Hannover: "Es geht los" – Tablets sollen Lernen attraktiver machen
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Erstellt von Sarah Knauth
23.06.2026 14.56
Die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen mit Tablets nimmt Form an. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) überreichten in Hannover rund 200 iPads an die Integrierte Gesamtschule Südstadt.
Landesweit wurden bisher 44.000 Geräte an die Schulen ausgeliefert, bis zum Schuljahr 2026/27 sollen es rund 160.000 sein. Davon profitieren werden als erste die Schülerinnen und Schüler, die im Sommer in die siebte Klasse kommen, sowie alle Lehrkräfte.
Gleiche Tablets für alle – unabhängig vom Geldbeutel
"Es geht los", sagte Lies, "mit dem größten Schritt, den wir im Rahmen von digitaler Bildung gemacht haben bisher". Tablets seien aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken – wichtig sei aber, dass alle das gleiche Gerät haben. Deswegen unterscheide das Land bei der Verteilung der Tablets auch nicht nach dem Geldbeutel der Eltern.
"Es war immer die Frage, warum wir nicht gesagt haben: Die Eltern, die mehr verdienen, die zahlen selber, die Eltern, die weniger verdienen, die stellen einen Antrag und bitten darum, dass andere das bezahlen", sagte Lies. Er findet: Wer mehr verdiene, müsse mehr Steuern zahlen, aber nicht für seine Kinder das Tablet extra kaufen. Die Familien, die Unterstützung brauchen, müssten so zudem nicht erst einen Antrag stellen, um ein Tablet zu bekommen.
Den Schulen standen vier Tablet- und Notebook-Modelle von Apple, Samsung und Lenovo zur Auswahl. Die Landesregierung schätzt die Kosten für die Anschaffung und die Administration der Geräte bis zum Schuljahr 2030/31 auf bis zu 800 Millionen Euro.
"Ein spannendes Werkzeug"
Kultusministerin Hamburg sagte bei der Übergabe an der Schule in Hannover: "Lernen wird ungleich attraktiver durch digitale Endgeräte." Als Beispiel nannte sie digitale Unterhaltungen mit Ludwig XIV., um Geschichte zu lernen, oder das Kartieren von Blättern für den Biounterricht. "Es ist ein spannendes Werkzeug, was Lernen besser macht."
Die Opposition sieht das rot-grüne Projekt dagegen kritisch. So wie die Regierung es vorhabe, brauche es die Tablets nicht, hatte CDU-Chef Sebastian Lechner gesagt. Stattdessen sollten die Kommunen selbst über die Verwendung des Geldes entscheiden können – etwa für bessere Internetverbindungen in den Schulen. Ein Teil des Geldes könne auch in die Schulsozialarbeit fließen.
Die Kommunalverbände zeigten sich indes zufrieden mit der Umsetzung, auch wenn diese nicht für alle Kommunen kostendeckend sei, wie Jan Arning vom Niedersächsischen Städtetag sagte. Entscheidend sei, dass Rot-Grün die Verantwortung des Landes, die Schüler digital auszustatten, auch gesetzlich festschreiben wolle. "Wir haben das Schulgesetz aus der Kreidezeit rausgeholt", sagte Arning.
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