Wladimir Putin: "Das Blatt wendet sich gerade" - Ukraine stellt Kremlchef vor vier große Probleme
Wladimir Putin steht aktuell vor vier großen Problemen. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin | Sergei Bobylev
Erstellt von Franziska Kais
23.06.2026 13.38
- Wladimir Putin hat vier große Probleme im Ukraine-Krieg aktuell
- Front im Ukraine-Krieg seit Ende 2023 festgefahren
- Abnutzungskrieg ohne militärische Erfolge für Putin
- Angriffe auf Ziele in Russland und brennendes Moskau machen Kriegsfolgen unübersehbar
Im fünften Jahr des Ukraine-Krieges zeigt die ukrainische Strategie mit selbst produzierten Drohnen und Raketen deutliche Wirkung. Kiew setzt den Kreml derzeit an vier entscheidenden Stellen unter erheblichen Druck.
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Wladimir Putin hat vier große Probleme im Ukraine-Krieg aktuell
Die Fronten haben sich im Ukraine-Krieg seit Ende 2023 kaum bewegt, während ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien und Treibstofflager die Kriegslogistik massiv beeinträchtigen. Besonders die besetzte Krim gerät zunehmend in die Isolation. Gleichzeitig werden die Auswirkungen des Konflikts für die russische Bevölkerung immer spürbarer, was für Kremlchef Wladimir Putin ein großes Problem darstellt.
Ukraine erzielt Erfolge - Putin erleidet täglich schwere Verluste
Im Kernbereich der Front hat sich laut Russland-Experte Jan C. Behrends von der Viadrina-Universität eine kilometerbreite Zone entwickelt, die vollständig von unbemannten Fluggeräten kontrolliert wird. "Hier erzielt die Ukraine durchaus Erfolge und fügt der russischen Armee schwere Verluste zu", erklärt der Historiker gegenüber "Bild".
Wladimir Putin führt Abnutzungskrieg ohne militärische Erfolge
Auch Militärexperte Thomas Jäger von der Universität Köln sieht Russland im Nachteil und erklärt im Interview mit der "Bild": "Der Abnutzungskrieg geht weiter und Russland findet kein Mittel, den Krieg militärisch zu entscheiden."
Ukraine stört Putins Kriegslogistik
Parallel zu den Kämpfen an der Front attackiert die Ukraine systematisch die russische Versorgungsinfrastruktur. Nachschubwege, Munitionstransporte, Treibstofflieferungen sowie Eisenbahn- und Straßenverbindungen stehen unter permanentem Beschuss. Der Konflikt werde zunehmend durch Drohnen, Raketen und Luftabwehrsysteme geprägt, so die Einschätzung der Experten. Zudem treffen die ukrainischen Angriffe auf Ölraffinerien und Treibstofflager Russland als Petro-Staat besonders hart. Die Schäden betreffen sowohl den Export als auch die Versorgung im Inland und an der Front.
Militärexperte findet drastische Worte: "Das Blatt wendet sich gerade"
Auf der besetzten Halbinsel Krim ist die Lage bereits dramatisch: "An Privatpersonen wird bereits kein Benzin mehr abgegeben", berichtet Historiker Behrends. Die Versorgungsrouten zur Halbinsel sind besonders stark betroffen. Militärexperte Jäger ordnet die strategische Bedeutung ein: "Die Krim ist das wichtigste Symbol für Putins imperialistische Politik. Das Blatt wendet sich gerade, da die besetzte Krim von Russland isoliert wird." Ein möglicher Verlust der Krim wäre für Wladimir Putin laut Behrends ein doppelter Rückschlag – symbolisch wegen der propagandistisch betonten Verbindung zu Russland und strategisch als Vorposten im Schwarzen Meer.
Angriffe auf Ziele in Russland und brennendes Moskau machen Kriegsfolgen unübersehbar
Zudem machen die Angriffe auf Ziele innerhalb Russlands und auf der Krim die Kriegsfolgen für die russische Bevölkerung unübersehbar. Osteuropa-Experte Andreas Umland beschreibt den Wandel: "Für einen Großteil der russischen Bevölkerung wird der Krieg erstmals deutlich sichtbar und seine zumindest wirtschaftlichen Auswirkungen klar fühlbar. Der Krieg hat sich von einer Art Computerspiel in die tägliche Realität für Millionen Russen verwandelt." Auch Historiker Behrends unterstreicht die psychologische Wirkung der ukrainischen Strategie: "Dem Bild des brennenden Moskaus kann sich niemand entziehen; die Taktik der Ukraine wirkt."
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