissen bedeutet zu wissen, dass die US-Regierung die Vereinigten Staaten verraten hat", sagte er.
Ex-Trump-Unterstützer übt scharfe Kritik am Iran-Krieg
Die Republikanische Partei stelle die Sicherheitsinteressen eines fremden Landes über jene der eigenen Bevölkerung, so Carlson weiter. "Das ist nicht nur eine falsche Richtung, das ist inakzeptabel, das ist verräterisch, unmoralisch, und es kann so nicht weitergehen."
Noch vor zwei Jahren sah die Welt anders aus: Carlson warb aktiv für Trumps Wiederwahl und galt als einer seiner glühendsten Unterstützer. Nach Kriegsbeginn vollzog er jedoch eine radikale Kehrtwende und entschuldigte sich bei seinen Zuhörern dafür, sie "in die Irre geführt" zu haben.
Antisemitismus-Vorwürfe gegen Tucker Carlson
Kritiker werfen dem Podcaster wegen seiner anhaltenden Attacken auf Israel Antisemitismus vor. Bereits früher sorgte er für Empörung, als er den Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner Nick Fuentes sowie den durch antisemitische Äußerungen aufgefallenen Rapper Kanye West interviewte. Während des Ukraine-Krieges führte er zudem ein Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin, das viele Beobachter als viel zu unkritisch empfanden.
Inmitten des Ukraine-Kriegs interviewte Tucker Carlson (l.) Kremlchef Wladimir Putin (r.). Bild: picture alliance/dpa/Zuma Press Wire | Tucker Carlson Network
Trotz seines Bruchs mit den Republikanern schließt Carlson einen Wechsel zu den Demokraten kategorisch aus. "Ich werde auch die Demokratische Partei nicht unterstützen, ich weiß nicht, was ich tun werde", erklärte er.
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